31.01.13

Schülerzeitungen

Das sind Berlins beste Nachwuchsredaktionen

Senat, Berliner Morgenpost und Junge Presse haben die besten Schülerzeitungen Berlins ausgezeichnet.

Von Florentine Anders
Foto: Reto Klar / Jörg Krauthöfer
Schülerzeitung
Lauter Sieger: Auf der Treppe des Roten Rathauses stellten sich die besten Schüleredakteure mit Bildungssenatorin Sandra Scheeres (M.) und Morgenpost-Chefredakteur Carsten Erdmann zum Gruppenbild auf

Fluglärm, Liebe, Beschneidung oder Feminismus - das sind nur einige der Themen, mit denen sich die Schüler in Berlin im vergangenen Schuljahr in ihren eigenen Medien beschäftigten. Die Einsendungen zum zehnten Schülerzeitungswettbewerb unter dem Motto "Frische Zeilen - Rauchende Köpfe" zeugen vor allem vom Tiefgang der jungen Generation bei der Auseinandersetzung mit ihrer Welt.

Am Mittwoch haben Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD), der Chefredakteur der Berliner Morgenpost, Carsten Erdmann, und Henrik Nürnberger vom Vorstand der Jungen Presse Berlin die besten Schülerzeitungen Berlins im Roten Rathaus prämiert.

Insgesamt 60 Schülerredaktionen hatten sich an dem Wettbewerb, den die Senatsverwaltung für Bildung gemeinsam mit der Morgenpost und der Jungen Presse Berlin e.V. ausrichtet, beteiligt. Damit konnte der Stand der vergangenen Jahre trotz Schulzeitverkürzung an den Gymnasien gehalten werden. Beim ersten Wettbewerb vor zehn Jahren waren es nur 43 Schülerzeitungen. Rund 300 Schüler kamen zur Preisverleihung. Bildungssenatorin Sandra Scheeres lobte das Engagement der Schüler in ihrer Freizeit. Sie würden einen wichtigen Beitrag bei der Wissensvermittlung leisten. "Sie sind der journalistische Nachwuchs der Stadt. Und Sie sind ausgezeichnet. Ihre Texte stehen ganz in der Tradition der Berliner Morgenpost, denn sie liefern Qualitätsjournalismus aus Berlin für Berlin. Und deshalb freue ich mich sehr, unseren Berliner Schülerzeitungsmachern heute diese Preise überreichen zu dürfen", sagte Carsten Erdmann.

Insgesamt 2700 Euro Preisgeld

Die Jury, die sich aus Vertretern der Bildungsverwaltung, der Morgenpost-Redaktion, der Jungen Presse Berlin e.V. und Schülervertretern zusammensetzte, hat Preisträger für alle Schulformen ermittelt, insgesamt nahmen die Preisträger in den Hauptkategorien Preisgelder in Höhe von rund 2700 Euro mit nach Hause (alle Sieger, s. Infokasten).

Wichtiges Kriterium der Jury war unter anderem, ob sich die jungen Redakteure kritisch mit dem Schulalltag auseinandersetzen und so die demokratische Kultur in der Schule stärken.

Hauptpreisträger in der Kategorie der Gymnasien ist die Schülerzeitung Moron vom Carl-von-Ossietzky-Gymnasium in Pankow. "Nicht zum ersten Mal beeindruckt die Moron mit ihrer Themenvielfalt", so die Jury in ihrer Begründung. Beeindruckt waren die Juroren von dem hohen Rechercheaufwand, beispielsweise bei einer groß angelegten Umfrage zum Thema Beziehungen, und von dem hohen sprachlichen Niveau.

Dieses Niveau zu halten ist angesichts der schulischen Belastung jedoch offenbar Schwerstarbeit. In einem Beitrag senden die Zeitungsmacher einen Hilferuf an die Bildungsverwaltung. "...Jede Woche zwei Klausuren! plus Tests!... Das ist eine Seuche", schreiben die Schüler des Abiturjahrgangs und fordern die Schulverwaltung auf, etwas gegen diese "Testeritis" zu unternehmen. "Es ist wirklich hart, oft gibt es nach einem langen Schultag noch viele Hausaufgaben", sagte die 18-jährige Anna Büttgen von der Chefredaktion der Moron. Die Stärke der Zeitung sei, dass auch viele Schüler der unteren Jahrgänge in der Redaktion aktiv seien.

Auch in der Kategorie Grundschule, Förderschule, Sekundarschule und Oberstufenzentren überzeugten häufig Zeitungen, die schon in den vergangenen Jahren mehrfach zu den Preisträgern gehörten. Daneben gab es aber einige Überraschungen. Dazu gehörte beispielsweise die Zeitung "Kiezwelt" von der Humboldthain-Grundschule in Wedding, die den zweiten Platz in der Kategorie der Grundschulen belegt. Bunt und sehr professionell gestaltet kommt die Zeitung daher. Die Kiezwelt zeigt, was die Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern möglich macht. Die Berliner Druckerei Laserline unterstützt gemeinsam mit "Kinder beflügeln" vom Evangelischen Johannesstift die Schülerzeitung. Bereits am Druck und am Papier wird sichtbar, dass die Kinder ein anderes Budget zur Verfügung haben, als es normalerweise üblich ist. Aber auch die Inhalte, wie ein Interview mit Köchin Sarah Wiener zum Thema Ernährung, sind außergewöhnlich.

Das Johannesstift finanziert einen Projektleiter vor Ort, der die Kinder, die meist nichtdeutscher Herkunft sind, bei der Recherche und beim Schreiben unterstützt. Auszubildende vom benachbarten Druckzentrum Laserline bringen den Schülern die Grundlagen für Grafikdesign und Layout bei, so dass sie die Gestaltung selbst übernehmen können.

