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26.08.10

Renovierung

Wie ein neuer Anstrich Räume optisch verändern kann

Statt weißer Wände: Angesagte Farbtöne und Streichtechniken.

© picture-alliance / Denkou Images/Denkou Images
Farben können die Wohlfühlatmosphäre eines Raums stark beeinflussen.
Farben können die Wohlfühlatmosphäre eines Raums stark beeinflussen.

Farbe ist Geschmacksache. Bei der Kleidung fragt man sich: Steht mir das? Und stellt man nach dem Kauf fest, dass die Farbe nicht zum Typ passt, trägt man das Stück selten oder tauscht es um. Aber bei Wohnräumen? Egal, ob man einen Maler beauftragt oder selbst den Pinsel schwingt, die Arbeit und die Umstände sind mühevoll und das Ergebnis soll auf längere Sicht zufriedenstellen.

Dabei geht es nicht nur um einen frisch gestrichenen Raum, sondern auch darum, dass das Zimmer wirken soll. Ziel ist eine farbliche Veränderung, die gleichzeitig mit dem Stil der Wohnung, der Möblierung, dem Fußboden und der Fensterdekoration harmonieren soll.

Die Wirkung der Farben ist nicht zu unterschätzen. So wirkt Rot zum Beispiel mitreißend und stimulierend. Die kräftigen Pigmente lassen einen Raum aber auch kleiner erscheinen. Hell und strahlend ist dagegen Gelb, eine Farbe, die die Stimmung hebt und den Raum zum Leuchten bringt. Als eine wesentliche Farbe der Natur wirkt Grün beruhigend und zuverlässig. Fachleute setzen diese Farbe wegen ihrer Wirkung auch gerne in Konferenzräumen ein. Das im Farbkreis zwischen Violett und Grün angesiedelte Blau eignet sich in dunkler Tönung gut für ein Schlafzimmer. Die Farbe steht für Heiterkeit, Ruhe und Frieden.

Nicht zu unterschätzen ist auch die Rolle der Farbintensität. Sieht beispielsweise ein Farbton auf einer kleinen Musterkarte gar nicht so dunkel aus, kann eine ganze Wand mit dem Farbton den Raum ungewollt dominieren. Aus diesem Grund verkaufen manche Fachhändler kleine Probedosen, die für einen Anstrich von etwa einem Quadratmeter ausreichen.

<p>Die Farbauswahl sollte auch im Zusammenhang mit der Nutzung des Raumes sowie der Anzahl der Fenster und Türen getroffen werden. Auch ist der Einsatz von elektrischem Licht zu bedenken. Da zum Beispiel innen liegende Räume wie Flure und Bäder oft nur künstlich beleuchtet werden, kann hier durchaus eine dunkle Farbe gewählt werden. Denn gezielte Beleuchtung mit Strahlern oder Downlights kann in so einem Umfeld ein Bild oder ein Objekt optisch hervorheben und gleichzeitig dem Raum einen Schwerpunkt geben.</p>

"Die Wirkung eines Raumes kann man durch die Wahl einer Farbe optisch beeinflussen", bestätigt Malermeister Stefan Meyer aus Bahrenfeld. Beliebt sei auch, so der Fachmann, einen Raum zweifarbig streichen zu lassen. Dabei ist zu beachten, dass gegenüberliegende Wände in einem dunklen Farbton den Raum schlauchartig erscheinen lassen. Ebenso würde eine dunklere Wand einen Raum verkürzen. Helle Decken hingegen lassen bei dunklen Wänden den Raum höher erscheinen.

Sehr beliebt ist in der Altbausanierung auch die zweifarbige Aufteilung einer Fläche. Wo früher zum Beispiel Fliesen oder ein Wandpaneel waren, lassen sich manche Kunden eine Tapete kleben. Der obere Wandabschnitt wird dann mit einem passenden Uni-Farbton aus der Tapete gestrichen. Für den Übergang zwischen beiden Flächen empfehlen Fachleute eine Bordürentapete, die fünf bis 25 Zentimeter breit sein kann und beide Flächen optisch verbindet. Eine Alternative sind Holzleisten, die lackiert werden können.

Derzeit sind Erdfarben in allen Nuancen beliebt. "Die Braun- und Beigetöne werden gerne mit Grüntönen, teilweise auch mit Mint-Schattierungen und Türkis kombiniert. Ebenso passen zu den Erdfarben auch gut Gelb- und Orangetöne", sagt Heinz-Jürgen Braun vom Farbenhaus Metzler in Sasel. Viele Kunden bevorzugen derzeit auch Pastellfarben, sagt er. Soll doch mal eine Wand intensiv farbig sein, so ist in jedem Fall ein hoher Pigmentanteil wichtig. Er sorgt für Brillanz und Leuchtkraft der Farbe.

Durch besondere Techniken lassen sich interessante Effekte erreichen. Wandflächen können zum Beispiel funkeln, da manche Hersteller bereits Farben mit Metalloptik anbieten. Aufwendig, aber individuell ist die Schablonentechnik, um Muster oder Farbbordüren aufzubringen. Die nötigen Schablonen können selbst entworfen werden.

Wer selbst streichen möchte, sollte sich in jedem Fall im Fachhandel gut beraten lassen. Denn mancher Cent, der mit günstigen Farben eingespart werden kann, ist teuer bezahlt, wenn das Ergebnis später nicht überzeugt.

Quelle: Hamburger Abendblatt

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