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26.08.10

Dachsanierung

Wenn der Dachhai zweimal klingelt

Bei vermeintlichen Schnäppchenangeboten an der Haustür ist Vorsicht geboten: Zahlreiche Hausbesitzer sind ihnen schon auf den Leim gegangen und ihre Tricks sind teilweise recht ausgefeilt: So genannte Dachhaie haben schon in vielen arglosen Laien ihre Opfer gefunden.

Betrüger haben viele Tricks auf Lager
Betrüger haben viele Tricks auf Lager

Dachhaie - das sind Betrüger, die sich als Dachdecker ausgeben, aber in Wirklichkeit nur schnelles Geld machen wollen. Die Dachdecker-Innungen warnen daher vor diesen Geschäftemachern und haben eine ganze Reihe von Tipps zusammengestellt, wie man die Abzocker erkennen kann. Oftmals kommen sie zu zweit einfach an die Haustür und bieten ein angebliches Saisonangebot zu besonders günstigen Konditionen an. Sie behaupten dabei, schon einen Auftrag in der Nähe zu haben, weswegen sie einen niedrigen Preis bieten könnten. Doch tatsächlich sind die Kosten meist höher als auf dem Markt üblich. Bei einer anderen Variante kommen sie und behaupten, am Dach seien Schäden zu erkennen. Sie überreden die Hausbesitzer dann, einen vermeintlichen Tiefpreisvertrag für etwa 150 bis 200 Euro zu unterschreiben. Kurz darauf geben die selbst ernannten Handwerker vor, das Dach zu prüfen. Nicht selten präsentieren sie danach dann Scherben von Ziegeln oder morsches Holz, das sie angeblich bei ihrer Inspektion gefunden hätten. Ein weiterer Trick von ihnen ist, einfach einige Ziegel zu lockern oder sogar Mörtel am First herauszubrechen.

Viele merken dabei nicht, dass die Dachhaie diese angeblichen Beweise schon vorher selbst mitgebracht hatten oder erst schaffen. So lassen sich manche Eigenheimbewohner erschrecken und dann eine scheinbar fällige Komplett-Reparatur andrehen: Etliche der Betrüger ziehen jetzt einen vorbereiteten Pauschalvertrag aus der Tasche und beginnen dann meist schnell mit ihrer Arbeit. Sie richten eine Baustelle ein, stellen ein Gerüst auf – und der Schaden für den Auftraggeber nimmt seinen Lauf. Das scheinbar zügige Anpacken des Problems dient nur dazu, das gesetzlich garantierte zweiwöchige Rücktrittsrecht bei Haustürgeschäften zu umgehen. Wieder andere zeigen Hausbesitzern Fotos, auf denen kleinere Mängel am Dach zu erkennen sind. Falls dieser sich nun weigern sollte, schnell einen Vertrag mit dem falschen Dachdecker zu schließen, droht der dann damit, die Gebäudeversicherung zu informieren. Diese würde dann den nächsten Unwetterschaden nicht ersetzen.

Bei einer ebenfalls ausgefeilten Variante rufen Call-Center gezielt bei älteren Hausbesitzern an, um ihnen telefonisch Angebote zu unterbreiten. Darauf sollte sich niemand einlassen. Auch auf manchen Verbrauchermessen sind fragwürdige Anbieter zu finden. Die einen wollen spezielle Dachbeschichtungen verkaufen, die anderen werben für Hochdruck-Reinigungen. Von beidem rät die Dachdecker-Innung ab. Denn eine nachträglich angebrachte Schicht schadet dem Dach schon nach wenigen Jahren, wenn sie wieder abblättert, weil Feuchtigkeit darunter dringt. Ein Neudecken ist letztlich oft kaum teurer. Das Befreien eines Dachs von Flechten, Algen oder Vogelkot mit Hochdruckmaschinen ist ebenfalls überflüssig: Der Dreck schadet dem Dach weniger als wenn beim Reinigen Wasser an Stellen dringt, die trocken bleiben sollten. Wer sich am Ende aber nicht sicher ist, ob bei ihm gerade unvermittelt ein mutmaßlicher Dachhai an der Tür auftaucht, sollte bei der Innung nachfragen und sich beraten lassen. Dort sind unseriöse Handwerker meist bekannt.

Quelle: Hamburger Abendblatt

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