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24.01.13

Die Ausbildungen sind vielfältig

In der Wachstumsbranche Fitness arbeiten Trainer, Ernährungsberater und Fachleute für Gesundheit.

Von Louise Brown
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Als Trendsport ist Zumba längst passé. Zu den neuen Fitness8trends gehört das Body Combat, das Kampfsport-Techniken mit Aerobic-Elementen kombiniert. Die Fitnessbranche ist eben immer in Bewegung – auch bei den Berufen. "Die Berufsmöglichkeiten in der Fitnessbranche sind deutlich vielschichtiger geworden", sagt Sonja Seidenstücker von der Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement/BSA-Akademie, einem der größten Privatanbieter von Aus- und Weiterbildung im Sportbereich in Deutschland. "Von Ernährungsexperten in Schulen bis hin zu Beratern im Bereich betriebliches Gesundheitsmanagement reicht heute das Spektrum der Berufe in der Wachstumsbranche Fitness."

Jeder Zehnte trainiert

Laut Fitnessverband DSSV trainierten Ende 2011 rund 7,6 Mio. Menschen in einer der etwa 7300 Anlagen in Deutschland. Das sind bereits 9,3 Prozent aller Deutschen, die im Jahr 2011 in den Clubs rund vier Milliarden Euro in Körper und Geist investiert haben. Vorbei aber sind die Zeiten, als es bei Fitness um reines Krafttraining ging – und die Mitarbeiter eines Sportstudios wie aus einem Katalog für Aerobic-Kleidung entsprungen aussahen. "Man muss heute kein Leistungssportler sein, um in der Branche zu arbeiten. Natürlich sollte man eine gewisse Sportlichkeit haben, aber wichtiger ist die Bereitschaft, sich weiterzubilden und ein Gespür für Menschen zu haben", so Seidenstücker, die Interessenten bei der Ausbildungswahl berät. Man müsse seine Kunden einfach begeistern können.

Mehr Weiterbildungen

Fest steht, dass sich das Berufsfeld stark professionalisiert hat: So gibt es heute zahlreiche staatlich geprüfte und zugelassene Weiterbildungen, mit denen man sich auch nebenberuflich für den Fitnessbereich qualifizieren kann. Mittlerweile ist es möglich, öffentlich-rechtliche Fortbildungsprüfungen vor der Industrie- und Handelskammer (IHK) abzulegen, die mit Meisterprüfungen im Handwerk vergleichbar sind. Hinzu kommen neue Bachelor- und Master-Studiengänge, die speziell auf den Gesundheitsmarkt zugeschnitten sind.

Gerade für Quereinsteiger ist die Branche gut geeignet. Wer sein Hobby zum Beruf machen möchte, sollte sich aber klar sein, dass sich nicht jeder Beruf allein um Sport dreht: Die Ausbildung zum Sport- und Fitnesskauffrau/man der IHK Berlin ist eine kaufmännische Ausbildung mit einem hohen Sportanteil, beinhaltet aber keine Trainerausbildung. Generell ist für Neueinsteiger die Absolvierung von Grundlagenseminaren zu empfehlen, in denen Basiswissen über Sportmedizin, Ernährungs- und Bewegungslehre angeboten werden, etwa im Rahmen einer Ausbildung zum Fitnesstrainer B-Lizenz beim Deutschen Fitness- und Aerobicverband (DFAV), der auch in Berlin Kurse anbietet. Wer erste Grundkenntnisse erworben hat, kann sich in einer Reihe von weiterführenden Kursen spezialisieren, ob zum Athletiktrainer oder zum "Fachwirt für Prävention und Gesundheitsförderung IHK".

Zahlreiche Anbieter tummeln sich auf dem Trend-Markt Fitness. Welcher ist geeignet? Ganz wichtig ist die Frage der Zertifizierung, denn der Beruf des Fitnesstrainers ist kein geschützter Begriff, so Birgit Schwarze, Präsidentin des Verbandes DSSV. "Eine gute Qualifikation ist eine wesentliche Voraussetzung für den beruflichen Erfolg."

Prävention und Gesundheit

Bei allen Anbietern setzen sich die Kurse aus Fernunterricht und Präsenzseminaren zusammen. Wer sich bei der Wahl eines Sportberufes über den umfassenden Theorieteil wundert: Immer wichtiger wird das Thema Fachwissen – wer im Präventionsbereich etwa mit Senioren arbeitet, sollte wissen, was bei einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu beachten ist. Durch einen hohen Praxisanteil zeichnen sich beispielsweise die beiden Bachelor-Studiengänge Sportmanagement und Sporttherapie und Prävention an der Universität Potsdam.

Laut Hennig Ohlert von der Humanwissenschaftlichen Fakultät verzeichne die Universität hohe Vermittlungsquoten bei den Absolventen, die heute etwa im Eventmanagement bei großen Sportartikelherstellern und als Personal Trainer für Prominente arbeiten.

Längst beschränkt sich der Arbeitsmarkt nicht mehr nur auf Fitnessstudios. "Gute Berufsaussichten bieten auch die Tourismus- und Wellnessbranchen", so Christine Ivanusic vom IST-Studieninstitut. Zahlreiche Hotels bieten ihren Gästen inzwischen ein breites Sportangebot.

Hinzu kommen die Betriebssportabteilungen großer Firmen, die derzeit ausgebaut werden, wobei es hier weniger um Betriebssport im herkömmlichen Sinne, als um Themen wie Stressabbau geht. Immer wichtiger wird der Bereich Sportmanagement. Auch hier werden die Ausbildungsangebote immer spezialisierter: So bietet das IST-Institut die Weiterbildung zum "New Media Management Sport" an.

Zielgruppe Senioren

Gute Berufschancen haben laut Experten die, die sich auf die Kundengruppe mobile ältere Menschen einstellen. "Ältere Menschen werden immer fitter, wollen aber gerne mit jüngeren Menschen zusammen trainieren", so Birgit Schwarze vom Fitnessverband DSSV.

Wenn die heutigen Ausbildungsangebote etwas reflektieren, dann das Potenzial des Geschäftes mit Körper und Geist: Während in einigen europäischen Ländern wie beispielsweise in den Niederlanden der Prozentsatz an Sportstudio-Besuchern zweistellig ist, ist er in Deutschland noch einstellig. Und das trotz der Ausbreitung von Billigstudios wie "McFit", durch die Fitness längst nicht mehr nur etwas für Wohlhabende ist. In Zeiten knapper Kassen teilen sich immer mehr Freunde und Kollegen eben das Personal Training.

© Berliner Morgenpost 2014 - Alle Rechte vorbehalten

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