12.05.12

Basketball

Akute Play-off-Schwäche - Alba liegt 1:2 zurück

Das ist bitter - und könnte noch bitterer werden: Alba verliert gegen Würzburg. Noch eine Niederlage, und Alba fliegt raus.

Die Saison könnte für Alba früh und bitter enden. Die Berliner Basketball-Mannschaft verlor gegen Würzburg das dritte Spiel des Viertelfinales um die Deutsche Meisterschaft 84:91 (45:43) und liegt in der "Best of five"-Serie 1:2 zurück. Noch eine Niederlage und das Play-off geht ohne Alba weiter. Ein weiterer Würzburger Sieg und die Franken stehen im Halbfinale. Am Dienstag (19 Uhr) haben sie in eigener Halle den ersten Matchball.

"Warum? Ich weiß es wirklich nicht."

"Sie haben gespielt, um zu gewinnen, wir nicht", rätselte Bryce Taylor auf dem Gang in die Kabine nach den Gründen für die Niederlage. "Wir haben ein Team, das im Schnitt so um die 60 Punkte macht, in unserer Halle über 90 Punkte machen lassen. Warum? Ich weiß es wirklich nicht."

Die Gastgeber wirkten verkrampft. Nach dem Dreier von DaShaun Wood zum 3:2 fiel der Ball vorläufig nicht mehr oft in den Korb der Gäste. Torin Francis verfehlte aus der Nahdistanz genauso wie Kyle Weaver und Bryce Taylor aus etwas größerer Entfernung. Die Würzburger spielten als Aufsteiger, der das Play-off erreicht hat, befreiter auf. Mal suchten sie Kraftpaket Jason Boone unter dem Korb, mal traf einer wie John Little von außen. Nach sechs Minuten lag Alba 5:14 zurück.

In der Folge hielt Derrick Allen, der während dieser Durststrecke für Marko Simonovic von der Bank kam, Alba mit sechs Punkten in Folge im Spiel. Erschwerend kam hinzu, dass das Schiedsrichter-Trio in den ersten acht Minuten auf acht Berliner Fouls erkannt hatte und auf nur zwei der bekanntlich rustikalen Gäste. So konnten die Würzburger ihre Führung vorerst von der Freiwurflinie aus verteidigen. Erst gegen Ende des ersten Viertels wurde das Spiel der Berliner lebendiger. Nach zwei Dreiern von Heiko Schaffartzik und Wood und zwei Punkten des überragenden Allen zum 21:22 (11.) war die erste Krise überwunden.

Einsatz bis an die Grenzen des Erlaubten

Als Randnotiz sei bemerkt, dass im zweiten Viertel die Würzburger angeblich die ersten fünf Fouls begingen und Alba keines. Wie auch immer. Die Berliner nutzten die Chance, sich mit ihren ersten Freiwürfen in dieser Partie heranzuarbeiten. Erst traf Allen zwei, dann Bryce Taylor vier, 29:29 (14.), alles war wieder völlig offen. Nach einem Technischen Foul gegen Alba-Coach Gordon Herbert wegen Reklamierens lag sein Team erneut mit 29:35 zurück. Diesmal aber blieben die Berliner durch Yassin Idbihi, der mit den Würzburgern erneut besser zurechtkam als sein Center-Kollege Torin Francis, gleich in Schlagdistanz. Idbihi traf zum 39:39, Taylor legte aus der Distanz nach – 42:39 (18.). Mit einem 45:43 ging es in die Pause.

Im zweiten Durchgang sahen die 10.044 Zuschauer vorerst ein enges Spiel. Voller Einsatz bis an die Grenzen des Erlaubten auf beiden Seiten, aber auch jetzt wirkten die Gäste ein Stück entschlossener. Und variabler. Für Alba waren es Idbihi, Allen und Wood, die für Punkte sorgten. Bei den Gästen taten sich erst Alex King hervor, dann Little und Ben Jacobson. Richtig weh tat der Wurf Ivan Elliotts, der mit der Schlusssirene des dritten Viertels aus gut acht Metern zum 60:67 traf.

Der Rückstand war zu groß für Alba

Dieser Rückstand, im Basketball schon unzählige Male in kürzester Zeit aufgeholt, erwies sich an diesem Nachmittag als zu groß für Alba. Unter dem Druck, etwas zustande bringen zu müssen, spielte die Mannschaft oft überhastet und alles andere als souverän. Wenig hilfreich war zudem, dass die Berliner weiter zweite Chancen der Gäste zuließen und das Reboundduell mit 26:39 haushoch verloren.

Beim 66:77 drei Minuten später glaubten wohl nur noch wenige in der O2 World an die Wende, so sehr sie auch gelungene Aktionen ihres Teams beklatschten. Beim 69:79 knapp zwei Minuten vor Schluss war die Niederlage besiegelt. Es war nach dem 78:86 gegen Bonn und dem Aus im Pokalviertelfinale gegen Braunschweig (89:95 n.V.) die dritte Heimniederlage gegen ein deutsches Team.

Eine zur Unzeit, aber eine verdiente, musste Gordon Herbert eingestehen. "Würzburg war im Angriff und der Verteidigung klar besser", sagte Albas Coach. "Wir konnten mit der Intensität der Würzburger nicht mithalten." Er und auch Derrick Allen, der hinter Wood (20) mit 19 Punkten bester Werfer war, wissen: Sie stehen jetzt mit dem Rücken zur Wand. "Uns bleibt nichts mehr, als am Dienstag zu gewinnen", sagt Allen, das sollten wir für unsere Fans tun. Sie haben sich ein fünftes Spiel verdient."

Quelle: Theo Breiding
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