Austauschjahr
Grüße aus Costa Rica, dem coolsten Land der Welt
Das Austauschjahr des Potsdamers Tobias Benthin (17) in Costa Rica geht bald zu Ende. Eine Bilanz.
Welche große Rolle die Europameisterschaft in Deutschland gerade spielt, bekomme ich als Fußball-Fan sogar während meines Austauschjahrs in Costa Rica mit. Auch hier in Zentralamerika ist das Fußballspielen nicht wegzudenken. Mindestens einmal im Monat opfern wir hier einen Teil des Taschengeldes für das Mieten eines Fußballplatzes, denn die Nutzung ist leider kostenpflichtig. Meist endet eine anfangs viel versprechende Partie in sinnlosem Rumbolzen – und doch macht es immer wieder Spaß.
Regelmäßige Ausflüge mit meiner Austauschorganisation gehören zu meinem Aufenthalt in Costa Rica dazu. Vor Kurzem waren wir in Nicaragua, in der Stadt Granada. Granada ist bis jetzt die schönste zentralamerikanische Stadt, die ich gesehen habe. Die Häuser haben sehr hübsche Ziegeldächer und stilvoll gestaltete Innenhöfe. Außen sind sie in vielen bunten Farben gestrichen und einige mit kunstvollen Holztüren versehen. Wir sahen alte Kirchen aus dem 16. Jahrhundert und andere interessante Gebäude. Unter anderem machten wir auch Halt in einem Laden, wo Zigarren gedreht wurden, und wir hatten die Möglichkeit, es selbst zu versuchen. Außerdem besuchten wir einen Vulkan mit einem aggressiven Säuresee. Aggressiv deshalb, da die Gase, die aus dem Krater austraten, so stark waren, dass man sich den Mund und die Nase mit einem T-Shirt bedecken musste.
Danach ging die Schule weiter. Allein im ersten Halbjahr hatten wir mindestens zehn neue Lehrer. Das machte das Lernen für die Examen nicht wirklich einfach! Dabei ist dieses Jahr für meine Klassenkameraden aus Costa Rica besonders wichtig, denn Ende September stehen schon die Abschlussprüfungen an und nur wenn sie die bestehen, haben sie auch das Schuljahr geschafft und können die Uni besuchen.
Ich selbst hatte mir nach den Ferien vorgenommen, im Unterricht mehr mitzuarbeiten, damit ich nicht total aus dem Schulrhythmus komme. Zur Vorbereitung auf die ersten Examen trafen wir uns bei einer Klassenkameradin zum Lernen. Das Treffen bestand letztendlich zur Hälfte aus Pizzaessen und Rumalbern, doch war es sehr nett. Die Ergebnisse waren am Ende nicht besonders zufriedenstellend, doch immerhin konnte ich mich im Vergleich zu den Examen im letzten Jahr deutlich verbessern. Wir haben übrigens auch eine neue Direktorin an der Schule, die sehr streng ist. Vorschriften zur Schuluniform, eine Haarlängenbegrenzung für Jungen und ein Make-up-Verbot für Mädchen hat sie rigoros durchgesetzt.
Am 1. Juni hatte ich Geburtstag. Meine Gastmutter Gladys und mein Gastbruder John gratulierten mit gleich morgens, mein Gastvater John Jairo gratulierte mir telefonisch von unterwegs. Nach der Schule hatte mein Gastbruder ein paar Klassenkameraden nach Hause eingeladen. Sie sangen "Happy Birthday" auf Spanisch und ich durfte den Kuchen anschneiden. Dann gab es Pizza und wir sahen uns das Spiel zwischen Costa Rica und Guatemala an. Leider verlor Costa Rica.
Nun geht meine Zeit in Costa Rica bald zu Ende, meine Eltern kommen und dann geht es leider auch schon nach Hause…. Viele Grüße aus dem coolsten Land der Welt!
Tobias Benthin (17) lebt als Austauschschüler für ein Jahr in San José, Costa Rica. Sonst besucht er das Potsdamer Humboldt-Gymnasium















