14.02.13

Dramatische Zustände

Carnival streicht zwölf Kreuzfahrten aus Programm

Erst die Havarie der "Costa Concordia", nun das: Passagiere berichten von dramatischen Zuständen an Bord der "Carnival Triumph", die vor Mexiko im Meer trieb. Die Reederei zieht Konsequenzen.

Foto: REUTERS

Bevor die „Carnival Triumph“ in den Hafen von Mobile geschleppt wurde, näherte sich ein Boot der US-Küstenwache dem Kreuzfahrtschiff im Golf von Mexiko
Bevor die "Carnival Triumph" in den Hafen von Mobile geschleppt wurde, näherte sich ein Boot der US-Küstenwache dem Kreuzfahrtschiff im Golf von Mexiko

Nach schweren technischen und anderen Mängeln an Bord des Kreuzfahrtschiffs "Carnival Triumph" hat der texanische Reiseveranstalter Carnival Cruise Lines zwölf weitere Reisen mit diesem Schiff aus seinem Programm gestrichen. Unterdessen wurde die "Triumph" mit mehr als 4000 Menschen an Bord in den Hafen von Mobile im US-Staat Alabama geschleppt.

Das Schiff ist seit einem Brand im Maschinenraum manövrierunfähig. Der Ausfall der Maschinen ereignete sich am 10. Februar gut 240 Kilometer vor der Küste der mexikanischen Halbinsel Yucatán im Golf von Mexiko. Zunächst hatte das Kreuzfahrtschiff in den Hafen von Progreso in Mexiko gebracht werden sollen, dann entschied man sich aber für Mobile in Alabama.

Die "Triumph" war am 7. Februar von Texas aus in See gestochen. Bei dem Zwischenfall vor der mexikanischen Küste wurde nach Angaben der Reederei niemand der 3143 Passagiere und 1086 Crewmitglieder verletzt. Die automatischen Feuerlöschsysteme des Schiffes hätten den Brand umgehend unter Kontrolle gebracht.

Abwasser überlaufender Klos rinnt durch Gänge

Reisende beschwerten sich einem Bericht des Nachrichtensenders CNN zufolge aber über die Bedingungen an Bord des Kreuzfahrtschiffes. In Fluren und Kabinen stehe Abwasser, der Gestank sei unerträglich. Viele Menschen müssten auf Matratzen unter freiem Himmel auf dem Deck schlafen.

Ein Sprecher von Carnival sagte am Dienstag, dass sich die Situation auf dem Schiff verbessert habe. Die Toiletten seien nur vorübergehend ausgefallen und funktionierten mittlerweile wieder. Die allgemeine Stimmung der Kreuzfahrtgäste sei "den Umständen entsprechend gut".

Das klingt recht harmlos im Verleich zu dem, was "Bild.de" am Tag darauf berichtet. Dort heißt es, da die Toiletten kaputt seien, rinne das Abwasser überlaufender Klos durch die Gänge und Teppiche seien von Urin durchtränkt. Der Gestank sei so unerträglich, dass sich Passagiere übergeben müssten.

Durch den Stromausfall würden die Lebensmittel in den Kühlräumen verderben – Essen und Wasser würden knapp werden. "Die Tagesration ist ein Sandwich (belegt mit Zwiebeln und Gurken) sowie eine Flasche Wasser. Um die Lage erträglich zu machen, verteilt die Crew wenigstens alkoholische Gratis-Drinks", wird der Passagier Rob Mowlam zitiert, der seinem Vater per Telefon von den Zuständen an Bord berichtet haben soll.

Im Januar 2012 war die zur Reederei Carnival gehörende "Costa Concordia" vor der italienischen Küste havariert. Bei dem Unglück starben 32 Menschen.

Quelle: AP/AFP/nics
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