10.02.13

Am Himalaja

Im indischen Darjeeling gibt der Tee den Takt vor

Alle Welt kennt Darjeeling – als berühmte Teesorte. Weniger bekannt ist das indische Städtchen gleichen Namens, ein altmodisches, aber liebenswertes Relikt aus der britischen Kolonialzeit.

Von Ulrich Machold
Foto: picture alliance/Eitan Simanor

Es gibt fast nur weibliche Teepflücker auf den Plantagen in Darjeeling. Sie arbeiten sorgfältiger. 70 Prozent der indischen Teeproduktion bleiben im Lande
Es gibt fast nur weibliche Teepflücker auf den Plantagen in Darjeeling. Sie arbeiten sorgfältiger. 70 Prozent der indischen Teeproduktion bleiben im Lande

Logik ist beileibe kein Maßstab für alles, aber die meisten Dinge entkommen ihr nur selten. Menschen werden älter, Länder reicher, Städte größer, und damit verändern sie sich meist genau so, wie man das erwarten würde (mal abgesehen von den Bewohnern Berlin-Kreuzbergs, die darauf bestehen, dass eine Wohnung auch im Jahr 2012 noch 50 Mark Miete kosten soll).

Deshalb wird man ein Gefühl nicht los, wenn man auf einer knarzigen Terrassenbank vor dem "Windamere Hotel" im indischen Darjeeling am Fuß des Himalaja sitzt, kurz nach Sonnenaufgang, wenn sich die über Nacht abgekühlten Wolken den Hang hinauf und über alles hinwegwälzen.

Wenn nichts zu sehen ist außer einem Glühen von überall her und ab und zu einem Fetzen Grün im Tal, 2000 Meter tiefer. Wenn das einzige Geräusch eine Gebetsglocke irgendwo im Nebel ist und ein weiß behandschuhter Kellner mit Turban schweigend Tee serviert. Das Gefühl, dass es diesen Ort, rein logisch, nicht mehr geben dürfte.

Und das ist auch so. Darjeeling ist eine Anomalie. Jeder kennt den Namen des indischen Städtchens in den Ausläufern des Himalaja, denn hier wächst der beste Tee der Welt.

Relikt aus vergangener Zeit

Gleichzeitig aber ist Darjeeling ein Relikt aus einer Zeit, als Indien noch lange keine aufstrebende Wirtschaftsmacht war, sondern das Herz des britischen Weltreichs, gebaut aus roher Gewalt und feiner Eleganz, Gewürzen und Opium, großen Ideen und falsch verstandenen Idealen.

Das heißt natürlich nicht, dass in Darjeeling Elefanten über den Marktplatz stampfen oder Ladys mit Sonnenschirmchen auf Veranden Platz nehmen. Aber der "Raj", die 100-jährige britische Herrschaft, ist hier noch lebendig wie kaum sonst irgendwo. Die Vergangenheit schwebt durch Darjeeling wie ein Gespenst, das die Ruinen eines gefallenen Imperiums besucht.

Und im "Windamere", einem der exzentrischsten, vielleicht schönsten, ganz sicher aber zauberhaftesten Hotels der Welt, wohnt sie wahrscheinlich. Zwischen Bougainvillea-Büschen, die aus Badewannen wachsen, gedrechselten Säulen, schmiedeeisernen Waschbecken und Chesterfield-Garnituren.

Dass das Hier und Heute an Darjeeling derart vorbeizog, hat, wenn man so will, Tradition. Die East India Company, der militärisch-industrielle Arm des Empire, pachtete die Gegend 1835 vom Königreich Sikkim, um in dem milden Gebirgsklima ein Sanatorium zu errichten.

Im Gegenzug bekam der König eine Kanone, ein Gewehr, einen Ballen Stoff und zwei Schals – ein Geschäft, das er im Nachhinein als so mies empfand, dass es die Atmosphäre nachhaltig vergiftete.

Zwischen 1850 und 1866 annektierten die Briten folgerichtig die gesamte Umgebung und begannen im großen Stil mit dem Anbau von Tee aus China, der sich an den Hängen äußerst wohlfühlte. Nach und nach kamen immer mehr Teile der in Kalkutta ansässigen Kolonialregierung aus ihrer brütend heißen Hauptstadt für ein paar Monate im Jahr in die Berge.

Viktorianisches Städtchen am Himalaja

Aus Darjeeling wurde ein viktorianisches Städtchen am Himalaja, das sich jeden Sommer mit Beamten, Soldaten und Teepflanzern füllte sowie all den Lehrern, Händlern und Handwerkern, die so ein Kleinstaat zum Funktionieren braucht. Dann zogen sie wieder weg. Die Moderne war in Darjeeling schon immer nur zu Besuch.

