Selbstversuch
Eine lange Woche ganz ohne Internet
Eine Woche ohne Internet - für manche hört sich das leicht an. Doch so einfach ist es für andere noch lange nicht. Das Internet versorgt uns mit Infos, unterhält uns und mithilfe sozialer Netzwerke kann man online Kontakte pflegen. Sogar einkaufen ist möglich. Ein Selbstversuch - eine Woche ohne Internet - bringt überraschende Erkenntnisse.
Ich gehöre zu den vielen Menschen, für die es die reinste Qual bedeutet, eine Woche kein Internet zu haben. Da stellte sich mir die Frage: Könnte ich eine Woche lang ohne Internet auskommen? In den ersten Tagen meines Selbstversuchs musste ich ständig widerstehen - zum Beispiel beim Erledigen der Hausaufgaben die biologischen Begriffe, für die meine Lehrerin Definitionen wollte, einfach bei Google einzutippen. Statt in Internet-Lexika schaute ich in Lehrbücher!
Dann waren da noch die E-Mails... Per E-Mail habe ich Kontakt zu einer ausländischen Freundin, auch dieser musste in dieser Woche leiden. Am dritten Tag konnte ich meine Neugier nicht mehr unterdrücken und sah schnell meine Mails durch. Beantwortet habe ich sie, aufgrund des schlechten Gewissens, dann doch nicht... Ein zweites Mal wollte ich nicht versagen! An diesem Vorsatz scheiterte ich leider kläglich, da wir während des Unterrichts im Internet etwas recherchieren sollten. Dort fiel mir erneut auf, wie sehr die Menschen in immer mehr Alltagssituationen auf das Internet vertrauen.
Der fünfte Tag brachte ein weiteres Problem mit sich - ich brauchte einen bestimmten Fahrplan. Die Namen der Haltestellen kannte ich. Wäre da nicht die internetfreie Woche gewesen, hätte ich die Namen schnell online eingegeben und wäre so bequem zu meinem Fahrplan gekommen. Aber nein - warum einfach, wenn es auch kompliziert geht? Ich holte mir die Fahrpläne für die Busse und Bahnen, die infrage kamen und suchte mir die passende Verbindung heraus. Zumindest die Schulwoche war überstanden, mit vielen Problemen und manchmal auch mit Langeweile.
Telefonieren statt chatten
Denn nicht nur für die Schule ist das Internet nützlich, darüber hinaus verbringe ich einen Teil meiner freien Zeit mit Chatten oder damit, eine bestimmte Sendung im Internet zu schauen. So musste ich meine Freizeit anders gestalten, was gar nicht so schwer war, da das Internet öfters nur ein (nicht sehr sinnvoller) Zeitvertreib ist. Statt zu chatten benutzte ich das Telefon und die Sendung sah ich im Fernsehen, leider durch Werbung unterbrochen.
Das Wochenende ohne Internet zu überstehen, war dann ein Leichtes. Ich war die ganze Zeit unterwegs und auch froh darüber. Denn nichts ist schlimmer, als in Versuchung zu geraten. Nun ist diese (teilweise schreckliche) Woche vorbei und ich kann mich wieder in mein Internet-Leben stürzen. Ich werde zwar meine Online-Zeit stärker kürzen (durch dieses Experiment ist mir erst aufgefallen, wie sehr ich das Internet brauche), doch gänzlich abschalten werde ich es auf keinen Fall!
Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
-
20:49Festnahme: Toter in Friedrichshainer Bar: Verdächtiger gefass...
-
20:11Piraten-Chef: Wie der "Bundesbernd" Piraten-Amt und Job stemmt
-
19:17Karneval: Kreuzberger Käuze, Kinder und eine lange Karawane
- 1. Live-Ticker Hertha BSC will über Einspruch beraten
- 2. Relegationsspiel Hertha BSC und der Abstieg ohne Gnade
- 3. Relegationsspiel Hertha BSC gibt sich offenbar geschlagen
- 4. Stromerzeugung Solaranlagen liefern so viel Strom wie fast 20 Atommeiler
- 5. Rocker-Kriminalität Hells Angels betrieben eigenen Folterkeller












