Basketball-Bundesliga
Albas Neuer Djedovic bringt Trainer Obradovic ins Schwärmen
Alba Berlin frohlockt nach der Verpflichtung von Nihad Djedovic. Sein Coach beschreibt ihn fast hymnisch – auch der NBA-Verweis fehlt nicht.
Die Erwartungen an den Neuen von Alba Berlin sind schon mal hoch. Mal sehen, ob sie Nihad Djedovic auch erfüllen kann. Jedenfalls wird der Flügelspieler, dessen Verpflichtung das Berliner Basketballteam am Donnerstag bekannt gab, von Cheftrainer Sasa Obradovic schon fast hymnisch beschrieben. "Er gehört zu den großen Talenten in seinem Jahrgang in Europa und bringt NBA-Potenzial mit." Bei Alba hat der 22-jährige Bosnier einen Einjahresvertrag mit einer Option auf eine weitere Spielzeit unterschrieben.
Von Istanbul nach Berlin
Der bosnische Nationalspieler wechselt vom türkischen Klub Galatasaray Istanbul nach Berlin. In Istanbul bestritt er zwölf Spiele, kam im Schnitt auf 11,4 Punkte und 2,9 Rebounds. Es waren deshalb in der Türkei lediglich ein Dutzend Einsätze, weil er den größten Teil der Saison 2011/2012, bis März 2012, erst einmal bei Lottomatica Rom unter Vertrag stand (25 Spiele, 11,6 Punkte, 3,8 Rebounds). 2010/2011 spielte er ebenfalls in Rom. Sein Können dokumentiert sich auch in seinen Europaliga-Statistiken während dieser Spielzeit: 9,3 Punkte, 3,1 Rebounds. Bei der EM 2011 in Litauen erzielte der 1,96 Meter große Profi für das Team von Bosnien und Herzegowina 10,6 Punkte, schnappte sich 4,8 Rebounds. Als ganz kleiner Junge kam Djedovic Anfang der 1990er-Jahre als Kriegsflüchtling für gut sechs Jahre nach Deutschland, bevor er mit seiner Familie wieder in seine Heimat zurückkehrte.
Erst vier Deutsche unter Vertrag
"Er passt gut zu der Art und Weise, wie wir spielen wollen und ist zudem mit seiner Entwicklung noch nicht am Ende", sagt Albas Sportdirektor Mithat Demirel. "Wir suchen jetzt primär noch einen großen Spieler", erklärt Demirel. Eine Center-Position ist vakant, Torin Francis dürfte nicht mehr zurückkommen, er erfüllt nicht Obradovic' Kriterien von schnellem Spiel. Djedovic spielt auf ähnlichen Positionen wie Bryce Taylor. Diesem hatte Alba ein neues Angebot unterbreitet, das der US-Amerikaner aber erst einmal abgelehnt hat. "Die Tür ist noch nicht zu, wir spielen mit dem Gedanken, einen siebten Ausländer zu verpflichten", sagt Demirel. Dies mit Blick auf die Europaliga, in der nicht die Bundesliga-Quote (sechs Ausländer/sechs Deutsche in einem Zwölferkader) gilt. Zurzeit hat Alba erst vier Deutsche (Heiko Schaffartzik, Yassin Idbihi, Sven Schultze, Joey Ney) unter Vertrag. Der Trend geht dahin, mit Nachwuchskräften aufzufüllen.















