Integration
Nur hat es geschafft: Wie ein arabisches Mädchen in Berlin zurecht kommt
Sie heißt Nur (ein arabischer Name), ist 12 Jahre alt und kam im Jahr 2006 mit ihren Eltern aus persönlichen Gründen nach Deutschland. Damals war ihr die deutsche Sprache noch fremd, aber heute kann sie stolz auf sich sein, denn innerhalb von nur zwei Jahren erlernte sie diese. Inzwischen besucht sie sogar das Barnin-Gymnasium in Berlin- Lichtenberg. Die Geschichte einer Integration.
Von Luisa Penkuhn, Manfred von Ardenne-Gymnasium, Jg. 7, Lichtenberg
Und doch war es kein leichter Weg für Nur. 1997 in Buenos Aires (Argentinien ) geboren, zog sie fünf Jahre später mit ihren Eltern nach Arabien, weil ihr Vater dort eine Priesterstelle bekam. Drei Jahre wohnte die Familie in Syrien und zwei Jahre in Bahrain.
In Deutschland angekommen, waren Nur und ihre Eltern zuerst auf sich sich allein gestellt, denn hier er warteten sie weder Familienangehörige noch Freunde. Sie erzählt, dass sie einige Hürden überwinden musste, um sich zu integrieren. Dazu zählte zum Beispiel, sich mit den Eigenheiten des Landes vertraut zu machen, mit der Mentalität der Menschen zurecht zu kommen oder die deutsche Sprache zu erlernen. Nur wusste, Deutsch würde sie noch lernen, denn Spanisch, Arabisch und Englisch sprach sie schon.
Eine weitere Umstellung war das Wetter, da im arabischen Raum vorwiegend ein heißes und trockenes Klima herrscht. Am Anfang gab es ein weiteres Problem, denn sie hatte Heimweh nach ihren Familienangehörigen und Freunden, die sie zurückgelassen hatte. Das hat sich heute gelegt, da sie mit dem Computer E-Mails versenden kann und so mit ihnen in Kontakt bleibt.
Auch das deutsche Schulsystem unterschied sich etwas vom arabischen. So bestand die Pflicht des Tragens von Uniformen. Auch gab es Schulnoten von 10 bis 6, wobei Note 10 in Deutschland einer "1" entspricht. Aber sie hat es geschafft, sich hier in Deutschland schnell einzuleben. Zuerst ging sie in der Martin-Niemöller-Grundschule in Lichtenberg in die fünfte Kleinklasse für Kinder nicht-deutscher Herkunft (ndH) und konnte sich langsam mit der deutschen Sprache vertraut machen, denn sie wurde von den Lehrern speziell gefördert. Schon bald (ein Jahr später) wechselte sie in eine normale sechste Klasse.
Sie konnte nun auch ihren Eltern beim Erlernen der deutschen Sprache helfen. Eine wichtige Rolle bei ihrer Integration spielten dabei die Lehrer und Mitschüler, die sie gleichwertig behandelten und akzeptierten. Sie machte wenig Erfahrungen mit Ausländerfeindlichkeit und Beschimpfungen. Schon bald fand sie viele neue Freunde. Schließlich gelang es ihr, in diesem Schuljahr mit einem Durchschnitt von 2,4 auf das Gymnasium zu wechseln. Auch hier fand sie durch ihre nette, unkomplizierte Art schnell Anschluss in ihrer 7. Klasse und neue Freunde.
Nur ist ein Mädchen, das gerne zur Schule geht, alle Fächer mag und ihre Lehrer nett findet. Ihr liebstes Hobby ist der arabische Tanz, durch den sie weiter mit ihrer Heimat verbunden ist. Ihr Ziel ist es, in Deutschland zu bleiben, das Abitur zu schaffen und einmal Kinderärztin zu werden. Ihre Vorbilder sind ihre Eltern, denn sie bringen Nur zum Lachen, wenn sie einmal traurig ist.
Sie wird ihren Weg gehen, und ihre Ausdauer, Zielstrebigkeit sowie ihr Fleiß werden dabei helfen.
Sie möchte andere Ausländer zum Lernen motivieren, weil für einen erfolgreichen Schulbesuch auch die Beherrschung der deutschen Sprache sehr wichtig ist. Natürlich muss man sich dabei anstrengen. Sowohl die Deutschen als auch die Ausländer müssen etwas dazu beitragen, um friedlich in diesem Land miteinander zu leben.
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