Im "Windamere" sieht es heute noch so aus wie damals. 1889 entstand das Hotel als Pension für die periodisch Zuwandernden, wo man miteinander lebte, aß und feierte (da viele Gäste allein reisende Frauen von in der Ebene verbliebenen Offizieren waren und viele Teepflanzer aus Prinzip nicht heirateten, hatte das durchaus auch eine pikante Note).

Nun steht es noch immer auf dem höchsten Hügel des Bergstädtchens als Kollektion verwunschener Häuschen, verbunden durch Vorgärten, Kieswege und Blumenbeete – und verweigert sich störrisch jeder Veränderung.Es gibt keine Fernseher, keine Computer, keine Zentralheizung.

Stattdessen gibt es: einen offenen Kamin in jedem Zimmer, eine Bibliothek mit alten, obskuren Büchern über vergessene Prinzen, Wärmflaschen in den Betten sowie eine erstklassig ausgestattete Hotelbar, in der Schlager der 30er-Jahre laufen.

Das 20. Jahrhundert verschaffte sich nur einmal auf breiterer Front Zugang, als das Management die Badezimmer modernisierte und Telefone installieren ließ. Allerdings: Die Telefonanlage lässt aufgrund eines bis heute unauffindbaren Fehlers bei einem Anruf gleich mehrere Apparate quer durchs Hotel läuten. Als Resultat fängt die Rezeption nun alle Gespräche ab und zitiert den Angerufenen dann mittels eines Bediensteten zur Entgegennahme der Störung an den Empfang.

Kettenbetriebene Toilettenspülung von 1912

Und in den sanierten Bädern flehen Schilder so höflich wie bestimmt, auf keinen Fall an irgendwelchen Armaturen herumzuspielen (um, zum Beispiel, die Temperatur des Badewassers zu beeinflussen) – die Maschinerie befinde sich in einem empfindlichen Gleichgewicht, das zum Wohle des Gastes unter keinen Umständen gestört werden dürfe. Und an der kettenbetriebenen Toilettenspülung verweist eine Tafel stolz darauf, dass dieses Gerät seit 1912 störungsfrei seinen Dienst verrichtet.

Allerdings muss man so weit erst einmal kommen. Das geht per knochenzermalmender Autofahrt vom Provinzflughafen Bagdogra, lässt sich aber auch deutlich schöner bewerkstelligen: Die 1881 von den Briten in die Berge gebaute Eisenbahn ist heute noch in Betrieb, inklusive ihrer Dampfloks, die immer und immer wieder zusammengeflickt werden.

Für die gut 80 Kilometer (und 2000 Höhenmeter) ab Siliguri braucht der Zug acht Stunden und fährt dabei manchmal so dicht (und langsam) an den Häuserwänden der Dörfer vorbei, dass deren Bewohner den Passagieren durch die Fenster Lebensmittel verkaufen. Dazwischen blickt man in Täler, auf Tempel und Missionarsschulen, während Klima, Flora sowie das Aussehen der Menschen in den Straßen stetig und radikal anders werden.

Denn Darjeeling ist eben auch, oder vor allem, ein Teil des Himalaja. Die meisten der 130.000 Einwohner haben ihre Wurzeln in Sikkim, Tibet, Bhutan oder dem legendären nepalesischen Kriegervolk der Gurkhas. Das Leben in Darjeeling ist deshalb immer noch ein rauschender Strom aus tausend Sprachen, Farben, Göttern und Gerüchen.

Wenn es in Europa kalt ist, zwischen Oktober und April, ist die beste Zeit, um das zu erleben. Im "Windamere" feiern sie auch das – und dazu körbeweise Anekdoten.

Schauspielerin Vivian Leigh ging hier zur Schule

Eines der Gebäude beherbergte früher die katholische Mädchenschule, in der die Schauspielerin Vivian Leigh ihre Kindheit verbrachte – bevor sie 1939 in "Vom Winde verweht" Scarlett O'Hara spielte.

In der Hotelbar traf die New Yorker Society-Größe Hope Cooke 1959 den letzten Kronprinzen von Sikkim und heiratete ihn vier Jahre später. Irgendwann kam Prinz Peter von Griechenland vorbei, dann Peter Ustinov, auch Queen Elizabeth II. war kurz zu Gast. Von solchen Ereignissen und vielen anderen zeugen Hunderte Schwarz-Weiß-Fotos, die jeden Flecken Wandfläche bedecken.

Das Personal umfasst alle ethnischen Gruppen der Umgebung und versieht seine Pflichten meist in der jeweiligen Nationaltracht, verfeinert höchstens mit einer Livree oder einem Dinner Jacket. Jeder Hotelgast wird an der bewachten Auffahrt persönlich begrüßt und wieder verabschiedet.

