06.01.13

Thailand

Die perfekte unter 500 Inseln für jeden Urlaubertyp

In Thailand gibt es mehr als 500 Inseln. Ob Einsteiger, Familien oder Alt-Hippies – für jeden Urlaubertyp gibt es das passende Eiland. Wir bieten einen Überblick, von Ko Phi Phi bis Phuket.

Foto: pA/Bildagentur Huber

Blick auf die Strandbuchten: Ko Phi Phi ist für Thailand-Einsteiger ideal
Blick auf die Strandbuchten: Ko Phi Phi ist für Thailand-Einsteiger ideal

Thailand ist und bleibt eines der beliebtesten Reiseziele der Deutschen in Asien. Daran haben weder der Tsunami 2004 noch die Flutkatastrophe von 2011 etwas geändert, und auch die ständigen Regierungskrisen und Streiks der vergangenen Jahre, unter denen viele Touristen zu leiden hatten, haben die Popularität des Landes nicht beeinträchtigt, im Gegenteil.

Thailand punktet wie eh und je mit seinen freundlichen Menschen, seinem Kulturerbe, seiner fantastischen Küche, seiner guten Infrastruktur und den günstigen Preisen – nicht zu vergessen das Wetter: Selbst im Januar, dem kältesten Monat, klettert das Thermometer auf 30 Grad, und das Meerwasser hat mit 26, 27 Grad Badewannentemperatur.

Es wundert also nicht, dass es viele Thailand-Urlauber an die Strände zieht, und natürlich auf die Inseln, von denen es über 500 gibt, bewohnte und unbewohnte, kleine und große, touristisch erschlossene und nahezu unbekannte. Zehn davon stellen wir näher vor – und sagen Ihnen, welches Eiland für welchen Urlaubertyp das beste ist.

Ko Phi Phi – Für Thailand-Einsteiger

Ko Phi Phi hat den Tsunami vom Dezember 2004 überlebt, die landschaftlich spektakuläre Inselwelt in der Andamanensee wurde etwas weniger planlos als vor der Zerstörung durch die Monsterwelle neu bebaut und zieht die Massen wieder in ihren Bann, wie seit Jahrzehnten schon und lange bevor Hollywood hier 1999 "The Beach" mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle drehte.

Für Thailand-Einsteiger ist die Hauptinsel Ko Phi Phi Don, die aus zwei miteinander verbundenen Eilanden besteht, besonders geeignet, weil es alles gibt: Hotels für Rucksackreisende und Bungalows für Luxusgeschöpfe, großartige Strände, gute Shoppingmöglichkeiten, man kommt problemlos herum, und wer Unterhaltung sucht, findet vom Thai-"Ballermann" über Karaoke-Bars bis zu schönen Strand-Lounges jede Menge Abwechslung.

Ohrstöpsel sollte man mitnehmen, denn das Knattern der allgegenwärtigen Longtailboot-Taxis fängt morgens gegen 6 Uhr an und hört um Mitternacht noch lange nicht auf. Ein Geheimtipp ist es zwar nicht, aber dennoch zu empfehlen: ein Bootsausflug nach Ko Phi Phi Ley zur Maya Bay. Dort wurde "The Beach" gedreht.

Anreise: per Boot von Phuket, Krabi, Ao Nang und Ko Lanta. Unterkunft: "Phi Phi Outrigger", Palmwedel-Bungalows mit Meerblick an einem einsamen Bilderbuchstrand, im Garten oder am Hang, wunderschöne Pool-Landschaft, Doppelzimmer derzeit ab 142 Euro, www.outrigger.com

Ko Kut – Für anspruchsvolle Entdecker

Ein dschungeliges Piratennest nahe Kambodscha: Wildschweine, Fledermäuse und sechs Meter lange Pythonschlangen gibt es hier, zum Glück aber keine Malaria-Mücken mehr.

Man kann sich auf Ko Kut, der viertgrößten Insel Thailands, zwar noch ausmalen, wie hier früher Drogen, Waffen und Frauen über die Grenze geschmuggelt wurden, wie Saufereien beim illegalen Glücksspiel nicht selten tödlich endeten. Dabei steht man in einem eleganten Aussichtspavillon und schaut hinunter auf das einstige Piraten-Fischerdorf Ao Yai mit seinen Stelzenhäusern auf dem Wasser.

Doch die wilde Vergangenheit ist vorbei. Mittlerweile haben sich rund 30 Resorts an den schönsten Stränden positioniert – darunter eine der asienweit besten und teuersten Herbergen, das "Soneva Kiri".

Die Inselpiste ist asphaltiert, es gibt mittlerweile 24 Stunden am Tag Strom und eine erste echte Pizzeria, die ersten deutschen Kataloge preisen den Newcomer als gehobenes Reiseziel an. Wir preisen es ebenfalls an – vor allem wegen der Postkartenstrände.

