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TV-Talk mit Jugendlichen

Bundestagspräsident über Jobchancen in Zeiten der Wirtschaftskrise

„Jeder ist seines Glückes Schmied" – dieses Sprichwort entstand schon zur Zeit Ciceros, also im römischen Reich rund 100 Jahre vor Christus. Jetzt diskutierte Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) darüber mit Jugendlichen im Berliner Jakob-Kaiser-Haus. In einer Talkrunde für das Parlamentsfernsehen debattierten mit ihm der Arbeit suchende Hochschulabsolvent Pawel Hörnle, die Studentin Sarah Jermutus, die Mitglied der „Grünen Jugend" ist, sowie Geschichts-Student Nathanael Liminski, Herausgeber des Buches „Generation Bendikt" und Mitglied der „Jungen Union". Die Ergebnisse waren überraschend.

Mit dem Glück ist es so eine Sache. Einerseits soll man es schmieden, solange es heiß ist. Andererseits hängt es auch von äußeren Faktoren ab. Um dieses Thema ging es jetzt im TV-Talk mit Bundestagspräsident Norbert Lammert.
Foto: Christian Kielmann
Mit dem Glück ist es so eine Sache. Einerseits soll man es schmieden, solange es heiß ist. Andererseits hängt es auch von äußeren Faktoren ab. Um dieses Thema ging es jetzt im TV-Talk mit Bundestagspräsident Norbert Lammert.

Er fände es reizvoll, noch einmal 20 Jahre alt zu sein, sagte Bundestagspräsident Lammert zu Beginn der Sendung. Seine drei Mitdiskutanten sind etwa in diesem Alter – und stehen nach dem Studium vor der Jobsuche und der immer wieder aktuellen Frage, ob und inwieweit man seines Glückes Schmied ist. Oder ob man, neben seinen Qualifikationen, nicht genauso viel Glück benötigt, um erfolgreich zu sein. Lammerts Standpunkt: Es sei nicht schwerer, aber auch nicht leichter, als zu seiner Jugendzeit, Erfolg zu haben. Viele Möglichkeiten würden sich aber durch neue Medien wie das Internet bieten.

Sarah Jermutus würde ihr Studium „manchmal gerne hinschmeißen“, weil sie in ihrem Freundeskreis viele junge Leute kennt, die nach dem Studium und Auslandserfahrung ein Praktikum nach dem anderen machen müssen, ohne einen sicheren Job zu bekommen. Und das, obgleich sie ein gutes Hochschulstudium absolviert haben. Andererseits läge es im Ermessen jedes Einzelnen, ob er die Qualifikationen aus seiner Ausbildung zielführend einzusetzen wisse, meinte die engagierte Studentin.

„Als Historiker bekommt man immer gesagt, man studiere auf Taxifahrer – und die werden ja immer gebraucht“, stellt Nathanael Liminski mit einem ironischen Lächeln fest. Die Zeiten auf dem Arbeitsmarkt seien schwierig, und man benötige deshalb häufig mehr Glück als in Nicht-Krisenzeiten.

Der Ingenieur Pawel Hörnle hat in den vergangenen zwölf Monaten 40 bis 50 Bewerbungen geschrieben, keine davon hatte Erfolg. Es hieß, er solle abwarten, „bis der Markt wieder besser ist“. Dabei wurde ihm während seines Studiums eingetrichtert, dass sein Fachhochschulstudium der Kommunikationstechnik ein in der Zukunft sehr gefragter Fachbereich sei.

In der Abschlussrunde betonte Hörnle: „Ich habe eine gute Ausbildung in einer Zukunftsbranche gemacht und bekomme trotzdem keinen Job.“ Damit gilt für ihn die alte Volksweisheit wohl eher nicht.

Nathanael Liminski hingegen findet eine diplomatisch kluge und sachliche Antwort auf das Sprichwort. Er glaube nicht, dass er zu 100 Prozent seines Glückes Schmied sei, denn er sei natürlich auch äußeren Faktoren abhängig. Mit klaren Wertvorstellungen könne er als junger Mensch aber maßgeblich darauf Einfluss nehmen, wohin es mit ihm in Zukunft gehe.

Sarah Jermutus sagte, sie werde die Hoffnung nicht aufgeben und auf ihr Glück setzen.

Zum Abschluss der Podiumsrunde gab Bundestagspräsident Lammert der Jugend noch einen Tipp: „Beharrlichkeit hat sich in vielen Fällen ausgezahlt. Immer wieder bewerben, den Mut nicht verlieren und sich weiterbilden.“ Das ganze Lebensglück hinge ja auch nicht nur an einem Faden – dem Faden des Berufes. Um im Leben zufrieden zu sein, müsse es also nicht nur im Job, sondern auch in der Familie und im sozialen Umfeld stimmen. Und dies kann man auch selbst erreichen und somit seines Glückes Schmieds sein. (Mehr Infos unter „www.mitmischen.de“, dem Internet-Jugendportal des Bundestags).



Erschienen am 20.09.2009

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