Basketball-Bundesliga
Alba geht gut gerüstet in die Playoffs
Vor dem Play-off um die deutsche Basketball-Meisterschaft sind endlich alle Alba-Spieler fit. Auch die stark besetzte Bank macht den Titelverteidiger optimistisch. Denn Gegner Paderborn hatte gegen die Berliner in den letzten drei Partien keine Chance.
Von Sebastian Arlt
Luka Pavicevic hielt sich erst gar nicht lange mit der Vergangenheit auf. Direkt nach dem 89:82 des Berliner Basketballteams gegen die Baskets Oldenburg blickte er schon nach vorn – und warnte seine Mannschaft. "Niemand darf Paderborn unterschätzen", forderte Albas Cheftrainer. Die Mannschaft, gegen die der Titelverteidiger nun im Play-off-Viertelfinale (Modus "Best of five") anzutreten hat. Das Team, das Alba in dieser Saison bisher dreimal geschlagen hat, zuletzt daheim am vergangenen Mittwoch klar mit 82:65.
Ein leichter Auftakt also auf dem Weg zur neunten Deutschen Meisterschaft? So etwas kann Pavicevic nun gar nicht hören. Viel schwerer, als es den Anschein gehabt hatte, sei es ein paar Tage zuvor gegen Paderborn gewesen. "Die geben nie auf, von wegen leicht…"
Auch Henning Harnisch, der Berliner Sportdirektor, sprach von einem "sehr unangenehmen Gegner". Vor allem in eigener Halle. Nicht ohne Grund werde die "Maspernhalle" gern als "Maspernhölle" bezeichnet. Sicherlich schwingt auch noch mit, dass Alba als großer Favorit vor zwei Jahren gleich im Viertelfinale am achtplatzierten Außenseiter Artland Dragons scheiterte. "Das haben wir tief verinnerlicht", meinte Harnisch.
Wie auch immer: Julius Jenkins sagte in seiner pragmatischen Art, wie es ist: "Wir haben die dreimal geschlagen, jetzt müssen wir sie eben wieder dreimal schlagen."
Überhaupt gehen die Berliner mit großem Selbstvertrauen in die "völlig neue Saison", wie Pavicevic das Play-off gern nennt. Das wichtige Zwischenziel, als Punktrundenerster bis ins Finale Heimvorteil in den Serien zu haben, wurde erreicht. Der Sieg im Finale um Platz eins gegen die zuvor punktgleichen Oldenburger war schon ein Vorgeschmack auf das, was auf Alba jetzt zukommen wird. Sowohl die Atmosphäre in der mit mehr als 12000 Zuschauern sehr gut besuchten O2 World als auch die Intensität auf dem Parkett hatten Play-off-Niveau.
Und es zeigte sich: Die Berliner sind für die entscheidende Saisonphase gut gerüstet. Natürlich ist noch Luft nach oben. "Man wächst aber auch noch während des Play-off", sagte Geschäftsführer Marco Baldi. Zugute kommt Alba nun auch, dass alle Mann an Bord sind. Fast über die gesamte Saison hinweg fiel außer dem langzeitverletzten Center Patrick Femerling (ist inzwischen wieder im Mannschaftstraining) noch mindestens ein weiterer Spieler aus. Wie zuletzt Spielmacher Rashad Wright. Gegen Paderborn war er erstmals wieder dabei – und gegen Oldenburg überzeugte er. "Er stabilisiert das Team", lobte Baldi.
Weiterer positiver Faktor fürs Play-off: Alba verfügt über eine sehr gute Bank. Die vielen Wechselmöglichkeiten – von Pavicevic mal mehr, mal weniger genutzt – ermöglichen gerade in der Defensive eine hohe Intensität. Da ist es auch leichter zu verschmerzen, wenn es mal bei einem Leistungsträger gar nicht läuft, wie gegen Oldenburg bei Casey Jacobsen.
Anders sah es dagegen bei den Oldenburgern aus: Jason Gardner, ihr Bester, stand die kompletten 40 Minuten auf dem Feld, Rickey Paulding knapp 38 Minuten. Als die beiden müde wurden, hatten die Baskets keine Chance mehr.
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