Auch andere Sitten hat das Haus nie abgelegt: Wie früher werden alle Mahlzeiten gemeinsam im Speisesaal eingenommen, zu festen Zeiten – und versetzt für Erwachsene und Kinder. Nachmittags gibt es klassischen High Tea im Wohnzimmer, und abends sitzt man, wenn man möchte, um einen der Kamine in Bar oder Bibliothek, lernt sich kennen und erzählt sich Geschichten.

Dabei hilft, dass viele der Gäste in den nur 40 Zimmern viel zu erzählen haben: Oft sind sie weltgewandte Inder aus Delhi oder Kalkutta sowie Menschen aus allen Ecken des ehemaligen Weltreiches, die im alten Indien Kinder waren und nun immer wiederkommen, um sich daran zu erinnern. Anschließend kann man bei Rudyard Kipling oder E. M. Forster nachlesen, warum es in Britisch-Indien doch nicht so glamourös zuging – vor allem, wenn man Inder war.

Welt aus Luxus und Stromausfall

Es ist eine Welt aus stillem, wohnlichem Luxus und dem einen oder anderen Stromausfall, in der es tatsächlich nicht viel zu tun gibt. Man könnte wandern gehen, aber die Luft ist so dünn.

Man könnte Sightseeing betreiben, aber man sieht schon so viel beim täglichen Verdauungsspaziergang. Man könnte alles Mögliche tun, aber man sitzt meist doch nur auf der Terrasse und schaut, wenn sich der Nebel verzogen hat, auf die fünf Gipfel des Kanchenjunga, 8586 Meter hoch, der dritthöchste Berg der Welt.

Wobei: In Wahrheit gibt es doch einiges zu tun. Am wichtigsten ist natürlich der Tee, das Herz Darjeelings und die Wurzel seiner Existenz. Es gibt in den Hügeln um die Stadt Dutzende Plantagen sowie sehr viele Menschen, die am Geschmack nicht nur den Hersteller, sondern auch die Erntezeit erkennen können.

Sehr gut kann man sich etwa in den Happy Valley Tea Estates in diese Geheimwissenschaft einführen lassen, in das Brechen der Blätter, das Rollen, das Trocknen und in die Frage, warum eigentlich auch heute praktisch nur Frauen Tee ernten (Antwort: Sie sind einfach sorgfältiger).

Die Plantage wurde 1836 gegründet und beliefert heute unter anderem exklusiv das Londoner Nobelkaufhaus Harrods. Allerdings kann man vor Ort durchaus ein Beutelchen erhalten.

Man kann auch einfach nur über die zwei Hauptstraßen schlendern und sich von einem billigen Souvenirladen in ein winziges Geschäft voller Antiquitäten treiben lassen, die von außen exakt gleich aussehen und sich nur darin unterscheiden, dass in Letzterem ein Hongkong-Chinese mit dem Besitzer darüber streitet, ob ein Exponat nun 300 oder doch nur "maximal 100" Jahre alt ist.

Oder man besucht weiter die Überbleibsel der Vergangenheit: den Gymkhana Club etwa, einst Treffpunkt der sportbegeisterten Kolonisten, vor dessen staubiger Tennishalle heute Schulkinder Karate üben. Die 1843 erbaute St. Andrew's Church, die genau so in jedem schottischen Dorf stehen könnte.

An den Wänden ausgestopfte Tigerköpfe

Oder den Planters' Club, früher Zentrum des gesellschaftlichen Lebens, wo die Teepflanzer abends ihre Tage ertränkten. Leider verirrt sich heute kaum noch jemand an die Billardtische in den getäfelten Räumen, an deren Wänden ausgestopfte Tiger- und Gemsenköpfe hängen – obwohl die Terrasse einmalig günstig gelegen ist, um hier einen Sundowner einzunehmen (darüber hinaus ist sie mit einem antiken Maschinengewehr bestückt).

Die schönste Attraktion ist deshalb das ausgelegte "Beschwerdebuch", in das die Mitglieder früher ihre Klagen schrieben, und wo das Management, leicht genervt, auch antwortete.

Zum Beispiel so: (Mitglied): "Die Kulis machen schon vor Sonnenaufgang einen erbärmlichen Krach, an Schlaf ist nicht zu denken!" (Antwort des Managers): "Wir werden alles Menschenmögliche tun, um in Zukunft nur noch stumme Kulis anzuheuern."

Eines sollte man sich aber auf keinen Fall entgehen lassen: einen Besuch im Himalayan Mountaineering Institute (HMI). Dem Ort, an dem Darjeeling seine tiefe Verbundenheit mit den Bergen zelebriert.

Vor der Öffnung Nepals brachen alle Expeditionen zum Mount Everest von Darjeeling aus ins Hochgebirge auf, bis heute leben etliche Sherpas hier. Tenzing Norgay, Sohn der Stadt und gemeinsam mit Edmund Hillary 1953 erster Bezwinger des Everest, ist so etwas wie der Nationalheilige der ganzen Gegend.

