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27.12.11

Polizeihunde

Kommisar Rex im Einsatz

Detektive auf vier Pfoten kommen bei der Berliner Polizei zum Einsatz. Rund 120 Schutz- und Spürhunde helfen derzeit, viele Straftaten zu verhindern oder aufzuklären. Die Diensthunde haben Tradition: Schon seit 1910 werden solche Hunde in Berlin ausgebildet, wie Lena Huber (Name geändert) im Interview erzählt. Die 30-Jährige Polizeiobermeisterin ist eine Rauschmittelsuchhundeführerin und hat einen Hund namens "Mary". Es gibt verschiedene Bereiche, für die Hunde in Ruhleben ausgebildet werden. So etwa kommen sie als Sprengstoffspürhunde, als Brandmittelspürhunde, als Leichen- und Blutspursuchhunde, als Tabakspür- und Rauschmittelsuchhunde und Personensuchhunde (Mantrailer) zum Einsatz. Zwei Schülerreporterinnen-Teams haben recherchiert, wie die Hunde ausgebildet werden. Und was sie zu tun haben:

© dpa/DPA
NRW-Polizei schickt deutschen Schäferhund in Rente
Belgische Schäferhunde (Malinois) eignen sich besonders gut für den Polizeieinsatz.

Der erste Mantrailer wurde im Jahr 2004 in Rheinland-Pfalz ausgebildet. Eine solche Ausbildung dauert rund zwei Jahre. Dazu kommt, dass jeder Hund eine Grundausbildung (Gehorsamkeitsausbildung) mit dem Hundeführer durchlaufen muss. Beim Kauf dieser Hunde achten die Beamten vor allem auf den Spiel- und Beutetrieb. Außerdem muss der Hund eine so genannte "Schussgleichgültigkeit" besitzen, also sehr unempfindlich sein. Ein Großteil der Hunde sind Deutsche oder Belgische Schäferhunde, da diese sich am besten für den Einsatz als "Kommissar Rex" eignen.

Lena Huber und ihre zweijährige Hündin Mary sind erst seit kurzem ein Team und haben viel vor sich. Mary ist noch in der Ausbildung, die bei ihr insgesamt acht Wochen dauert. Die zweijährige Hündin lernt gerade, nach Betäubungsmitteln (Drogen) zu suchen. Die 30-jährige Hundeführerin hat schon Erfahrung, da sie vor Mary bereits einen anderen Spürhund hatte. Nach der Prüfung wird Mary bei Einsätzen Drogen suchen müssen. Beim Training wird nach Drogen riechendes Spielzeug eingesetzt, das dann versteckt wird.

Schon jetzt ist klar: Wenn Mary erkrankt oder über 13 Jahre alt sein wird, geht sie in Rente und wird dann bei Lena Huber ihr Gnadenbrot erhalten. Währenddessen wird die Hundeführerin schon einen neuen Hund bekommen haben…

Seda Canli und Pia Radix, Kl. 8a, Hermann-Hesse-Gymnasium, Kreuzberg

Ein Tag bei der Diensthundeführerstaffel

Hundegebell, Kommandos und hartes Training. Das stellen sich die Meisten unter der Hundestaffel der Berliner Polizei vor. Doch wie sieht tatsächlich ein Tag bei der Diensthundeführerstaffel aus? Welche Aufgaben gibt es für die Hunde? Wie sieht die Ausbildung aus und welche Hunderassen sind für diese Arbeit überhaupt geeignet?

Seit Juli 2003 ist bei der Berliner Polizei die Zentrale Diensthundführereinheit (ZDhfE) für die Ausbildung von Polizist und Diensthund zuständig. Ihre Aufgabe ist es, die Einsatzfähigkeit der Hunde und ihrer Führer herzustellen und vor allem aufrecht zu erhalten. Zur Grundausbildung der Tiere gehören Fährtenarbeit, Stöberarbeit, Gehorsam und Schutzdienst. Und auch die Schulung der Diensthundeführer ist nicht weniger umfangreich.

Bei der sogenannten Praxisarbeit wird mit Hilfe eines, durch Schutzpolster geschützten, Ausbilders eine Situation für den Hund dargestellt, in der er gehorchen und reagieren muss. Die Hunde werden so

abgerichtet, dass sie auf Kommando ausschließlich in den Arm eines Täters beißen. Für besondere Fälle wird den Hunden beigebracht sich festzubeißen; doch normalerweise beißen sie zu und lassen wieder los.

Ein weiterer Punkt in der Ausbildung der Tiere ist der Gehorsam, da die Hunde auch Großveranstaltungen wie z. B. Fußballspiele und Demonstrationen schützen. Die Hunde müssen dafür ruhig sein und die Kommandos trotz Stress, langer Dienstzeiten und fremder Umgebung korrekt ausführen. Um für derartige Einsätze gerüstet zu sein, müssen Hund und Führer jedoch bestimmte Vorrausetzungen erfüllen.

Dazu gehören eine bestandene Prüfung von Hundeführer und Diensthund, regelmäßige Übungen und Fortbildungen. Wichtig ist auch das Vertrauen des Tieres in seinen Hundeführer, beispielsweise beim Überwinden von unbekannten Hindernissen, dem Durchspringen eines Fensters oder dem Überqueren einer hohen Mauer. Auf das korrekt ausgeführte Kommando "Fuß" legen die Beamten ganz besonderen Wert, wie Hundeführer Marcus Weiler (Name v. d. Red. geändert) erklärt: "Damit beweist mir mein Hund, dass er mir gehorcht." Erhält er dieses Kommando, muss der Hund mit seiner Schulter auf Kniehöhe seines Diensthundführers auf der linken Seite und egal in welchem Tempo laufen. Der letzte Punkt in der Ausbildung ist der Schutzdienst. Dabei lernen Hund und Mensch, dass sie ein Team sind und sich aufeinander verlassen müssen und können. "Wenn ich einen Verdächtigen durchsuche, muss mich mein Hund sichern", erläutert Weiler, "und werde ich dabei angegriffen, muss mein Hund mich auch verteidigen."

Polizeidiensthunde kommen immer dann zum Einsatz, wenn die Polizisten trotz moderner High-Tech-Methoden nicht weiterkommen und das Gespür der Hunde benötigen. Deutsche und Belgische Schäferhunde, Rottweiler, Riesenschnauzer und ein Dobermann sind momentan in Berlin als Rauschmittel-, Leichen-, und Tabaksuchhunde sowie als Sprengstoff-, Blutspuren- und Brandmittelspürhunde im Einsatz. Bevor die Hunde jedoch zu Diensthunden werden können, müssen sie eine Probezeit und einen Tierarztbesuch bestehen. Außerdem sind bestimmte Eigenschaften gefragt: Die Hunde müssen Spieltrieb haben, schusssicher und stockunempfindlich sein, eine ausgeprägte Härte haben und ausgeglichen und umgänglich sein. "Wenn ein Hund alle diese Eigenschaften mitbringt, kann ein guter Diensthund aus ihm werden", stellt Weiler fest.

Franziska Ilzhöfer und Isabelle Plümer, Leonardo-Da-Vinci-Gymnasium 8.6

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