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Künftige Abiturienten sorgen sich um fehlende Studienplätze
Deutsche Hochschulabsolventen sind zu alt. Zu diesem Schluss kommen Studien, denn hierzulande sind viele Absolventen 30 Jahre und älter. Zum Vergleich: In Großbritannien erlangen Studenten in der Regel mit rund 25 Jahren einen Abschluss. Die Politik versucht durch die Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen sowie die Verkürzung der Schulzeit, Deutschland international wettbewerbsfähiger zu machen.
Von Till Bussmann, Jg. 12, John-Lennon-Gymnasium, Mitte
Deshalb wird in Berlin das Abi künftig schon nach der zwölften Klasse erreicht. Der Unterrichtsstoff des eingesparten Jahres wird nicht etwa weggelassen, sondern auf die verbleibenden Jahre verteilt. Dadurch sind die Stundenpläne der Schüler mit bis zu 37 Wochenstunden gefüllt.
Der Vorsitzende des Landeselternausschusses Berlin, André Schindler, hält den hohen Druck und den Stress, dem die Schüler dadurch ausgesetzt sind, für verkraftbar - aber nur unter der Prämisse, dass die Gymnasien sich anpassten. Um die Schüler zu entlasten, soll Blockunterricht eingeführt werden und der Hausaufgabendruck durch betreute Freiarbeitstunden abgebaut werden.
Gymnasien sollen sich ein Beispiel an der Unterrichtsorganisation der Ganztagsschulen nehmen. Bereits mit 15 wählen Gymnasiasten dann ihre Leistungskurse und Prüfungsfächer für das Abitur.
Für Schnellläufer bedeutet die Änderung, dass sie bereits mit 16 bzw. 17 ihr Abitur in der Tasche haben und sich dann um einen Studienplatz bewerben könnten. Nach Worten von André Schindler ist dadurch die Bezeichnung des Abiturs als "Reifeprüfung" hinfällig. Wer sein Abitur in Zukunft wie bisher in 13 Jahren absolvieren möchte, kann dies künftig an den neuen, aus Haupt-, Real- und Gesamtschulen gebildeten Sekundarschulen tun.
Ein viel diskutiertes Problem, das durch die Umstellung auf die Berliner Bildungslandschaft zukommt, ist der Doppeljahrgang 2012. Dann werden die letzten Dreizehntklässler die Berliner Gymnasien verlassen und mit ihnen der erste Jahrgang der Zwölf-Jahres-Abiturienten. Wie mit dem resultierenden Andrang auf die Hochschulen bzw. Ausbildungsplätze umgegangen wird, ist noch unklar. Sicher ist, dass sowohl an Hoch- als auch an den Oberschulen die Umstellung Zeit brauchen wird, um reibungslos zu funktionieren und sich so zu etablieren. André Schindler äußert sich skeptisch, indem er sagt: ”Diese Veränderungen sind zwar ein Schritt nach vorn, werden aber die Bildungsprobleme in Berlin nicht lösen.”
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