Schwacher Euro
Urlaub in der Schweiz ist vielen Deutschen zu teuer
Der Höhenflug des Schweizer Franken sorgt dafür, dass sich immer weniger Gäste aus Deutschland einen Hotelaufenthalt in der Alpenrepublik leisten können. Andere Nationen haben diese Probleme nicht.
Der Höhenflug des Franken hat Schweizer Hotels für viele Deutsche und andere Euro-Besitzer so verteuert, dass sie die Herbergen der Alpenrepublik meiden. Vor allem aus der Bundesrepublik seien in der Wintersaison 2011/2012 weit weniger Gäste als noch im Vorjahr gekommen, teilte das Schweizer Statistische Bundesamt in Neuenburg mit.
Das "Logiernächte-Minus" für Europa beläuft sich den Angaben zufolge auf insgesamt elf Prozent – oder 736.000 Übernachtungen. Dabei ging die Zahl der Hotelbuchungen von Reisenden aus Deutschland gegenüber dem Vorjahreswinter um 16 Prozent zurück, was 388.000 Übernachtungen entsprach.
Auch Gäste aus den Niederlanden (-19 Prozent), Belgien (-12 Prozent), Italien (-7 Prozent) und Frankreich (- 3,9 Prozent) verbrachten weniger Nächte im teuren "Frankenland" oder suchten sich gleich andere Reiseziele.
Russen und Chinesen kommen
Derweil kamen mehr Besucher als früher aus Nicht-Euroländern, deren Währungen von der Frankenstärke weniger oder gar nicht betroffen sind. Vor allem aus Russland sowie China, anderen asiatischen Ländern und aus den Golfstaaten reisten mehr Gäste an. Insgesamt gingen die Übernachtungen trotzdem um 3,7 Prozent zurück.
Der Schweizer Franken gilt als sichere Währung und steht wegen der Euro-Schuldenkrise unter erheblichem Aufwertungsdruck. Als Gegenmaßnahme hatte die Schweizer Nationalbank im September 2011 eine Garantie für einen Mindestkurs von 1,20 Franken pro Euro abgegeben. Dafür muss sie immer wieder große Mengen Euro aufkaufen.
Nach Angaben der Schweizerischen Nationalbank wuchsen die Devisenreserven der Schweiz allein im Mai 2012 in Franken von 237,6 Milliarden auf den neuen Rekordstand von 303,8 Milliarden.
















