Medizin
Warnzeichen früh erkennen: Ist "ADS" verantwortlich für Schulprobleme?
Schlecht in der Schule, unkonzentriert und stark vergesslich: Liegt eine so genannte Aufmerksamkeits-Defizit-Störung (ADS) vor oder ist der Schüler einfach nicht intelligent genug? Wie können Betroffene herausfinden, welche Ursachen schulische Probleme haben?
Von Marc Dummin, Kl. 8m, Kath. Schule Salvator, Reinickendorf
"ADS" ist eine psychische Störung, die schon im Kindesalter auftritt und sich in der Pubertät oft abschwächt. Es gibt Kinder mit Hyperaktivität (ADHS) und ohne Hyperaktivität (ADS), wie die Mutter eines Sohnes mit ADHS berichtet. ADS tritt bei etwa acht Prozent der Kinder in Deutschland auf. Das bedeutet, dass sich in jeder Schulklasse im Durchschnitt zwei Kinder mit diesem Syndrom befinden.
ADS entsteht dadurch, dass im Gehirn die aufgenommenen Informationen nicht richtig nach Wichtigkeit sortiert werden können. Deshalb erscheinen den Kindern sämtliche Reize gleichstark und sie können sich nicht auf etwas Bestimmtes konzentrieren.
Im Interview verrät die betroffene Mutter, wie man die Symptome erkennen kann:
- Kinder/Jugendliche sind stark vergesslich und verlieren ständig Gegenstände.
- Sie sind oft verträumt und/oder ständig in Bewegung.
- Sie lassen sich schnell ablenken, sind unaufmerksam und wechseln schnell das Interesse.
- Sie können sich nicht organisieren und wirken zerstreut.
- Sie sind oft eigensinnig und wollen ihren Willen durchsetzen.
- Ihre Stimmung ist labil, manchmal extrem gereizt oder manchmal sind sie den Tränen nahe.
- Oft spielen sie den Clown, um Aufmerksamkeit zu erregen.
- Sie können sich schwer in eine Gruppe integrieren und sich selbst schwer einschätzen.
- Ihre Handschrift ist meistens unordentlich und unleserlich.
Bekannt ist, dass man ADS medikamentös behandeln kann, was aber zu Nebenwirkungen führen kann. Der Sohn der Interviewten etwa wurde depressiv und entwickelte Angststörungen. Ihr Kind begann mit einer Verhaltenstherapie, um mit seinen Problemen besser umgehen zu können. Die Mutter sagte weiterhin, dass es für die Eltern wichtig ist, sich über die Störung durch Bücher und ärztlichen Gesprächen zu informieren und das Kind so weit wie möglich zu unterstützen. Sie gibt anderen Eltern den Rat, sich niemals wegen seines Kindes zu schämen, sondern die Probleme zu akzeptieren und alle Bezugspersonen wie Lehrer oder Verwandte über das Problem in Kenntnis zu setzen.
Für die betroffenen Kinder ist das wichtig: Nur wenn sie spüren, dass sie verstanden werden, können sie lernen, mit dem Syndrom umzugehen und die eigenen positiven Eigenschaften zu erkennen und zu stärken.
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