27.02.13

Indian Railways

23 Millionen Passagiere, 9000 Züge und ein Defizit

23 Millionen Fahrgäste befördert Indian Railways am Tag. Dennoch steckt das staatliche Unternehmen in finanziellen Schwierigkeiten. Mit neuen Maßnahmen sollen die Defizite nun ausgeglichen werden.

Foto: REUTERS

Im nordindischen Bundesstaat Uttar Pradesh versuchen Pendler, einen Platz in – beziehungsweise auf – einem völlig überfüllten Zug zu bekommen.

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Der Zug ist voll? Macht doch nichts! In Indien lassen sich Fahrgäste davon nicht so leicht abschrecken. Zur Not klammern sich die Passagiere eben von außen an die Waggons oder reisen auf den Dächern mit. Auch sperriges Gepäck wie Fahrräder oder Getränkekanister werden gern von außen an die Fenstergitter gehängt.

23 Millionen Fahrgäste am Tag befördert Indian Railways, eine der größten Eisenbahngesellschaften der Welt. Das staatliche Unternehmen wickelt fast den kompletten Schienenverkehr in Indien ab. Obwohl 9000 Passagierzüge im Einsatz sind, sind die Waggons aber oft hoffnungslos überfüllt.

Dennoch ist das Unternehmen chronisch unterfinanziert. Der Haushaltsplan der Bahn für das laufende Jahr, den Indiens Eisenbahnminister Pawan Kumar Bansal nun in Neu-Delhi bekannt gegeben hat, war denn auch mit Spannung erwartet worden.

Bindung an Kraftstoffpreise

Danach plant das Unternehmen, die Preise für Passagiertickets und die Frachttarife in Zukunft erstmalig an die Kraftstoffpreise zu binden. Bei den Gebühren für Warentransporte soll die neue Regelung am 1. April in Kraft treten. Wann auch die Preise der Passagiertickets auf diese Weise gebunden werden, ist noch offen.

Am 21. Januar waren die Tarife für Zugtickets zum ersten Mal seit etwa zehn Jahren angehoben worden. Die nun angekündigten Maßnahmen sollen weiter dazu beitragen, die enormen Defizite von Indian Railways auszugleichen. Bis 2020 sollen ferner 259 Milliarden US-Dollar in den Ausbau und die Modernisierung des Unternehmens investiert werden.

Fahrpreise zu erhöhen, kann eine Sanierungsmaßnahme sein. Wie man den Besitz gültiger Fahrkarten in Zügen kontrolliert, aus deren offenen Türen die Menschen wegen Platznot in Trauben heraushängen, ist eine andere Frage.

Quelle: Bloomberg/nics
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