Orientierungshilfe
Neuer Begleitservice am Pariser Flughafen
Der "meistgehasste Flughafen" ist Paris-Charles de Gaulle. Ein Grund dafür sind fehlende Beschilderungen. Jetzt gibt es Abhilfe – die allerdings nicht billig ist.
Platz 9: Perth Airport, Perth, Australien. CNN schreibt: "Wenn es eine Sache gibt, die Australier wirklich lieben, ist es die, ihre eigenen Flughäfen zu hassen". Perth im Westen Australien ist berüchtigt für einen Flughafen, der zwei geschmähte "Domestic"-Terminals hat (mit 2-Stunden-Taxi-Warteschlangen), grauslichen Check-in-Schlangen und mager ausgestatteten Lounges. Das internationale Terminal fünf Kilometer entfernt, ist zumindest etwas angenehmer.
200 Euro – so viel kostet das gute Gefühl, alle Hürden auf dem Pariser Flughafen Charles de Gaulle zu meistern. Oder, wie es ein Reisender auf einem Vielfliegerportal ausdrückte, "dem Polizeigewahrsam" zu entgehen, der drohe, wenn man umsteigen müsse.
Was natürlich nur allegorisch gemeint ist, denn ist der Flughafen mit seinen tunnelartigen Strukturen und Verbindungen auch sehr unübersichtlich, ein rechtsfreier Raum ist er freilich nicht.
Reisenden, denen es aufgrund der mangelhaften Beschilderung und zu weniger Monitore mit Abfluginformationen nicht gelingt, nach der Landung das richtige Gate für den Weiterflug zu finden, müssen sich allerdings mitunter abermals einer Sicherheitskontrolle unterziehen.
Ganz zu schweigen von den Langstreckenpassagieren, die in jedem Fall den Terminal wechseln und dabei nochmals durch die Sicherheitskontrolle müssen.
Die Orientierung fällt vielen Reisenden dabei so schwer, dass Wikipedia dem Problem in einem Text zum Flughafen drei lange Absätze widmet. In einem Auszug daraus heißt es: "Im Terminal 2, das in einzelnen Abschnitten, sogenannten Modulen errichtet wurde, hat man jedem Modul einen Buchstaben zugeordnet.
Dabei liegen die Hallen allerdings nicht nebeneinander, sondern gegenüber, wodurch die Reihenfolge der Bushaltestellen nun A-C-E-F-D-B lautet, wobei die beiden größeren Teile E und F manchmal zusätzlich unterteilt werden.
Selbst die beiden Hälften des Terminals 2F verwenden unterschiedliche Zählweisen: In der ersten Halle sind die Ausgänge mit fortlaufenden Nummern nebeneinander im Uhrzeigersinn angeordnet, in der zweiten Halle liegen sie sich gegenüber."
Da bekommt der Begriff internationales Drehkreuz, den Air France für "ihren" Flughafen benutzt, plötzlich eine völlig neue Bedeutung.
Und weil die in den Augen ihrer Kunden keine gute ist – erst jüngst wurde der Flughafen vom Reiseportal CNN Asia zum "meist gehassten Airport der Welt" gewählt –, können Passagiere, die mit Air France und KLM fliegen, seit kurzem einen neuen Service nutzen: Ein Mitarbeiter der Gesellschaft begleitet die Passagiere von der Ankunft am Flughafen bis zum Boarding am Flugzeug, beim Umsteigen sowie bei der Ankunft vom Aussteigen aus dem Flugzeug bis zum Verlassen des Terminals.
Für ein bis vier Personen kostet das die eingangs erwähnten 200 Euro. Ab dem fünften Reisenden werden bereits 400 Euro fällig – die französische Zählweise ist halt gewöhnungsbedürftig.
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