16.04.10

Kleine Fluchten

Fürstlich logieren im Osten Brandenburgs

Als Schloss Steinhöfel nach seiner Renovierung 2002 als Hotel seine herrschaftlichen Pforten öffnete, hatte der Adelssitz bereits eine bewegte Geschichte hinter sich. Einst ein einmaliges Ensemble im frühklassizistischen Stil, erfuhr das Schloss durch die Hand späterer Bewohner noch manche bauliche Korrektur.

Neugierig lugt ein Sonnenstrahl durch den Spalt des Vorhangs und schickt einen wärmenden Morgengruß in die heimeligen Zimmer des Schlosses. Während sich dort die Logiergäste den Schlaf aus den Augen reiben, hat sich die Natur vor den Fenstern längst für den Tag gerüstet.

Das Zwitschern der Vögel hängt wie eine Glocke über dem Park von Steinhöfel, der sich mit weiten Wiesenflächen und einzelnen Baumgruppen im Kleid eines englischen Landschaftsgartens zeigt. Einsame Wege säen ihre verschlungenen Spuren in das 43 Hektar große Gelände, wo sich pittoreske Brückchen über verzweigte Wasserarme beugen.

Als Schloss Steinhöfel nach seiner Renovierung 2002 als Hotel seine herrschaftlichen Pforten öffnete, hatte der Adelssitz bereits eine bewegte Geschichte hinter sich. Einst ein einmaliges Ensemble im frühklassizistischen Stil, erfuhr das Schloss durch die Hand späterer Bewohner noch manche bauliche Korrektur und machte in den letzten Jahrzehnten schließlich eine Karriere als Kinderkrippe, Dorfladen oder Turnhalle.

stimmungsvolle Reise in die alte zeit

Heute unternehmen die Besucher von Steinhöfel wieder eine stimmungsvolle Reise in die gute alte Zeit. Knarrendes Parkett, Stuck, Kerzenlüster, Gemälde und üppige Vorhangstoffe - der Zauber des zinnengekrönten Schlossbaus ist für Gäste mit Erholungswünschen sehr attraktiv. Übernachtet wird in individuell gestalteten 25 Doppel- und fünf Einzelzimmern. In den mit Antiquitäten eingerichteten Räumen steckt eine ordentliche Portion Liebe zum Detail, die sich ebenso im Rest des Hauses zeigt: im Café Luise, in dessen lichter Atmosphäre das Frühstück serviert wird; im stilvollen Wintergarten, der seine Türen auf eine große Terrasse öffnet; und im Restaurant Valentin, wo sich die Gäste zu leiser Musik ganz dem Genuss von Wildconsommé oder Jakobsmuscheln, Hasenrücken oder Zander hingeben.

Spazieren, Schlemmen und Saunieren. Es gibt einige Möglichkeiten, als Schlossherr auf Zeit lustvoll durch den Tag zu kommen. Aber ein bisschen echtes Sightseeing darf's dann trotzdem auch noch sein. Gleich vor der Tür befindet sich Steinhöfels Dorfkirche mit ihrem sehenswerten Innenleben. Und ein paar Kilometer weiter wartet Fürstenwalde. In der einstigen Bischofs- und Handelsstadt dominiert der weit über 500 Jahre alte Dom St. Marien die Stadtmitte - als großartig konservierte Ruine einer spätgotischen Hallenkirche. Der Innenraum birgt unter einer modernen Deckenkonstruktion von Arkaden durchbrochene Mittelschiffwände, die kein Gewölbe mehr tragen, stattliche Pfeiler, die in die Höhe streben und unvermittelt innehalten - als würden die Baumeister ihre Arbeit fortsetzen.

In direkter Nachbarschaft zu Fürstenwaldes Wahrzeichen gibt die alte Schule dem städtischen Museum ein Zuhause. Eine bemerkenswerte Ausstellungskonzeption bereitet hier Stadtgeschichte aufs Spannendste auf und lüftet manches Geheimnis um Raubritter, Schätze, japanisches Bier, Erfindungen ... Unbedingt ansehen!

Sülze, Eisbein und Roulade

Naturfreunde werden Fürstenwalde nicht verlassen, ohne seinem Heimattiergarten einen Besuch abzustatten. Ein ausgedehnter Spaziergang führt vom Domplatz Richtung Stadtpark - vielleicht mit kleinem Abstecher über die Tuchmacherstraße, wo im Zunfthaus 383, dem schmalsten Haus des Ortes, Herzhaftes aus Topf und Pfanne die Küche verlässt.

Gestärkt von Sülze, Eisbein und Roulade streifen die Tagesausflügler nur wenig später im Schatten hoher Kiefern durch die acht Hektar große Anlage. Rotfüchse dösen hier träge in der Sonne, während ein Luchs auf dickpelzigen Pfoten sein Revier abschreitet, Wildschweine suchen im Schlamm nach Schätzen, während ein Waldkauz stumme Wache hält. Und nicht nur die jüngsten Gäste erliegen dem Charme der frechen Ziegen, die einem mit rauer Zunge das Futter von den Händen lecken.

Die Reise wurde unterstützt vom Schloss Steinhöfel.

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