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19.01.11

"RiskMap"-Studie

Das sind die gefährlichsten Länder weltweit

Wie sicher sind Auslandsreisen 2011? Die internationale Studie "RiskMap" hat die Sicherheitslage in 173 Ländern untersucht.

AFP

O-Ton Auswärtiges Amt: "Vor Reisen nach Somalia und in die Gewässer vor Somalia wird eindringlich gewarnt. Deutschen Staatsangehörigen wird dringend geraten, das Land zu verlassen. In ganz Somalia besteht für westliche Staatsangehörige ein sehr hohes Entführungsrisiko."

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Die Sicherheitslage für Reisende hat sich weltweit im Vergleich zum Vorjahr verschlechtert. Das geht aus der neuen Studie "RiskMap 2011" der internationalen Unternehmensberatung für Risikomanagement Control Risks mit Sitz in London hervor, die weltweit die Sicherheit für Geschäftsleute im Ausland untersucht.

Diese RiskMap klassifiziert einmal pro Jahr 173 Länder weltweit in fünf Risikostufen: unerheblich, niedrig, mittel, hoch und extrem. Das Sicherheitsrisiko wird dabei ermittelt aus der Zahl der Diebstähle und Kleinkriminalität, Überfälle, Entführungen und bewaffnete Übergriffe sowie Sachbeschädigung, Betrug und die Gefahr von Terroranschlägen.

Die gefährlichsten Länder der Welt bleiben Länder, in die ohnehin kaum jemand freiwillig reist: Somalia und Afghanistan. In beiden Staaten gilt die höchste Risikostufe "extrem Pakistan ist inzwischen mit einem hohen bis extremen Risiko als fast ebenso bedrohlich eingestuft.

Nicht nur Krisengebiete, auch Urlauberziele

Betroffen sind aber nicht nur Krisengebiete, sondern auch beliebte Reiseziele von Urlaubern: Deutlich gefährlicher geworden ist die Lage in Mexiko. Als Folge der kriegsähnlichen Auseinandersetzungen zwischen Drogenkartellen ist das Risiko bewaffneten Überfällen und Entführungen enorm gestiegen. Control Risks erwartet, dass sich die Sicherheitslage weiter verschlechtert. Daher gilt für 2011 in weiten Teilen des Landes die Risikostufe "hoch". Als Folge der Drogenkonflikte verschlechtert sich auch die Sicherheitssituation in ganz Mittelamerika. Die einzigen Länder mit niedrigem Risiko sind Costa Rica and Belize.

Auch auf den Inseln im Indischen Ozean wie den Seychellen und Malediven hat sich das Risiko inzwischen von unerheblich auf "niedrig" bzw. "mittel" erhöht. Ein Grund ist die Piraterie auf internationalen Seehandelsrouten, aber auch teilweise eine instabilere politische Lage auf den Malediven.

Sorgen bereitet dem Unternehmen die Lage in den arabischen Ländern Nord-Afrikas und im Nahen Osten. Deutschland-Chef von Control Risks, Hans-Jürgen Stephan, sagt: "Die aktuellen Unruhen in Tunesien stehen vor allem vor dem Hintergrund der hohen Jugendarbeitslosigkeit in den arabischen Ländern. Wir werden beobachten müssen, ob sich die gleiche Problematik auch zum Beispiel in Ländern wie Ägypten auswirkt". Die politische Lage sowie das Sicherheitsrisiko haben sich in Ägypten bereits im Vergleich zum Vorjahr von der Sicherheitsstufe "niedrig" auf "mittel" verschlechtert.

In Afrika ist die Anzahl der gefährlichen Länder besonders hoch. In Zentral-, Ost- und Westafrika wird das Risiko in vielen Ländern mit "hoch", teils mit "extrem" bewertet. Stephan: "Wir beobachten die Lage dort besonders genau und erwarten viel Bewegung, da hier insgesamt 20 Wahlen stattfinden werden". Problematisch ist die Lage im beliebten Reiseland Kenia (teilweise "hoch" im Norden und Osten). Ausnahmen sind Namibia und Botsuana mit einem niedrigen Sicherheitsrisiko.

Südafrika schwankt zwischen "mittel" und in den städtischen Regionen bei "hoch". Ohnehin gelten Mega-Städte wie Johannesburg, Rio de Janeiro oder auch Buenos Aires als zunehmend gefährlich. Das liegt vor allem an der Entwicklung sogenannter "ungoverned spaces".

"Das starke Anwachsen von Stadtvierteln, in denen die staatliche Gewalt teilweise ausgehebelt wird, ist ein sehr besorgniserregender Trend", sagt Hans-Jürgen Stephan. In bis zu 25 Prozent der Fläche von Städten wie Rio de Janeiro, Sao Paulo, Buenos Aires, Bogotá und Mexiko City kämpft der Staat mit Banden um die Kontrolle. Bewaffnete kriminelle Gruppen beherrschen ganze Stadtviertel. Unterbezahlte und schlecht ausgestattete Polizisten können nicht oder kaum für staatlichen Schutz sorgen, so dass es der organisierten Kriminalität gelingt, in Teilen den staatlichen Machtapparat zu ersetzen.

Laut RiskMap ist in einigen Metropolen auch der Anteil der Schattenwirtschaft extrem hoch: In Kinshasa im Kongo haben laut Schätzungen weniger als fünf Prozent der Einwohner ein reguläres Einkommen. Verbessert hat sich in Südamerika: In Kolumbien wurde erstmals seit vielen Jahren die Risikostufe von hoch auf mittel herabgesetzt – eine ähnliche Sicherheitslage wie in Peru und Brasilien. Andere Staaten in Südamerika – wie Paraguay, Uruguay, Argentinien und Chile – gelten als genauso sicher wie die USA, Kanada oder Australien. Hier herrscht ein niedriges Sicherheitsrisiko.

Und in welchen Ländern ist es sicher?

Portugal, Skandinavien, Luxemburg und die Schweiz sind die sichersten Länder der Erde. Portugal wird erstmals mit der niedrigsten Risikostufe "unerheblich" bewertet. Diese Bestnote für Sicherheit erhalten seit vielen Jahren auch Norwegen, Schweden, Dänemark, Finnland und Island sowie Luxemburg und die Schweiz. Damit sind sie sicherer als Australien, Neuseeland, die USA und auch Kanada, in denen das Risiko als "niedrig" eingestuft wird.

Deutschland erhält, wie die meisten Länder in Europa, die Risikostufe niedrig. Es gibt nur wenige Ausnahmen in Westeuropa, in denen das Sicherheitsrisiko erhöht ist – betroffen ist Beispiel Sizilien und weitere Teile Süditaliens an der Stiefelspitze, das Baskenland in Spanien sowie die griechischen Metropolen Thessaloniki und Athen mit einem mittleren Risiko.

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