Anreise: vom Festland aus von Tha Laem Ngop. Unterkunft: "Soneva Kiri", drei Übernachtungen in der Hill Villa Suite ab 1100 Euro, www.soneva.com

Ko Kradan – Für Schnorchler und Bücherwürmer

Ein Pool, zwei Strände, fünf Bungalowanlagen und ein paar Kajaks – mehr hat diese wilde Nationalparkinsel in der türkisblauen Andamanensee nicht zu bieten, und das ist auch gut so. Dank der Überschaubarkeit des Eilands ist es – vom 14. Februar eines jeden Jahres abgesehen – nicht überfüllt mit Touristen.

Langweilig ist es trotzdem nicht: Man kann schnorcheln, im Frühjahr surfen, die Nachbarinseln erobern und sogar heiraten – das allerdings nur am besagten 14. Februar und nur mit Sauerstoffflasche.

Die Unterwasser-Hochzeit ist ein bei den Thais beliebtes Massenspektakel, das die abgelegene, einsame Insel für einen Tag regelrecht überschwemmt. Ansonsten kann es nicht schaden, den Koffer mit gutem Lesestoff vollzupacken, wenn man nicht gerade als Honeymooner anderes zu tun hat …

Anreise: von Trang aus per Minibus zum Pak-Meng-Pier, weiter mit dem Boot nach Ko Kradan. Unterkunft: "The Sevenseas Resort", Komfort-Villen in zwei Reihen, keine mehr als 30 Schritte vom Strand entfernt, Doppelzimmer ab 100 Euro, Villa ab 158 Euro, www.sevenseasresorts.com

Ko Muk – Für Ruhesuchende

Der schneeweiße Strand an der Sivalai-Landzunge scheint geradewegs aus der Raffaello-Werbung geklaut, was gut passen würde, denn die weiße Praline basiert auf Kokos, und Kokospalmen gibt es auf Ko Muk reichlich.

Auf dieser vorwiegend muslimisch bewohnten Bilderbuchinsel in der Andamanensee sollte man sich mit sich selbst beschäftigen können, denn sie ist touristisch kaum erschlossen, was ihren Reiz ausmacht. Aufs Meer starren, dem Rauschen der Palmen lauschen, dösen, lesen, träumen, notfalls auch mal ins Meer springen – die Möglichkeiten der Freizeitgestaltung sind begrenzt und dadurch höchst erholsam.

Falls dennoch Langeweile aufkommt: Die Tham Morakot ist ein kleines, aber spektakuläres Naturwunder, eine Höhle, deren Wasser grünblau leuchtet, als sei es von unten angestrahlt. Wenn man sie durchschwommen hat, öffnet sich eine lichtdurchflutete Lagune mit Ministrand. Paradiesisch!

Anreise: per Boot von Phuket, Ko Lanta oder vom Hat-Yao-Pier auf dem Festland. Unterkunft: "Sivalai Beach Resort", 48 palmblattgedeckte Häuschen mit Meerblick, Pool, rustikales Strandlokal. Beach Villa 123–198 Euro, www.komooksivalai.com

Ko Payam – Für Alt-Hippies & Backpacker

Der Abstecher nach Ko Payam nahe der birmanischen Grenze ist wie eine Zeitreise in die Achtziger: Hängematten, Bob-Marley-Poster und interessante Rauchschwaden empfangen die Neuankömmlinge schon am Pier. Rucksackreisende aus aller Welt fühlen sich ganz wie zu Hause, gern auch beim monatelangen Überwintern.

Strom gibt es auf der letzten Backpacker-Enklave Thailands mit ihren spartanischen Bastmattenhütten (ab acht Euro) nicht immer, dafür aber eine Infrastruktur wie in Berlin-Kreuzberg – mit organischer Bäckerei und Wasserpfeifen-Lounge.

Anreise: per Boot von Ranong. Unterkunft: "Payam Cottage", Bungalows am schönsten Strandabschnitt rund um einen Pool, mit Klimaanlage, Doppelzimmer 40–100 Euro, www.payamcottage.com

Ko Phra Thong – Für Naturliebhaber

Stöckelschuh und Rollkoffer sind auf der entlegenen Öko-Insel Ko Phra Thong fehl am Platz, hier herrscht allein der Luxus der Natur: Kilometerlange, einsamste Strände, wüstenartige Sandpisten, Steppe und Mangrovenwald prägen die Insel in der nördlichen Andamanensee, auf der es weder Geldautomaten noch Kneipen gibt.

Dafür jede Menge Makaken und Nashornvögel. Wer will, geht mit den Naturschützern auf Pirsch, Meeresschildkröten legen hier nachts ihre Eier.

