16.11.12

Basketball

Aufholjagd von Alba Berlin wird wieder nicht belohnt

Die Berliner Basketballer unterlagen in der Europaliga nach einem dramatischem Spiel gegen Siena mit 73:75.

Quelle: BMO
16.11.12 5:46 min.
Die Berliner Basketballer unterlagen in der Europaliga nach einem dramatischem Spiel gegen Siena. Wie Vule Avdalovic und Yassin Idbihi die Partie im Alba-Fantalk kommentieren.

Es hat nicht geklappt mit dem großen Schritt in Richtung der Top 16 der Basketball-Europaliga: Alba Berlin verlor am Donnerstag gegen Montepaschi Siena 73:75 (34:39). Wie schon zuvor in dieser Saison waren die Berliner schlecht gestartet und kämpften sich vor 8278 Zuschauern in der O2 World bravourös zurück, scheiterten aber wie eine Woche zuvor gegen Maccabi Tel Aviv mit dem letzten Wurf.

"Wir haben uns nach schlechtem Start zurückgekämpft und dann geführt", ärgerte sich Albas Flügelspieler Nihad Djedovic. "Am Ende haben wir dann leider schlecht geworfen, aber wir haben noch vier Spiele und brauchen noch zwei Siege. Wir werden kämpfen." Beide Teams waren mit 2:3 Siegen in die Partie gestartet, Sportdirektor Mithat Demirel hatte vom "ersten Spiel mit Endspiel-Charakter" gesprochen. Jetzt bleibt nur der Trost, dass man nach dem 92:82-Sieg im Hinspiel am Ende bei Punktgleichheit den direkten Vergleich für sich hätte.

Es war klar, dass das Team von Trainer Sasa Obradovic nur an den sensationellen Erfolg aus dem Hinspiel anknüpfen könnte, wenn alle in der Verteidigung bis an ihre Grenzen gehen würden. Denn kein Team hatte in den fünf Spielen zuvor mehr Punkte gemacht als der italienische Meister der vergangenen sechs Jahre: 86,6 waren es durchschnittlich pro Spiel. Und Spielmacher Bobby Brown kam mit einem Schnitt von 20,8 Punkten als Topscorer der Europaliga nach Berlin, dorthin, wo er 2007 seine Profi-Karriere begonnen und Alba zur Meisterschaft geführt hatte. "Wir wollen hier Revanche, denn Alba hat uns in unserer eigenen Halle geschlagen", stellte Brown klar, dass er versuchen würde, auf die zuletzt gezeigten Leistungen noch einen draufzusetzen.

Brown war dann auch wie erwartet der Antreiber der Gäste, verlegte sich aber wie sein Gegenüber, DaShaun Wood, darauf, seine Mitspieler in Szene zu setzen. Die Pässe der Berliner fanden unter des Gegners Korb vor allem Deon Thompson, der als bester Berliner Werfer bereits im ersten Viertel zehn seiner 20 Punkte erzielte. Siena traf anfangs hochprozentiger – 17:21 nach zehn Minuten.

Gleich zu Beginn des zweiten Durchgangs bekam Alba mit der Athletik Kristjan Kangurs Probleme. Der estische Forward machte schnell sieben Punkten in Folge – die Gastgeber lagen 22:31 zurück (14.). Es war Vule Avdalovic, der Alba mit seinem dritten Dreier des Abends im Spiel hielt. Aber die Berliner bremsten sich immer wieder selbst durch Ballverluste. Yassin Idbihi verkürzte kurz vor der Halbzeit auf 34:36, David Moss antwortete aber prompt aus der Distanz – 34:39.

Die Frage, ob er sich gegen seinen Ex-Klub vielleicht doch zurückhalten würde, beantwortete Brown gleich nach der Pause mit drei Dreiern und einem Dunking. Angesichts des 38:52 (25.) war klar, dass Obradovics Männer jetzt eine perfekte Viertelstunde hinlegen müssten, um das Spiel noch zu drehen. Gegen ein Team, in dem Ex-NBA-Star Mario Kasun oder Ex-Alba-Spieler Aleksandar Rasic nur zu Kurzeinsätzen kamen. Perfekt war nicht, was folgte, aber den Berliner gelang es, den Rückstand wieder unter zehn Punkte zu bringen. Nach fünf Punkten von Wood ging es mit 52:60 in die letzte Pause.

Siena startete ohne Brown ins letzte Viertel, was die beherzt kämpfenden Berliner umgehend nutzten. Nach dem Dreier von Nihad Djedovic lag Alba nur noch 59:60 zurück, Yassin Idbihi brachte Berlin dann sogar erstmals seit der fünften Minute wieder in Führung: 61:60 (34.). Unbeugsamkeit hatte die Berliner wieder ins Spiel gebracht, jetzt wollten sie sich mit unbedingtem Siegeswillen belohnen. Mehrfach führten sie in den Schlussminuten mit drei Punkten, aber immer glichen die Gäste mal durch Kangur, mal durch Tomas Ress aus.

Sieben Sekunden vor dem Ende lag Alba wieder 73:75 hinten. DaShaun Wood zog zum Korb, suchte Thomspon. Der aber konnte den Ball nicht kontrollieren, Zach Morleys Notwurf tanzte mit der Sirene auf dem Ring. Wie vergangene Woche gegen Maccabi Tel Aviv verlor Alba sein Heimspiel mit dem letzten Wurf und zwei Punkten Differenz.

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