13.02.13

Turkish Airlines

Spott für neue Uniformen türkischer Stewardessen

Schluss mit Mini-Röcken: Die Flugbegleiter der Turkish Airlines bekommen neue Arbeitskleidung. Doch prompt werden die züchtigen Kostüme aus traditionellen Stoffen der Osmanischen Zeit verhöhnt.

Von Cigdem Toprak
Foto: Twitter
Bild vom neuen Uniform-Design der Turkish Airlines
Dieses Bild vom neuen Uniform-Design der Turkish Airlines sorgt für Aufregung

In der Türkei sorgen neue Kostümentwürfe für das Bordpersonal bei Turkish Airlines für Empörung. Ein Foto mit den neuen Uniformen der türkischen Designerin Dilek Hanif, die von der türkischen Fluggesellschaft beauftragt wurde, wurde auf Twitter veröffentlicht.

Die türkische Journalistin Nazli Ilicak twitterte "Was hat es mit dieser Rocklänge und den schwarzen Strumpfhosen auf sich? Wird nach Hürrem nun die Turkish Airlines verschleiert?"

Während in den 1950er-Jahren auf figurbetonte Uniformen geachtet wurde, wurden mit der 68er-Bewegung die Röcke kürzer und bunter. In den 1980er-Jahren trugen die Stewardessen knallrote Miniröcke mit einem engen kurzen Blazer.

Die neuen Entwürfe hingegen zeigen Stewardessen und Stewards in Uniformen aus traditionellen Stoffen der Osmanischen Zeit, die in Rottönen gehalten sind. Im Vergleich zu den bisherigen Kostümen sind sie weniger figurbetont und bedecken mehr. Für Männer sind keine westlichen Krawatten vorgesehen.

"Kostüme sollen ein neues Image der Türkei aufbauen"

"Die Uniformen der Turkish Airlines sind gut geworden. Ich habe mich seit langer Zeit nicht getraut, mit einem Umhang auf die Straße zu gehen. Sie haben mir Mut gegeben", scherzte der türkische Kolumnist Özgür Mumcu der links-liberalen Zeitung "Radikal" auf Twitter.

Der bekannte türkische Designer Niyazi Erdogan sagte der "Welt", dass er von den Entwürfen sehr enttäuscht sei. "Die schlechte Designtechnik und die Stoffauswahl entsprechen nicht den modernen und qualitativen Standards, die bei Turkish Airlines bisher herrschten. Die neuen konservativen Kostüme sollen ein neues Image der Türkei aufbauen, das sich nun an den Mittleren Osten wendet."

Es handele sich bei dem Foto allerdings um vorläufige Beispielmodelle, sagte die Designerin Dilek Hanif der türkischen Tageszeitung "Hürriyet".

Laut türkischen Medien wurde nun auf den meisten innertürkischen Strecken von Turkish Airlines der Alkoholausschank aufgrund "mangelnder Nachfrage" aufgehoben. Ausnahmen sind die Strecken zwischen Istanbul, Izmir, Bodrum, Dalaman, Antalya und Ankara. Alle diese Städte befinden sich im Westen der Türkei und gehören zu den beliebtesten touristischen Zielen.

Turkish Airlines ist eine teilstaatliche Fluggesellschaft, die mit 90 Ländern die meisten Länder weltweit anfliegt.

Foto: ETH-Bibliothek

Luftiger Laufsteg: Ein Modell präsentiert die Kleidung der Swissair-Stewardessen. Die Uniform wurde von 1960 bis 1970 getragen.

23 Bilder
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