Was denkste?
Abenteuer Schultoilette
Eigentlich hatte man versucht, nicht zu viel zu trinken und es so zu vermeiden, auf die Toilette zu müssen. Doch nun ist die fünfte Stunde vorbei: Immer wieder hat man abgewogen, ob man es nicht noch eine Weile aushalten kann und schließlich fällt die Entscheidung, doch auf die Toilette zu gehen. Das Abenteuer beginnt...
Von Neele Röger, Jg. 11, Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Oberschule, Prenzlauer Berg
Beim Betreten bemerkt man meist einen unerträglichen Geruch, der einem in die Nase sticht, und Papier, das nicht den Mülleimer getroffen hat.
Ohne die beschmierten Wände oder andere unappetitlichen Begleiterscheinungen zu beachten, versucht man, eine Toilette zu finden, die vielleicht funktioniert und eine verschließbare Tür hat. Wenn man ganz großes Glück hat, erwischt man auch noch eine mit Toilettenpapier. Oft wechselt man jedoch noch einmal das Stockwerk, wenn man sich nicht gleich von Anfang an entschieden hat, in die oberste Etage zu gehen, weil dort die Wahrscheinlichkeit größer ist, eine Toilette mit Klopapier zu finden.
Während man versucht, nicht zu viel Kontakt mit der Toilette zu haben, fragt man sich bereits, ob heute vielleicht ein kleiner Rest Seife übrig sein wird. Meist enttäuscht, wäscht man sich mit eiskaltem Wasser notdürftig die Hände und lässt sie dann an der Luft trocknen, da es - natürlich - auch keine Papierhandtücher mehr gibt.
Nach diesem Abenteue ist man froh, die Toilette verlassen zu können und das Ganze geht wieder von vorne los: Man versucht, möglichst wenig Flüssigkeit zu sich zu nehmen....
Wer nun glaubt, dieser Zustand sei eine Ausnahme, der irrt sich. Sowohl in Grund- wie auch in Oberschulen ist er quer durch Berlin anzutreffen.
Natürlich tragen auch viele Schüler ihren Teil dazu bei, indem sie Wände mit Graffiti beschmieren oder nasses Papier an die Decke werfen. Trotzdem sollten Schüler doch wenigstens eine kleine Chance haben, nicht jeden Keim mit sich herumtragen zu müssen. Dass nicht nur die Schulen dazu beitragen, sondern ein großer Teil der Schuld auch bei denen liegt, die die Gelder verteilen, ist natürlich auch zu bedenken.
Letztendlich müssen die Schüler ihren Teil zu besseren hygienischen Verhältnissen beitragen und weiter darauf hoffen, keine schwache Blase zu haben. Und vor allem, sich nicht durch die Keime irgendeinen Virus oder ähnliches einzufangen.
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