Anreise: von Khuraburi auf dem Festland per Boot. Unterkunft: "Golden Buddha Beach Resort", urige Öko-Häuser mit Open-Air-Bädern (ohne TV und Klimaanlage, Strom nur abends), Haus ab 126 Euro, www.goldenbuddharesort.com

Ko Lanta – Nicht nur für schwedische Familien

Auch wenn die Insel in der südlichen Andamanensee fest in schwedischer Hand ist und es sogar eine schwedische Schule gibt, hier locken flache, breite Strände und jede Menge kindgerechte Action auch Nicht-Schweden: Angeboten werden zum Beispiel Elefantenreiten, Affenshows, Schnorcheln und Kajaking. Kinder von vier bis zwölf Jahren zahlen meist die Hälfte, es gibt sogar Hotels mit Etagenbetten ("Royal Lanta").

Die wenigen Strandbars wechseln sich mit nächtlichem Entertainment ab, was Ko Lanta Remmidemmi und aufdringliche Barmädels erspart. Es ist ruhig und beschaulich, wie es sich für eine hauptsächlich von Muslimen bewohnte Insel gehört.

Anreise: per Boot von Phuket oder Krabi. Unterkunft: "Relax Bay Resort", 50 Bungalows und Hütten in kleiner Bucht, Pool, Yoga und gute thai-französische Küche, Doppelzimmer derzeit 38–99 Euro, www.relaxbay.com

Ko Mak – Für Individualisten

Still und überschaubar ruht die kleeblattförmige Insel im nördlichen Golf von Thailand. Keine Bars und Beachpartys, keine Jetskis und Banken. Stattdessen: Honeymoon-Pärchen aus Bangkok und Ruhesuchende Individualisten (auffallend viele Deutsche, deshalb gibt es auf der Insel auch viele Thais, die Deutsch sprechen, und Restaurants, die Schweinshaxe servieren).

Auf Ko Mak wird sich so schnell nichts ändern, denn das Eiland gehört einer angesehenen Thai-Familie, die es vor rund hundert Jahren vom König geschenkt bekam.

Anreise: per Boot von Laem Ngop aus. Unterkunft: "Good Time Resort", zweistöckige Thai-Villen und hübsche Stelzenhäuschen im weitläufigen Garten, zehn Minuten Fußweg zu zwei Stränden, Doppelzimmer 55–123 Euro, www.goodtime-resort.com

Ko Phangan – Für vollmondsüchtige Partyfans

Zu Vollmond verdreifacht und verjüngt sich auf dem bergigen Eiland auf einen Schlag die Inselbevölkerung – wenn Zehntausende Jugendliche in Partystimmung Ko Phangan entern. Besonders am Hat Rin geht immer irgendeine Party ab: Fullmoon Party, Halfmoon Party oder Shiva Moon Party.

So kommt auch der Service jugendlich-trendy daher: "Cosmic Energy Massage" oder "Dreadlocks Repair", ein Meditationskloster und gefühlte 100 Yoga-Retreats. Die Strände sind zahllos, leerer sind die traumschönen Buchten im abgelegenen Norden.

Anreise: per Fähre von der Nachbarinsel Ko Samui. Unterkunft: "Loyfa Natural Resort", familiäre Anlage mit Cottages und Pool-Villen am eigenen Ministrand, kleiner Pool. Doppelzimmer derzeit ab 64 Euro, loyfanaturalresort.com

Phuket – Für alle Fälle

Ob Design-Liebhaber, Sandburgen-Architekt oder Partygänger, ob Model, Mutter mit Kind oder Rentnerin, ob Anreise per Yacht, Privatjet oder Billigflieger – auf der Multikulti-Insel findet jeder die passende Ecke.

Man muss nur wissen, wo: Während sich im Süden noch kleine, ruhige Buchten finden, tobt am zentralen Patong Beach der thailändische Bär inklusive Go-go-Bars und "Pingpong-Show". Pauschalurlauber finden an den Stränden Kata und Karon ihr Liegestuhlparadies, die Luxusherbergen haben den Nordwesten der Insel fest in der Hand.

Anreise: per Flugzeug von Bangkok. Unterkunft: "Indigo Pearl", Designresort mit 40 Pool-Pavillons und Villen, preisgekröntem Spa, Premium Pearl Bed Suite pro Nacht derzeit ab 322 Euro, Pool Pavillon ab 469 Euro, www.indigo-pearl.com

Die Recherche wurde unterstützt vom Thailändischen Fremdenverkehrsamt und Thai Airways. Unsere Standards der Transparenz und journalistischen Unabhängigkeit finden Sie unter www.axelspringer.de/unabhaengigkeit.

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