Während im Internet-Zeitalter erstaunlicherweise die meisten Schülerzeitungen noch auf Papier gedruckt sind, gibt es auch einige Ausnahmen. Einen Extra-Preis erhielt in diesem Jahr die Online-Zeitung "Kissingenstraße 12" vom Rosa-Luxemburg-Gymnasium in Pankow. Der Internetauftritt lässt so manche professionelle Medien alt aussehen. "Das Layout sei gefällig und klar, ganz so, wie es sein muss, sagt die Jury. Die Schüler äußern sich in den Texten zu aktuellen Filmen, Büchern, TV-Trends, aber auch zum Schulleben oder zu politischen Themen. "Wir erleben gerade eine Umbruchphase, durch die digitalen Herausforderungen verändert sich das Berufsbild ständig", sagte Carsten Erdmann. Es sei gut, dass diese Transformation auch in den Schulen begleitet werde, so der Morgenpost-Chefredakteur.

Multimedial aufgestellt ist die Schöneberger Finow-Grundschule. Neben der deutsch-italienischen Zeitung gibt es an der Europaschule auch das Internetradio "Finow-Funk". In Podcasts interviewen Schülerinnen die Schulleitung oder stellen Bücher vor. Dafür gab es am Mittwoch von der Jury einen Extrapreis.

Alle erst- und zweitplatzierten Hauptpreisträger des Landeswettbewerbes sind übrigens automatisch für den Bundeswettbewerb nominiert.

Alle Preise auf einen Blick

Kategorie Grundschule Den ersten Preis erhält die Eichenwaldpost, Grundschule am Eichenwald, Spandau. Der zweite Preis geht an Kiezwelt, Humboldthain-Grundschule, Wedding.

Kategorie Förderschulen Jeweils ein erster Preis geht an die Bienenpost der Schule am Bienwaldring in Neukölln und an die Zeitung Nashorn der Helene-Haeusler-Schule in Prenzlauer Berg

Kategorie Sekundarschulen Den ersten Platz belegt die Zeitung Voilà der Georg-von-Giesche-Schule in Tempelhof-Schöneberg

Kategorie Oberstufenzentrum Die Zeitung Anna-Freud-Culture des Anna-Freud-Oberstufenzentrums in Charlottenburg erhält den ersten Preis.

Kategorie Gymnasien Moron vom Carl-von-Ossietzky-Gymnasium, Pankow, ist die erstplatzierte Zeitung. Der zweite Preis geht an Penny Lane vom John-Lennon-Gymnasium, Mitte. Den dritten Platz belegt die Zeitung OHnE, Heinz-Berggruen- Schule, Charlottenburg.

Extrapreise Für crossmediales Arbeiten erhält die Redaktion YoYo von der Europaschule Finow-Grundschule in Schöneberg einen Extrapreis.Den Extrapreis Online-Zeitung erhält "Kissingenstraße 12" vom Rosa-Luxemburg-Gymnasium in Pankow.Als Newcomer des Jahres wird die neugegründete Zeitung "esZett" vom Europäischen Gymnasium Bertha von Suttner in Reinickendorf ausgezeichnet.

Sonderpreis Europa Den Europapreis "Goldener Griffel" zum Thema "Europa ist hier" des Europa-Referats der Senatskanzlei erhält die Redaktion Die Sachsenwälder der Sachsenwald-Grundschule in Steglitz. Den zweiten Preis für die Europaberichterstattung erhält die Zeitung ZNS, Manfred-von-Ardenne Schule (Gymnasium) in Weißensee.

Sonderpreis Theater Zwei gleichwertige Theaterpreise "Theater im Blick" hat der JugendKulturService an "Kissingenstraße 12" vom Rosa-Luxemburg-Gymnasium in Pankow und "esZett" vom Bertha-von-Suttner-Gymnasium in Reinickendorf vergeben.

Sonderpreis Wertschätzung Zum Thema "Wertschätzung in der Schule" hat die Berliner Unfallkasse zwei erste Preise vergeben: Prämiert wurden die Redaktion von Rückenwind vom Rückert-Gymnasium in Tempelhof-Schöneberg und die Zeitung "readme.eck" vom Eckener-Gymnasium in Mariendorf.

Sonderpreis Musik Der von dem Medienkonzern Universal ausgelobte Musikpreis "Hier spielt die Musik" geht an Rückenwind vom Rückert- Gymnasium in Tempelhof-Schöneberg und an die Redaktion von Käthes Klatsch(e) der Käthe-Kollwitz-Oberschule in Prenzlauer Berg.

Ausschreibung Die Ausschreibung für die nächste Runde des Berliner Schülerzeitungswettbewerbs startet mit dem Schuljahr 2013/14.

© Berliner Morgenpost 2014 - Alle Rechte vorbehalten
P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie Fan von der Berliner Morgenpost.
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Top-Thema

Auch ein Besuch der Morgenpost-Redaktion am Kurfürstendamm gehört zum Projektangebot
Jetzt anmelden zum Projek…

Wer sich zum Morgenpost-Projekt "Schüler machen Medien"…

Video Nachrichten mehr
Barbados Rihanna postet sexy Urlaubsfotos
Mode Karl Lagerfeld dreht Sissi-Film
Fernsehpreis International Emmy für ZDF-Dreiteiler
Offiziell bestätigt Auf Madagaskar ist die Pest ausgebrochen
Top Bildershows mehr
Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Fotogalerie

Das sind die Berliner Bilder des Tages

Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

US-Staat Missouri

Ferguson versinkt wieder im Chaos

In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote