19.07.12

Venedig

Der Markusplatz ist für Kreuzfahrtschiffe gesperrt

Immer mehr Luxusliner gigantischen Ausmaßes steuern Venedig an. Viele Bürger der Lagunenstadt fürchten um ihre Gesundheit und die Bausubstanz alter Häuser. Ihr Protest hatte offenbar Erfolg.

Foto: picture alliance / Photoshot

Eine bedrohlich wirkende Kulisse: Ein Kreuzfahrtschiff fährt durch das Bassin vor dem Markusplatz
Eine bedrohlich wirkende Kulisse: Ein Kreuzfahrtschiff fährt durch das Bassin vor dem Markusplatz

Die Kreuzfahrtbranche boomt. Doch: Was die Reiseveranstalter freut, hat auch seine Schattenseiten. Denn kleinere Häfen, die besonders beliebt sind, platzen schon jetzt aus allen Nähten. Und die angelaufenen Städte leiden zunehmend unter den Schadstoffen, die aus den Schornsteinen der Luxusliner aufsteigen.

In Venedig ist die Kritik am Kreuzfahrttourismus besonders seit dem Unglück der "Costa Concordia" vor der Insel Giglio, bei dem am 13. Januar 32 Personen ums Leben gekommen waren, stark gewachsen. Wie das Reiseportal traveller online berichtet, protestierten in den vergangenen Wochen Tausende Bürger gegen die wachsende Zahl an Luxuslinern, die die Lagunenstadt ansteuern.

Die Kritik scheint Erfolg zu haben. So werden Kreuzfahrtschiffe künftig nicht mehr vor den Markusplatz fahren dürfen, wie das Reiseportal berichtet. Bürgermeister Giorgio Orsoni soll sich mit den Kreuzfahrtgesellschaften auf einen alternativen Weg geeinigt haben, der das Bassin vor dem Markusplatz ausschließt. Die Gesellschaften seien außerdem bereit, bei der Fahrt in die Lagunenstadt die umweltschädlichen Emissionen zu reduzieren.

Hohe Wellen gefährden Paläste

Zunehmend fühlen sich die Bewohner Venedigs von den vielen Touristen – darunter jährlich 1,6 Millionen Passagiere allein von Kreuzfahrtschiffen – verdrängt. Kritiker machen sich zudem nicht nur Sorgen um die Gesundheit der Menschen, sondern sehen auch wegen der hohen Wellen, die die Schiffe verursachen, die Bausubstanz der einzigartigen Stadt in Gefahr.

Natürlich bringen viele Touristen auch viel Geld. Doch da Kreuzfahrtpassagiere in der Regel nur wenige Stunden für den Aufenthalt in der Stadt zur Verfügung haben, sollen die Einnahmen vergleichsweise gering ausfallen.

Quelle: nics
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