Abonnenten-Login Serviceangebote der Berliner Morgenpost Specials der Berliner Morgenpost

Anzeige

26.08.10

Fenster: Häufig sind sie eine Schwachstelle in der Gebäudehülle

Austausch bei Altbauten ein Muss

Die Energieeinsparverordnung macht Sanierungen unumgänglich. Kunststoff und neue Techniken ermöglichen preiswerte Modernisierungsmaßnahmen.

© dpa
fassade

Fenster sind die Augen des Hauses. Ihre herausragende Funktion als Fassadengestalter fällt immer dann ins Auge, wenn sie diese nicht erfüllen. Wurden die Fenster falsch ausgewählt, gerät das Gebäude sozusagen in "Unordnung": Durch ein großes Fenster hat man zwar einen optimalen Blick in den Garten - das Erscheinungsbild des Hauses wird aber möglicherweise wegen dieser Großzügigkeit leiden. Solche Missgriffe findet man selten bei Neubauten, dagegen häufiger bei modernisierten Altbauten, die ihre Verjüngungskur vor drei oder vier Jahrzehnten erlebt haben.

Fenstersanierungen bei Altbauten sind angesichts der neuen Energieeinsparverordnung bei älteren Gebäuden unumgänglich. Schließlich bilden sie eine energetische Schwachstelle in der Gebäudehülle, durch die viel Wärmeenergie entweichen kann. Steht eine Wärmedämmung bevor, bei der auch die Fenster ausgewechselt werden müssen, kann der Bauherr den ursprünglichen Zustand durch moderne, historisierende Fenster wieder herstellen. "Auch mit Kunststoff kann man Sprossenfenster herstellen, die in alte Jugendstilgebäude passen", sagt Thomas Lauritzen, Pressesprecher des Fensterherstellers Schüco (www.schueco.de). 60 Prozent aller Fenster im Wohnbereich seien aus Kunststoff oder Kunststoff-Metall-Kombinationen hergestellt. Damit ließen sich die energetischen Vorschriften am kostengünstigsten erfüllen. Wenn bei einer Altbausanierung nicht wegen des Denkmalschutzes Holzrahmen vorgeschrieben seien, sei Kunststoff auch hier ein optimaler Werkstoff.

Anders als zu Großvaters Zeiten, als viele kleine Glasscheiben in einem Sprossenfensterrahmen verkittet wurden, werden die Sprossen heutzutage auf eine große Scheibe aufgeklebt. "Die Wärmedämmung ist in der Mitte der Scheibe am besten", sagt Rainer Schmid, Marketingleiter bei dem Glashersteller Interpane (www.interpane.net). Viele kleine Scheiben seien ineffektiv. Da moderne Fenster aber aus Zwei- beziehungsweise Dreifachverglasung bestehen, sind aufgeklebte Sprossen sofort als solche erkennbar. "Es sei denn, man entscheidet sich für Wiener Sprossen", erklärt Schmid. Bei diesen wird auch in den Hohlräumen der Scheiben ein Sprossengitter eingebaut. Sie erwecken zusammen mit den auf der Innen- und Außenseite angebrachten Sprossen ein stimmiges Bild.

Fensterrahmen, Beschläge und Scheibe bilden eine komplette Einheit, die bestimmte Anforderungen erfüllen muss. "Im Erdgeschoss wird man, anders als im Obergeschoss, einen größeren Wert auf Einbruchsicherheit legen. Auf der Straßenseite sind die Anforderungen an den Schallschutz größer", sagt Thomas Lauritzen. Auch in Sachen Wärmedämmung müssen Scheiben und Rahmen aufeinander abgestimmt sein. "Glas selbst dämmt nicht", erklärt Rainer Schmid. "Erst durch die hochkomplexe Beschichtung der Scheibe werden heutzutage Dämmwerte erreicht, an die man vor einigen Jahren noch nicht gedacht hat." Der Effekt wird durch eine Edelgasfüllung in den Hohlräumen zwischen den Scheiben verstärkt. "Noch erfüllen Zweifachverglasungen die Anforderungen der Energieeinsparverordnung", sagt Schüco-Sprecher Lauritzen. Ab 2012 würde aber die Dreifachverglasung zum Standard werden. Rainer Schmid rät Bauherren deshalb, sich schon heute für eine Dreifachverglasung zu entscheiden. Die aber ist, betont Lauritzen, mit einem Gewichtszuwachs verbunden, was neue Anforderungen an den Rahmen und die Beschläge stellt.

Besondere Anforderungen werden auch an Dachfenster gestellt. Das liegt daran, dass diese nicht nur leichter verschmutzen, sondern auch schwieriger zu reinigen sind. Der Hamburger Dachfenster-Spezialist Velux (www.velux.de) bietet deshalb Fenster an, bei denen eine hauchdünne Beschichtung auf der Außenseite einen "natürlichen Reinigungseffekt" bietet. Putzen muss man die Fenster dennoch, wenngleich, so Velux-Sprecher Endler, seltener und mit weniger Kraftaufwand. Organische Verschmutzungen, beispielsweise durch Laub, werden durch UV-Strahlung zersetzt und gelöst. "Den Rest erledigt das Regenwasser", so Endler. Es würden keine getrockneten Wassertropfen auf der Scheibe zurückbleiben.

Wer sich vor allzu starkem Sonnenlicht oder den Blicken von Nachbarn schützen will, kann das durch eine Folie tun. Schutzfolien gibt es in vielen Varianten. So lassen sich mit den selbst haftenden Folien des Schweizer Herstellers "Creation Baumann" nicht nur Einblicke verhindern, sondern gleichzeitig im Wohnbereich neue farbliche Akzente setzen.

Quelle: Hamburger Abendblatt

Anzeige