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21.01.13

Reporter, Moderator, Kommentator: Von einer Karriere in der Medienbranche träumen viele

Ina Kast hat für ihren Berufswunsch Journalistin viel getan: In der elften Klasse hat sie das erste von insgesamt acht Praktika gemacht. Sie war Chefredakteurin der Abi-Zeitung, dann kam der Bachelor in Medienwissenschaft und nun der Abschluss als Master of Journalism: Eine Festanstellung wird der 26-Jährigen dennoch nicht auf dem Silbertablett serviert.

Von Marike Stucke
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"Die Konkurrenz ist enorm groß und Jobs sind oft unterbezahlt", sagt Kast.

Wie Ina Kast geht es vielen Berufseinsteigern, die in den Journalismus wollen. Sie kommen über die unterschiedlichsten Ausbildungswege: vom klassischen Volontariat in der Redaktion, über die Journalistenschule bis zum medienwissenschaftlichen Studium.

Oft zählen sie dabei schon zu den Auserwählten: Die Henri-Nannen-Journalistenschule bekam im Jahr 2011 etwa 2050 Bewerbungen. Aufgenommen wurden aber nur 20 Schüler. An der Deutschen Journalistenschule bewarben sich im gleichen Jahr 2100 Personen. Genommen wurden 45. Der Numerus clausus für den Studiengang Journalistik an der TU Dortmund lag im Wintersemester 2012 bei 1,6. Und an so manche Volontariatsstelle ist ein anspruchsvolles Auswahlverfahren mit kniffligem Wissenstest geknüpft.

Dennoch sind Jobs in der Branche spärlich gesät. Wer sich nach seiner Ausbildung gegen Mitbewerber durchsetzen will, sollte sich spezialisieren. Ina Kast zum Beispiel war schon früh extrem sportbegeistert. "Ich habe als Kind jeden Samstag mit meinem Vater die Sportschau geguckt und fand die Sportjournalistin Monica Lierhaus inspirierend", erzählt Kast. Also sammelte sie praktische Erfahrung in mehreren Sportredaktionen.

Sie empfiehlt angehenden Journalisten, sich für ein Fachstudium zu entscheiden. "Ich würde zuallererst ein Studium machen, für das ich wirklich eine Leidenschaft hege", rät Kast.

Auch Karriere-Coach Svenja Hofert befürwortet die Spezialisierung. "Die Reise geht weg vom Allrounder, der alles können muss. Wenn man sich in einem Thema auskennt, hat man irgendwann auch seine festen Ansprechpartner für Recherchen und muss sich nicht jedes Mal ganz neu einarbeiten", sagt Hofert. Gerade für Selbstständige lohne sich der Aufwand finanziell sonst oft nicht mehr. Tatsächlich sind viele Journalisten selbstständig: Die Arbeitsagentur zählte 2011 rund 160.000 Journalisten und Publizisten in Deutschland, wobei auch Schriftsteller und Öffentlichkeitsarbeiter mitgezählt werden. Von ihnen sind 68.000 selbstständig. Wer in einem festen Arbeitsverhältnis steht, kann laut Statistischem Bundesamt mit einem monatlichen Verdienst von durchschnittlich 4600 Euro brutto rechnen.

Selbstständige hingegen können laut Deutschem Journalismusverband vom Journalismus allein nur selten überleben. Zusätzliche Aufträge in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit müssten das durchschnittlich eher niedrige Einkommen der sogenannten Freien aufbessern. Die Künstlersozialkasse, bei der hauptberuflich selbstständige Journalisten pflichtversichert sind, meldete für das Jahr 2011 ein durchschnittliches Jahreseinkommen der Publizisten von bescheidenen 17.563 Euro.

Die Berufseinsteigerin Ina Kast weiß, dass sie vom Journalismus nicht reich wird. "Auch wenn man in diesem Beruf keine großen Sprünge macht, ist mein Ziel, dass ich von meinem Gehalt gut leben kann", sagt sie. Wichtiger als das große Geld sei ihr, von ihrem Beruf erfüllt zu sein. Dass jemand für den Beruf des Journalismus brennt, möchte auch Thomas Hallet spüren. Er ist Leiter der Programmgruppe Wissenschaft beim WDR und wählt Autoren für die Fernsehsendungen seiner Abteilung aus. Neben der richtigen Haltung, den praktischen Erfahrungen und dem passenden Studium rät Ina Kast angehenden Journalisten, sich schon während ihrer Praktika ein Netzwerk aufzubauen. "In fast jeder Redaktion gibt es jemanden, zu dem man einen guten Draht hat", so die junge Journalistin. Man müsse hartnäckig sein und dürfe sich nicht unterkriegen lassen. "Wer Journalist werden will, sollte kein Pessimist sein", empfiehlt die 26-Jährige.

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