Straßenverkehr
Fahrradfahrer leben gefährlich
Zum ersten Mal seit 20 Jahren ist die Zahl der Verkehrstoten auf deutschen Straßen wieder nach oben geschnellt. Von Januar bis September starben bei Unfällen insgesamt 2938 Menschen. Das waren 5,9 Prozent mehr als im Vergleichzeitraum des Jahres 2010, so das Statistische Bundesamt. Welche Ursachen gibt es für die Trendumkehr? Das war Thema eines Jugendpressegesprächs beim ADAC Berlin-Brandenburg, der Partner des Morgenpost-Projekts Schüler machen Zeitung ist: Verkehrs-Experten des Clubs und der Polizei gaben Auskunft. Hier der Bericht der Jugendreporterinnen Pauline und Katharina:
Von Pauline Hagen & Katharina Luthe, Kl. 8m, Kath. Schule Salvator, Reinickendorf
"Es ist geschafft! Nachdem wir das heikle S-Bahn-Durcheinander überwunden haben, kommen wir noch pünktlich zum Pressegespräch mit Jörg Becker, Leiter der Abteilung Verkehr und Technik beim ADAC Berlin-Brandenburg, und Thomas Drechsler aus dem Stab des Polizeipräsidenten. Wie wir erfahren, sind 20- bis 25-Jährige und Menschen über 75 Jahre am häufigsten an Unfällen beteiligt. Außerdem wird bei den Antworten auf unsere Fragen immer wieder deutlich, dass sehr viele Unfälle von Fahrradfahrern verursacht werden. Radfahrer verletzen sich häufig am Kopf – warum wohl? Weil sich die meisten Menschen einfach zu cool für einen Helm sind. Dabei ist dieser einfach nur ein sicherer Schutz, wie die Experten sagten. Am besten wäre es da doch, die jungen Radler zu fragen, wie ein cooler Helm aussehen könnte. Vor zwei Jahren wurde in Brandenburg unter der Regie des Netzwerks Verkehrssicherheit ein Wettbewerb ausgeschrieben, bei dem jeder Schüler seinen eigenen Helm designte. Diese Veranstaltung war so erfolgreich, dass manch eine Firma die Ideen aufgriff, um mehr Helme mit Charme unter die Menschheit zu bringen. Wer weiß, vielleicht wird es ja irgendwann wieder "in" sein, so einen schützenden Helm zu tragen…
Damit es weniger Fahrradunfälle gibt, setzt sich der ADAC dafür ein, parallel zu den Hauptverkehrsstraßen Fahrradstraßen einzurichten. Auf solchen Straßen haben Radler immer Vorrang und dürfen sogar nebeneinander fahren. Autofahrer dürfen sie nur dann benutzen, wenn sie ein Anliegen haben. Zum Beispiel, weil sie dort wohnen.
Seid Ihr Euch eigentlich bewusst, wie teuer es werden kann, wenn man über eine rote Ampel geht und vom Ordnungsamt oder von der Polizei gesehen wird? Ganze 40 Euro muss man dafür bezahlen und hinzu kommt, dass man – sofern man Autofahrer ist – auch einen Punkt in Flensburg bekommt. Auch das Missachten der Ampel oder die Suche nach vermeintlich "günstigeren" Stellen, die Straße zu überqueren, kann manchmal zu tödlichen Unfällen führen, wie die Experten sagten.
Für die Zunahme der Unfälle machen die Experten übrigens auch das Wetter verantwortlich. Denn: In diesem Jahr war schon früh gutes Wetter, was viele Moped- und Fahrradfahrer an die frische Luft lockte. Im Sommer wiederum gab es den langen und unerträglichen Regen, der dazu führte, dass Fahradfahrer zum Beispiel Pfützen auf Straßen ausweichen wollten oder aber ausrutschten. Unfälle waren in vielen Fällen die Folge.
Häufig kommt es auch zu Unfällen auf Gehwegen. Deswegen ist immer wieder wichtig zu sagen, dass Kinder ab zwölf Jahren mit ihren Rädern auf der Straße fahren müssen. Nur Kinder, die unter zwölf sind und sich noch unsicher im Straßenverkehr fühlen, sollten auf dem Gehweg fahren.
Eine weitere Frage von uns lautete, ob es nicht die Sicherheit auf den Straßen erhöhen würde, wenn man sehr alten Autofahrern den Führerschein abnehmen würde. Sowohl ADAC-Verkehrsexperte Jörg Becker als auch Thomas Drechsler von der Polizei machten deutlich, dass der Führerschein für ältere Berliner einen sehr hohen Stellenwert hat, damit sie auch außerhalb der Innenstädte mobil bleiben können. Becker empfahl älteren Menschen aber, den so genannten "Fahr-Fitness-Check" des ADAC zu absolvieren. Damit sollen Menschen angesprochen werden, die sich am Steuer nicht mehr sicher fühlen und ihr Wissen auffrischen wollen.
Auch das Thema Alkohol im Straßenverkehr kam beim Pressegespräch zur Sprache: Bitte denkt alle im Straßenverkehr an Eure Mitmenschen und achtet auf Euren Alkoholkonsum. Denn 53 Verkehrstote in Berlin in diesem Jahr sind eindeutig zu vie
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