15.11.12

Winterurlaub

Fünf Skiorte, die Sie vielleicht noch nicht kennen

Die Liste der üblichen Verdächtigen ist lang, wenn es um gute Skiorte geht. Doch es gibt noch eine Vielzahl interessanter Tipps in Schweden, Spanien oder Tschechien, die nicht in aller Munde sind.

Von Michael Hegenauer und Georg Weindl
Foto: PA/WILDLIFE

Auf dem Weg in den Norden muss man sich auf einiges gefasst machen… Wer nach Sälen, dem mit 54 Liften größten Skigebiet Schwedens reist, findet vor allem einen sehr familienfreundlichen Wintersportort vor.

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Für Familien: Sälen (Schweden)

Höhe ist nicht alles! Auf die richtigen Temperaturen kommt es an. Mit einer Höhenlage von 345 bis 890 Metern lockt man normalerweise keinen Skifahrer hinterm Ofen vor. Doch im schwedischen Wintersport-Hotspot Sälen gibt es dennoch fünfeinhalb Monate Wintersaison und mehr als 160 Tage, an denen Talabfahrten möglich sind.

Eine bizarr-pittoreske oder gar zerklüftete Gipfelwelt wie etwa in den Dolomiten darf man hier oben im Norden (Oslo liegt rund 250 Kilometer entfernt) nicht erwarten. Der Sälenfjällen ist ein rundlicher, bewaldeter Gigant – ein von der Eiszeit zurechtgeschobener Gebirgskorpus von 30 Kilometer Länge und 15 Kilometer Breite.

Hier werden aus sechs Skiorten vier Skigebiete: Lindvallen, Högfjället, Tandådalen, Hundfjället, Kläppen und Stöten. Lindvallen und Högfjället sind mit Liften verbunden und gelten als "das" Skikarussell Schwedens (54 Lifte). In Sälen (wie auch in den anderen 200 Skigebieten Schwedens) kennt man kaum Wartezeiten an den Liften.

Zudem ist man hier ganz auf Familienvergnügen im Schnee ausgerichtet: Kinder unter acht Jahren fahren gratis, wenn sie einen Skihelm aufhaben, es gibt zwei Ski-Kindergärten, kinderfreundliche Restaurants am Berg und sogar Kids-Après-Ski. www.skistar.com/salen

Viel Ruhe: Niederthai (Ötztal, Österreich)

So nah am Trubel und doch so ruhig. Während sich das Partyvolk in Sölden vergnügt (erst Berghütten, dann Après-Ski, schließlich Partymeile), verzieht sich der Ruhe suchende Wintersportler hinauf zu dem hoch über dem Ötztal (Tirol) gelegenen Bergbauerndorf.

Acht Kilometer oberhalb von Umhausen wohnt man hier in hochalpiner Einsamkeit, freut sich über die Idylle mit alten Bauernhöfen, gemütlichen Gasthäusern und einige wenigen Hotels. Vor der Haustür warten vier Skilifte und 22 Loipenkilometer auf rund 1600 Meter Höhe. Ideal wenn der Nachwuchs in Ruhe seine Kurven ziehen soll oder man selbst eher zu den weniger geübten Skifahrern gehört.

Für Abwechslung sorgt der Schnupperbiathlon, der jeden Donnerstagnachmittag angeboten wird. Und dann gibt es bei Niederthai noch zwei Rodelbahnen. Eine kurze am Wolfsegglift und eine lange im Horlachtal. www.oetztal.com

Schneeloch: Boží Dar (Tschechiche Republik)

Von Deutschland nach Boží Dar sind es gerade mal ein paar Hundert Meter. Der kleine Ort befindet sich gleich hinter der Grenze, die Deutschland und die Tschechische Republik trennt. Und Boží Dar gehört zum erstaunlich schneesicheren Erzgebirge. Gleich hinter dem "Hotel Praha" geht es los mit dem Skivergnügen der gemütlichen Art.

