Prinzessinnengärten

Wo Kräuter und Gemüse auch in Säcken wachsen

Am Moritzplatz in Kreuzberg befindet sich zwischen der Prinzenstraße und der Oranienstraße ein Gemeinschaftsgarten. Der ist im Sommer 2009 von Robert Shaw und Marco Clausen gegründet worden.

Shaw verbrachte einige Jahre in Kuba. Dort erlebte er, dass viele Leute aus der Umgebung sich kannten. Und zwar aus dem so genannten Gemeinschaftsgarten. Dort trafen und unterhielten sich alle Leute, die in der Nähe wohnten. Robert Shaw beschloss, die Idee nach Deutschland zu bringen. Und so entstanden schließlich die Prinzessinnengärten.

Der Name Prinzessinnengärten wurde von der Prinzenstraße abgeleitet. Auf der ehemals unfruchtbaren Brachfläche wachsen heute viele verschiedene Pflanzen in Kästen und Säcken. Unter anderem 20 bis 30 verschiedenen Kartoffelarten, Kräuter und Gemüse. Vieles davon wird vor Ort im Restaurant verwendet, das fast ausschließlich vegetarisches Essen anbietet. Das Restaurant, in dem das Gemüse verarbeitet wird, wird von etwa zehn Köchen im Wechsel betrieben. Da sie oft aus verschiedenen Ländern kommen, gibt es mal chinesisches oder japanisches Essen und dann wieder deutsche oder griechische Kost.

Mobile Hochbeete

Die Küche ist in einem Container eingerichtet, in dem sich Herd, Ofen, Schüsseln, Teller und Messer befinden - kurz gesagt: alles was man braucht, um zu kochen und Essen zu servieren. Bewirtet werden die Gäste unter freiem Himmel, auf Tischen, die aus Bierkästen bestehen, auf denen eine dicke Pappe liegt. Wer mit einer größeren Gruppe in den Prinzessinnengärten essen gehen will, sollte sich vorher auf deren Internetseite anmelden.

Donnerstag von 15 bis 19 Uhr und Sonnabend von 11 bis 14 Uhr kann im Garten mitgeholfen werden. Für eine halbe Stunde Mitarbeit bekommt man Getränke und Essen zum halben Preis. Klassen oder Hortgruppen können sogar ein eigenes Beet bebauen. Neben den Schulbeeten befinden sich sieben Bienenstöcke, die von verschiedenen Züchtern aufgestellt worden sind. Der Honig wird auch im Restaurant und im Café verwendet.

Die Angestellten vom Café und vom Restaurant bekommen ein regelmäßiges Einkommen, die Gartenarbeit ist freiwillig. Wer möchte, kann in den Prinzessinnengärten auch sein Freiwilliges Ökologisches Jahr verbringen. In der kalten Jahreszeit von Dezember bis März sind die Prinzessinnengärten geschlossen. In dieser Zeit werden allerdings in verschiedenen Markthallen kleine Stände aufgebaut. Dort verkaufen die Gärtner Kräuter und Gemüse, die sich länger halten.

Wenn Euer Interesse geweckt ist, könnt Ihr gerne vorbei schauen und den Machern der Prinzessinnengärten in Kreuzberg vielleicht sogar eine Pflanze aus dem Garten Eurer Eltern schenken. Weitere Informationen im Internet unter: www.prinzessinnengarten.net

Text: Emma Kersten, Nikolai Novikov und Larissa Richter , Foto: Frederike Kersten, Kl. 8, Waldorfschule Berlin Mitte

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