Basketball
Alba Berlin ist auf dem Weg zu internationaler Größe
Selbst, wenn die Basketballer von Alba Berlin in der Europaliga sich heute nach fünf Niederlagen aus dem Wettbewerb verabschieden, so haben die Profis doch von ihrer Rückkehr auf das europäische Parkett profitiert. Die Berliner konnten für sich eine Reihe von Erfolgen verbuchen.
Von Sebastian Arlt
Motivationsprobleme? Für Steffen Hamann, den Spielmacher von Alba Berlin, sind solche Gedanken kein Thema. "Wir wollen schließlich zeigen, dass wir zu Unrecht bisher alle fünf Spiele verloren haben", sagt der 27-Jährige mit Blick auf die letzte Partie des Berliner Basketballteams in den Top 16 der Europaliga am Donnerstagabend bei Real Madrid (20.15 Uhr, live auf Eurosport und sportdigital.tv).
Während Real unbedingt gewinnen muss, um sich die Chance zu erhalten, als Gruppenerster ins Viertelfinale einzuziehen (Modus best of five), geht es für die Berliner nur noch darum, sich nach fünf Niederlagen in fünf Top-16-Begegnungen ehrenhaft aus der Europaliga zu verabschieden.
Schon vor dem abschließenden Spiel lässt sich so eine Bilanz des Auftritts des Deutschen Meisters in der europäischen Eliteklasse ziehen. Die Morgenpost beleuchtet die wichtigsten Punkte.
Sportlich hat Alba das gesetzte Ziel erreicht, in die Runde der besten 16 Mannschaften einzuziehen. Allein aus diesem Grund ist die erste Europaliga-Saison nach vier Spielzeiten im zweitklassigen Uleb-Cup als Erfolg zu verbuchen. Vor allem die Heimsiege in der ersten Gruppenphase gegen Virtus Rom, Fenerbahce Istanbul und Joventut Badalona sowie als Höhepunkt der Erfolg in Badalona zeigten, dass sich die Berliner mit vielen Teams der Europaliga mindestens auf Augenhöhe befinden.
Aber zu Topteams wie Tau Vitoria und im Top 16 FC Barcelona, Real oder Maccabi Tel Aviv fehlt den Berlinern noch ein großes Stück. Auch wenn jeweils eine starke Halbzeit in Barcelona und daheim gegen Real mit zeitweiliger 17-Punkte-Führung bewiesen, wozu das Team fähig ist. Um ganz top zu sein, braucht es allerdings 40 Minuten lang vollste Konzentration und absolute Konstanz. Da zeigten sich noch deutliche Defizite. Es war "ein erster Schritt, uns wieder im europäischen Basketball zu etablieren", wie es Cheftrainer Luka Pavicevic ausdrückt. Ein guter Schritt.
Sein Image in Europa hat der Klub gerade durch den Einzug in die Top 16 noch einmal verbessert. Schon seit vielen Jahren gilt Alba Berlin, Euroleague-Viertelfinalist von 1998, in Europa unter den Aspekten Organisation und Marketing (von der Uleb wurde Alba dafür vor der Saison sogar mit einem Preis ausgezeichnet) als eine sehr gute Adresse. Jetzt konnte der Verein den Ruf auch wieder einmal durch sportliche Taten mehren. Zusätzlich sorgte der Umzug in die 14 800 Zuschauern Platz bietende O2 World für Aufsehen. Uleb-Geschäftsführer Jordi Bartomeu schreibt Alba sogar "eine Vorreiterrolle in Europa" zu.
Zusatzeinnahme durch Zuschauerboom
Bei den Zuschauern ist Alba bereits Spitze: Mit im Durchschnitt 11 264 Besuchern pro Spiel führen die Berliner das Zuschauerranking in der Europaliga an. Hinter Alba rangiert Maccabi Tel Aviv (Schnitt 11 000) auf dem zweiten Rang. Im Vergleich: In der vergangenen Spielzeit im Uleb-Cup kamen im Schnitt nur 5479 Besucher in die Schmeling-Halle. "Sensationell" nennt Alba-Geschäftsführer Marco Baldi den Zuschauerzuspruch in der neuen Arena.
Da der Klub nur mit einem Schnitt von 9500 Zuschauern kalkuliert hatte, bleibt ein Plus "im niedrigen sechsstelligen Bereich", so Baldi. Man werde den Überschuss aber wohl nicht gleich für die nächste Saison reinvestieren. Das Geld will man sich in der Hinterhand behalten, da die schwierige Finanzlage die Zukunftsplanung nicht gerade erleichtere.
Große Reichweiten im Fernsehen
Erfreulich hat sich auch die Fernsehsituation für den Deutschen Meister entwickelt. Wurden die Europaligaspiele zuerst nur über sportdigital.tv übertragen, sendet inzwischen Eurosport die Partien des Top 16 ebenfalls live und kann damit ein deutlich größeres Publikum mit Basketball der Spitzenklasse versorgen. Ein weiteres Plus: Viele Berichte über Alba Berlins Auftritte in Europa beispielsweise im Morgenmagazin der öffentlich-rechtlichen Sender, im rbb oder bei weiteren frei empfangbaren TV-Stationen sorgen zudem für eine sehr große Reichweite, was wiederum für Sponsoren ein wichtiges Argument ist.
Nur Meisterschaft sichert Europaliga
Da es Albas Ziel ist, sich in der Europaliga zu etablieren und Stück für Stück an die Topteams heranzurücken, ist eine Teilnahme dort auch in der kommenden Saison Pflicht. Alles andere wäre ein herber Rückschlag. Sicher dabei ist der Klub allerdings nur, wenn er erneut Deutscher Meister wird. Sollte Alba scheitern, besteht die vage Chance, über eine Qualifikationsrunde noch den Sprung in die Europaliga zu schaffen. Nach jetzigem Stand wird die Uleb dazu acht Teams einladen, von denen sich dann zwei qualifizieren. Diesen Umweg sollte Alba aber nach Möglichkeit vermeiden.
Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
- Basketball-Europaliga: Athen zittert sich zum Triumph
- Basketball-Europaliga: Alba verliert zum Abschluss in letzter Sekunde
- Basketball-Europaliga: Alba verliert gegen Maccabi Tel Aviv
- Basketball: Wie Alba Berlin das Formtief bewältigen will
- Basketball: Alba Berlin unterliegt erneut in der Europaliga
- Basketball: Trainer Pavicevic sieht große Rolle für Alba in Europa
-
20:49Festnahme: Toter in Friedrichshainer Bar: Verdächtiger gefass...
-
20:11Piraten-Chef: Wie der "Bundesbernd" Piraten-Amt und Job stemmt
-
19:17Karneval: Kreuzberger Käuze, Kinder und eine lange Karawane
- 1. Relegationsspiel Hertha BSC und der Abstieg ohne Gnade
- 2. Live-Ticker Hertha BSC will über Einspruch beraten
- 3. Relegationsspiel Hertha BSC gibt sich offenbar geschlagen
- 4. Stromerzeugung Solaranlagen liefern so viel Strom wie fast 20 Atommeiler
- 5. Rocker-Kriminalität Hells Angels betrieben eigenen Folterkeller












