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07.05.10

Kleine Fluchten

So gut schmeckt der Herbst im Fläming

Das "Ferienhauses Am Webereck" im brandenburgischen Kloster Zinna scheint nur eine Bestimmung zu haben: Die Gäste mit allem Komfort zu verwöhnen. Hier kann man nach Herzenslust ausspannen. Und wer sich auch ein bisschen bewegen will, hat eine gigantische Inline-Piste vor der Haustüre.

© DDP
Grossbrand auf ehemaligem Truppenuebungsplatz
210 Kilometer lang ist die Flaeming-Skate-Strecke

Der Herbst hat die Reihen gewaltig gelichtet, auf der knapp 210 Kilometer langen Strecke Flaeming-Skate-Strecke ist Ruhe eingekehrt. Nur sonnige, trockene Tage können noch den einen oder anderen Inline-Fan verführen, warm eingepackt über das feine Asphaltband von Europas Skate-Paradies zu rollen - begleitet vom schläfrigen Landleben des südlichen Brandenburgs, von den reizvollen Landschaftsbildern im Niederen Fläming und Baruther Urstromtal.

Wo im Ort Kloster Zinna drei der sechs Skate-Rundkurse aufeinandertreffen und sich zugleich das Flüsschen Nuthe müßig durch feucht-kühle Wiesen schält, verbirgt sich in der nahen Wallstraße hinter der Tür der Nr. 14 eine Urlaubsadresse der Luxusklasse. Lange bevor dort erstmals Gäste auf 136 Quadratmetern eine Auszeit vom Alltag nahmen, begann die Geschichte des "Ferienhauses Am Webereck" als Mosaikstück einer 1764 entworfenen Kolonistensiedlung: Es war Friedrich der Große, der hier eine quadratische Stadtanlage erbauen ließ und dabei nicht versäumte, die Reste des Zisterzienserklosters zu integrieren. Weber aus der Oberlausitz wurden angeworben, die Häuser den Bedürfnissen ihrer Bewohner angepasst.

Das ehemalige Weberhaus in der Wallstraße trat 2006 - modernisiert, umgestaltet und komplett neu eingerichtet - seine Bestimmung als Ferienhaus an: Ein kombiniertes Wohn-/Esszimmer, die voll ausgestattete Küche, drei Schlafzimmer, Bad und Toiletten verteilen sich auf zwei Etagen, wo bis zu sechs Personen vor allem eines vorfinden: reichlich Platz. Überwiegend warme, helle Farben dominieren das moderne Ambiente von Mobiliar und liebevoll ausgesuchten Wohnaccessoires. In dem geschmackvollen Nichtraucherhaus fühlt sich der Gast wie im siebten Urlaubshimmel und ein bisschen auch wie zu Hause, denn es mangelt an nichts.

Hier kann man sich wohl fühlen

Auf den Sofas liegen Wolldecken zum Kuscheln, in den Regalen laden Spiele und Bücher zu geselligen wie stillen Stunden, in der Diele verrät ein Schwarzes Brett Gastro-Tipps für kochfreie Tage. Wem dabei der Sinn nach einer Mahlzeit in gehobener, romantischer Atmosphäre steht, entdeckt eine Straße weiter in der "Alten Försterei" eine empfehlenswerte Adresse. Mit deftigen Gerichten lockt das "Kloster-Eck" in die Klosterstraße, wo die Speisekarte Lust auf Eisbein mit Sauerkraut oder Wildbratwurst macht.

Ebenfalls in der Klosterstraße verharren seit mehr als 800 Jahren die alten Mauern des Klosters Zinna, das dem Ort seinen Namen gab. Längst haben die Zisterziensermönche die Anlage verlassen, die erhaltenen Gebäude verströmen aber noch immer den Geist der Ordensgemeinschaft und ermuntern Touristen zum Kommen. Die Architektur der Klosterkirche spricht die schlichte Formensprache der Spätromanik - ganz im Gegensatz zu den backsteinroten, giebelgekrönten Prachtbauten des Abteikomplexes aus gotischer Zeit.

Geschichte der Zisterzienser

Im einstigen Abtshaus, der Neuen Abtei, erzählt heute ein Museum die Geschichte der Zisterzienser. Weit weltlicher geht's dagegen nebenan in der Alten Abtei zu, wo einem das alkohollastige Vermächtnis des Bruders Lukas Nase und Gaumen streichelt: Schon beim Eintreten macht sich der Duft der Ingredienzien breit, die in der kleinen "Likörwerkstatt" für die Herstellung der legendären Kräuteressenz gebraucht werden. Nach einem Blick auf Bottiche und Destillierblase versteht es sich für die Besucher von selbst, dass das Endergebnis beim kräftigen Probeschluck auch auf seine Wirkung getestet wird, während allerdings die Rezeptur des "Zinnaer Klosterbruders" ein Geheimnis bleibt.

Derart gestärkt, ist der vier Kilometer lange Weg ins mittelalterliche Jüterbog nur noch halb so weit. Ein Spaziergang durch das hübsche Städtchen muss schon sein, bevor es als Belohnung für die pflastermüden Beine weiter nach Luckenwalde geht. In der Fläming-Therme wartet eine Badeoase auf die ganze Familie: Während sich der Nachwuchs hier auf die 90 Meter lange Reifenrutsche wagt, zieht Papa vielleicht im großen Sportbecken seine Bahnen oder schwitzt in der Sauna, und Mama gönnt sich bei Packung und Massage ein wohltuendes Wellnessmenü.

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