Im HMI – das praktischerweise im Stadtzoo liegt, ein Besuch lässt sich also mit einem Blick auf Schneeleoparden und Tiger verbinden – gibt es ein verstaubtes Stockwerk voller Bergsteigerausrüstung, Fotos alpiner Legenden (unter anderem von Reinhold Messner) und in Formaldehyd eingelegte Frösche und Ratten aus der Welt auf dem Dach der Welt.

Und es gibt eine Ausstellung zum Mount Everest selbst, der den Menschen hier als berggewordene Gottheit galt. In jedem Detail zeichnet sie nach, wie seit 1885 Abenteurer von seiner Bezwingung besessen waren – und in welchen Tragödien das endete.

Sonnenaufgang hinter dem Mount Everest

Wer danach Lust auf weitere Touren bekommen hat, kann morgens um fünf Uhr auf den Tiger Hill fahren und sich bei süßem Tee den ergreifenden Sonnenaufgang hinter dem Mount Everest anschauen. Im "Windamere" organisieren sie das gern, inklusive Weckruf mit Frühstück am Bett, wie sie auch sonst eigentlich alles organisieren.

Wochenlange Trekking-Touren mit Tenzing Norgays Sohn Jamling, Rafting in den Gebirgsbächen, stundenlange Autofahrten, um frühmorgens den Mönchen eines buddhistischen Klosters beim Gebet zuzusehen, oder auch nur passende Kleidung, wenn das außerhalb der Regenzeit zwar immer milde, aber bisweilen doch unbeständige Wetter einen Gast an Exkursionen hindern könnte.

Man kann, natürlich, auch in einem anderen Hotel als dem "Windamere" wohnen. Es gibt in Darjeeling etliche, und nicht nur sind fast alle günstiger, einige sind auch luxuriöser. Das "Elgin" etwa, nur einen Steinwurf weit entfernt, ein ebenso wundervolles koloniales Kleinod, nur etwas weniger abgewetzt und (wahrscheinlich) bis ins letzte Detail perfekt funktionierend.

Aber dann gibt es im "Windamere" eben auch Filmabende mit Elizabeth Clarke, der extrovertierten Managerin, die neben der Geschichte des Hotels stundenlang auch von ihrem eigenen Leben erzählen kann. Oder Weihnachts- und Silvesterfeiern, bei denen Bühnenstars aus Australien oder dem Londoner West End auftreten.

Am Ende sind das zwei Arten von Urlaub, eine alte, eine neue, vielleicht auch zwei Zeiten, und wahrscheinlich ist keine schöner als die andere. Möglicherweise aber doch.

Die Teilnahme an der Reise wurde unterstützt von Emirates Airlines, Mercury Travels India und dem "Windamere Hotel Darjeeling". Unsere Standards der Transparenz und journalistischen Unabhängigkeit finden Sie unter www.axelspringer.de/unabhaengigkeit.

Foto: The Windamere Hotel

Wie vor 120 Jahren: Der Pförtner des „Windamere Hotel“ in Darjeeling begrüßt jeden Gast
Wie vor 120 Jahren: Der Pförtner des "Windamere Hotel" in Darjeeling begrüßt jeden Gast
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Tipps für Darjeeling
  • Anreise

    Zum Beispiel mit Emirates von Frankfurt, Hamburg, Düsseldorf oder München via Dubai nach Delhi oder von Frankfurt mit Air India nach Delhi. Weiter nach Bagdogra mit SpiceJet. In die Berge fährt die Darjeeling Himalayan Railway von Siliguri oder Kurseong aus. Beide Orte sind von Bagdogra mit dem Taxi gut erreichbar. Tickets am Bahnhof.

  • Einreise

    Deutsche benötigen bei Einreise nach Indien ein Visum (ab 65 Euro). Indische Botschaft, www.indianembassy.de.

  • Unterkunft

    Im Windamere Hotel kostet ein Doppelzimmer mit Vollpension ab 140 Euro pro Nacht. Günstiger ist es im ebenfalls großartigen The Elgin Hotel, Doppelzimmer mit Vollpension ab 110 Euro oder dem weniger luxuriösen, aber kuscheligen Dekeling Resort & Hotel, Doppelzimmer ab 56 Euro.

  • Angebote

    Ein mehrtägiger Aufenthalt in Darjeeling wird oft als Baustein bei Indien-Bhutan-Rundreisen angeboten (zum Beispiel bei Studiosus, Marco Polo Reisen, Lotus Travel Service).

  • Auskunft

    Indisches Fremdenverkehrsamt, Frankfurt, Tel. 069/242 94 90, Fremdenverkehrsamt

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