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20.09.09

Parlaments-TV

Die Zukunfts-Frage - wie viel Glück braucht der Mensch?

ist jeder seines Glückes Schmied? Mit dieser Frage wurde jetzt Bundestagspräsident Professor Norbert Lammert (CDU) in einer Talkrunde für das Parlamentsfernsehen konfrontiert. Zusammen mit ihm gingen die Studentin Sarah Jermutus, der Student Nathanael Liminski, der arbeitssuchende Hochschulabsolvent Pawel Hörnle und die Moderatorin Katrin Prüfig der Frage nach: Wie sehen die Chancen der jungen Generation aus, ihren Weg in die Zukunft in Zeiten der Finanzkrise noch selber zu bestimmen?

Als Lammert die Frage direkt gestellt wird, meint er, dass sowohl für ein Ja wie für ein Nein beachtliche Gründe vorhanden sind. So hängt die berufliche Laufbahn zu großen Teilen vom eigenen Engagement ab, denn keiner bekommt mit der Geburtsurkunde ein Recht auf Karriere, jedoch spielen auch andere Faktoren eine Rolle, z. B. die Bewerberlage. Wie man am Beispiel von Pawel Hörnle sehen kann.

Dieser hat, wie die Moderatorin betont, ein Klasse-Examen in der Tasche, bekommt jedoch trotzdem keinen Job. Für solche Fälle riet Lammert: einfach weiter probieren. Als dann aber die Frage zur Sprache kommt, ob die Politik die richtigen Weichen stelle, wurde von Seiten der Studenten Protest an den Studiengebühren laut. Denn schließlich sollte es der Staat fördern, dass mehr kluge Köpfe in ihm leben und arbeiten. Daraufhin kontert Lammert, dass das Studium die Ausbildung ist, die am meisten Wissen vermittelt und die besten Aussichten auf gut bezahlte Jobs bietet, die aber auch am meisten kostet. Was ihn wundere, sei, dass es bei der Einführung von Gebühren für die Nutzung der Kindergärten weniger Proteste gegeben habe als bei den Studiengebühren. Dies zeige nur, so scherzt Lammert, dass das Artikulationsvermögen der Studenten deutlich besser ausgebildet sei als das der Kinder.

Nathanael Liminskisprach jedoch ein weiteres Problem an: Dass die Regierung bei langsam kommenden Katastrophen, wie z. B. den Problemen durch die demografische Entwicklung, spare, jedoch bei plötzlich auftretenden, unübersehbaren Fällen wie der Finanzkrise sofort ein Milliarden-Rettungspaket schnüre.

Als letztem Punkt widmeten sich die Diskutanten dem Thema, ob man es sich bei der Jobsuche leisten dürfe aus moralischen Gründen bestimmte Industriezweige - wie z. B. die Rüstungsindustrie - unbeachtet zu lassen. Hierzu verlas die Moderatorin einen Beitrag aus dem Forum "mitmischen.de", in dem der Verfasser meinte, man müsse für alles offen sein und dorthin gehen, wo man gebraucht sei. Dies konnte der Bundestagspräsident nur verneinen, da man auch schon ohne diese Einstellung oft genug Kompromisse eingehen müsse, von denen man sich später wundern würde, das man sie gemacht habe. "Man sollte wissen, was man will"

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