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08.12.09

Streik in Berlin

Bildung ist uns wichtig!

"Unsere Bildung ist uns wichtig! Kommt mit! Wir gehen streiken!", sagten ein paar wenige Schüler der Klasse 8.3 des Lilienthal-Gymnasiums in Berlin-Steglitz. An einem Dienstag im November ging es morgens um 11 Uhr los - der diesjährige Bildungsstreik für bessere Lernbedingungen vor dem Roten Rathaus.

Schüler und Studenten forderten mehr Lehrer, kleinere Klassen, die Abschaffung des Turboabiturs, mehr Bafög und eine Alternative zum Master und Bachelor. Wir, Schüler und Studenten aus diversen Schulen und Universitäten, hatten uns am Roten Rathaus eingefunden, um unsere Meinung zu vertreten. Leider sperrten Dutzende Polizeiwagen die umliegenden Straßen ab. Ich fand es ein bisschen komisch, dass das Polizeiaufgebot so groß war. Ich fühlte mich eher wie ein Verbrecher als ein Demonstrant. Aber vielleicht war es auch besser, da andere Streikende, die wir im Zug zum Rothen Rathaus trafen, sich mit Schweinegrippe-Masken maskiert hatten.

Unsere Gruppe versuchte, die Sicherheitskontrollen zu umgehen, schaffte es aber nicht. Alle 5000 Streikenden mussten zunächst durch die Sicherheitskontrollen der Polizei, bei der Taschen und Rucksäcke untersucht wurden. Die Schüler und Studenten brachten Plakate, Fahnen, Megafone und Autos mit Lautsprechersystemen mit zum Ort des Geschehens. Von allen Seiten wurde man mit Sprüchen und Reden beschallt.

Der Demonstrationszug legte einen Zwischenstopp vor der Humboldt-Universität ein und endete schließlich auf der Straße Unter den Linden. Als wir sahen, wie Studenten die Humboldt- Uni stürmten und Klopapier aus Fenstern warfen und anzündeten, wurde es uns zu brenzlig und wir beschlossen, nach Hause zu gehen. Etwas enttäuscht beendeten wir Lilienthaler unseren ersten Streik. Mit Krawallen hatten wir nicht gerechnet. In den Medien ist später zu lesen, dass beim Zwischenstopp an der Humboldt-Universität Anhänger des Streiks randalierten. Außerdem standen die Studenten und nicht wir Schüler im Rampenlicht.

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