17.11.12

Basketball

Albas Parole lautet von Beginn an "volles Rohr"

Frühe Rückstände wollen Berlins Basketballer künftig öfter vermeiden. Marco Baldis Forderung ist eindeutig: von Beginn an "volles Rohr".

Foto: dapd

Entscheidung in Sekunden: Albas Forward Zach Morley
Entscheidung in Sekunden: Albas Forward Zach Morley

Das Drehbuch hat seinen Reiz: Ein schwacher Start, dann ein großes kämpferisches Aufbegehren Schritt für Schritt zum Comeback, um mit dem allerletzten Wurf und in der allerletzten Sekunde doch noch die Chance zu haben, das Spiel zu gewinnen. In Hollywood würde im großen emotionalen Finale der Wurf dann auch sitzen und der Gute gewinnen.

Aber die Realität sieht oft anders aus, auch für die Basketballer von Alba Berlin. Ihre vergangenen beiden Spiele in der Europaliga verliefen genauso, allerdings fielen sich die Gegner beim Happyend in die Arme. Gegen Maccabi Tel Aviv verfehlte der Wurf von Heiko Schaffartzik sein Ziel, gegen Siena war es der von Zach Morley – zweimal bravourös gekämpft, zweimal nichts gewonnen.

Nun sind Berlins Basketballer bei weitem zu schlau, um von Pech zu reden und darauf zu verweisen, dass der letzte Wurf schon irgendwann mal sitzen würde. Sie wissen, dass ihnen Dramen ohne Happyend öfter erspart blieben, wenn sie so in die Spiele starten würden, wie sie später gezwungenermaßen bei den Aufholjagden zu Werke gehen. "Volles Rohr" nennt es Albas Geschäftsführer Marco Baldi umgangssprachlich.

Simulation im Training schwer aufs Spiel zu übertragen

Warum sein Team gegen Siena erneut "so mutlos, zögerlich und nachdenklich" gestartet sei, "ist schwer zu erklären. Die Mannschaft hat dann mit restloser Aggressivität die Handbremse gelöst und von da an das Spiel komplett in der Hand gehabt".

Baldis Fazit: "Wenn wir nicht von Beginn an volles Rohr gehen, bekommen wir gegen jeden Probleme." Probleme, die sich, wenn wie gegen Maccabi und Siena das Quäntchen Glück fehlt, nicht mehr lösen lassen.

Die Stunden, in denen Basketball-Mannschaften im Training immer wieder den Ernstfall des letzten Angriffs simuliert haben, sind nicht zu zählen. Aber nur selten gelingt der Übertrag vom Reißbrett aufs Parkett.

Der Plan gegen Siena war: DaShaun Wood zieht zum Korb, der Gegenspieler von Deon Thompson eilt zu Hilfe, Wood passt zu Thompson. Genau das geschah auch, nur dass Thompson den Ball nicht kontrollieren konnte. Den sammelte dann Zach Morley auf. Der drückte, außer Balance, mit einer Hand ab.

Potenzial bei Aufholjagden zu sehen

"Vielleicht hätte ich noch die Zeit gehabt, mich solider zu positionieren", ließ Morley noch mal die Situation Revue passieren. "Aber ich wollte unbedingt noch vor der Schlusssirene werfen. Vielleicht haben wir sogar noch die Chance zum Rebound." Morley schoss all dies in rund einer Sekunde durch den Kopf. Er warf, der Ball sprang vom Brett auf den Ring, das Spiel war zu Ende.

"Wir sprechen darüber und arbeiten daran, dass wir uns nicht in die Situation bringen, hinterher laufen zu müssen, sondern das Spiel von Beginn an zu kontrollieren", sagt Albas Forward. "Aber noch haben wir den Bock nicht umgestoßen." Die Aufholjagden zeigten ja, was möglich sei.

Ein erster Schritt: Am Sonntag gegen Frankfurt (17 Uhr, O2 World und im Liveticker von Morgenpost Online) wollen Morley & Co. es von Beginn an zeigen. Parole: Volles Rohr!

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