Zwei Ankerlifte bedienen die Kundschaft quasi direkt, ein paar Minuten mit dem Auto und man steht auf dem kostenlosen Parkplatz, der zu vier weiteren Liften des Neklid-Skigebietes führt. Boží Dar? Nie gehört, keine Zuordnung? Der nächste bekannte Ort ist Oberwiesenthal – Deutschlands höchstgelegene Stadt mit der ältesten Kabinenbahn (sie führt auf den 1215 Meter hohen Fichtelberg). Das Grenzgebirge zwischen Sachsen und Böhmen ist ein echtes Schneeloch, wenn man die Höhe von 860 bis 1244 Metern in Betracht zieht.

Gut 120 Tage kann man am Fichtelberg ins Tal rauschen, die Saison beginnt meist Ende November. Seit Jahren gibt es das Projekt, den (deutschen) Fichtelberg und den (tschechischen) Klinovec/Keilberg mit einer Kabinenbahn zu verbinden. Davon würde auch das beschauliche Boží Dar profitieren. Der Skipass gilt heute schon länderübergreifend. www.bozi-dar.eu

Gemütlich: Brigels (Graubünden, Schweiz)

Laax (Flims/Laax/Falera in Graubünden) hat bei Skifahrern und vor allem bei Boardern längst einen guten Klang, allein schon deshalb, weil hier die größte Halfpipe der Alpen steht und das Areal 220 Pistenkilometer bietet. Doch nur 15 Kilometer weiter westlich das Vorderrheintal herauf befinden sich auf einem Plateau mit sonniger Südausrichtung die gemütlichen Bergdörfer Brigels/Breil, Dardin, Danis-Tavanasa, Waltensburg/Vuorz und Andiast mit Unterkünften in allen Preislagen.

Das Skigebiet "Brigels-Waltenbsurg" reicht bis auf eine Höhe von 2418 Metern, 27 der 63 Kilometer Piste werden beschneit, die Abfahrten sind bis zu sieben Kilometer lang und extrabreit präpariert. Für Genussskifahrer (auch in kulinarischer Hinsicht!) und Familien ist das Skigebiet ideal geeignet: Es ist übersichtlich, die Wege sind kurz Wege, 85 Prozent der Pisten sind leicht bis mittelschwer Pisten, die Orte ruhig und beschaulich). Im Bergrestaurant Alp Dado auf 1850 gibt es nicht nur eine begehrte Sonnenterrasse, sondern sogar Familienportionen in Form eines Familientopfes und Familienkruges.

Zwei Einstiege lassen morgens keine Wartezeiten aufkommen: Man kann mit Sesselliften von Brigels (mit historischem Ortskern) oder von Waltensburg (mit dem ersten Biohotel der Schweiz: "Ucliva) einsteigen. Wer es ganz besonders ruhig mag, nächtigt in Andiast. www.surselva.info

Ski und Golf: Sierra Nevada (Spanien)

Die beste Zeit für das andalusische Pradollano (und damit für "Sol y Nieve", Sonne und Schnee) ist der April. Es gibt meist noch immer ausreichend Schnee, und Kenner schätzen dann die leicht aufgefirnte Unterlage. Die Sonne strahlt kräftig vom Himmel und wärmt schon richtig auf. Immerhin befindet sich die Sierra Nevada, Austragungsort der Ski-WM '96, südlicher als Tunis.

Der Blick vom fast 3400 Meter hohen Pico Veleta reicht an klaren Tagen bis nach Afrika. Gut hundert Pistenkilometer (ein Drittel davon beschneibar) bietet das für Genussfahrer ideale Skiareal.

Der besondere Clou aber ist die Nähe zu Granada (35 Kilometer) mit der sehenswerten Stadtburg Alhambra und die Nähe zum Meer: Die Küste ist schnell erreicht. Der beim Ort Motril gelegene Robinson Club "Playa Granada" ermöglicht es beispielsweise, Ski und Golf innerhalb eines sonnigen Urlaubs zu kombinieren: Der Golfplatz Los Moriscos liegt direkt am Club, ins Skigebiet dauert es gerade mal eine gute Stunde. Sportverrückte machen beides – an einem Tag. www.sierranevada.es

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