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22.01.12

Preußens König

Warum Friedrich II. Stress mit seinem Vater hatte

Ist der Alte Fritz nur noch ein Thema für Geschichtsfreaks? Von wegen. Der Preußenkönig hatte als Jugendlicher viel Stress mit seinem strengen Vater, war ein Rebell. Jugendreporter haben sich auf die Spuren des eigenwilligen Königs begeben. Und haben ein (nicht ganz echtes) Interview mit ihm geführt.

© dpa/DPA
Armeemuseum - Friedrich der Große
König mit schwieriger Kindheit: Friedrich II.

Wer kennt es nicht? Stress mit den Eltern, diverse Meinungsverschiedenheiten, abweichende Interessen. Friedrich ging es nicht anders, als er ein Jugendlicher war: Streng, autoritär und religiös sollte seine Erziehung sein. Er jedoch machte lieber Musik. Als wäre es nicht genug, reagierte Friedrich mit Frechheit und Trotz auf die Zornausbrüche des Vaters. Letztendlich beschloss er, zusammen mit seinem guten Freund Katte, von zuhause abzuhauen. Der Versuch misslang und am Ende wurde Friedrich mit Arrest bestraft. Für den Freund endete der Ausbruchsversuch noch tragischer. Die Rede ist nicht von einem gewöhnlichen Jugendlichen, sondern von dem Mann, der Jahre nach diesem Vorfall König von Preußen werden sollte: von Friedrich dem Großen. In einem nicht ganz echten Interview antwortet der Preußenkönig, dessen Geburtstag sich morgen zum 300. Mal jährt, offen auf unsere Fragen zu seiner Kindheit:

Robin, Adrian, Tim & Florian: Ging es Ihnen wirklich so schlecht bei Ihrem Vater?

Friedrich der Große: Ja, ich hatte es wahrlich nicht leicht in meiner Kindheit, mein Vater regierte mich wie sein eigenes Land. Sparsam und diszipliniert sollte ich sein. Doch ich liebte die Musik und die Philosophie. Er sah mich als Soldaten, doch ich war kein Soldat, ich war ein Kind. Am Ende hat er sogar meinen besten Freund enthaupten lassen und ich musste dabei zusehen. Können Sie sich das vorstellen?

Haben Sie die Erfahrungen während Ihrer Kindheit in Ihre Zeit als König mitgenommen? Wenn ja, wie haben die Erfahrungen Sie in Ihrer Denkweise beeinflusst?

Wie könnte solche Grausamkeit mich nicht beeinflusst haben? Mein Vater hätte mich wohl am liebsten den Spießrutenlauf machen lassen. Doch ich habe damals beschlossen, dass ich, sollte ich meinen Vater überleben und König werden, anders regieren werde als er. Unser Land baute auf Disziplin auf, ja, aber Disziplin vor Menschlichkeit zu stellen, ist ein Fehler. So verbot ich zum Beispiel die Folter. Außerdem ließ ich während meiner Regentschaft viele Schulen bauen.

Eine letzte Frage hätten wir noch, wir wollen die Zeit Ihrer Majestät ja nicht allzu sehr beanspruchen: Als ihr Vater dann gestorben ist und Sie 1740 König von Preußen wurden, haben Sie da Trauer empfunden? Oder innerlich aufgejubelt?

Nun, wie ist das, wenn jemand stirbt, den man sein ganzes Leben lang verachtet hat? Ich war froh, endlich frei zu sein. Mein Vater hat mich, als ich schon sechzehn war, vor den versammelten Fürsten geschlagen. Was für ein gutes Gefühl es war, als dieser ganze Schmerz hinter mir lag! Außerdem wurde ich König einer starken Nation, von Preußen. Doch muss ich meinem Vater auch dankbar sein: Er hat mir gezeigt, wie ich selbst auf gar keinen Fall sein wollte.

(Die Antworten Friedrichs des Großen sind in dieser Form nicht überliefert, basieren aber auf historischen Ereignissen und sind nach bestem Wissen und Gewissen formuliert).

Robin G., Adrian Z., Tim W., Florian P., Kl. 8a, Johann-Gottfried-Herder-Gymnasium, Lichtenberg

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