08.02.13

China

Drei magische Reiseziele für das Jahr der Schlange

Nach chinesischem Kalender beginnt am 10. Februar das Jahr der Schlange, das vom Element Wasser beherrscht wird. Auf der Suche nach dem Glück gibt es dieses Jahr in China Orte, wo der Besuch lohnt.

Von Hans Schloemer
Foto: AFP

Beherrscht wird das Jahr der Schlange in China vom Element Wasser. Wir stellen drei Orte vor, die Glück verheißen.

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Die Schlange bringt viele Überraschungen, besonders in der Liebe. So verheißt es das chinesische Horoskop für 2013. Beherrscht wird das Jahr der Schlange, das am 10. Februar beginnt und nach chinesischem Kalender am 30. Januar 2014 endet, vom Element Wasser.

Das lässt uns vom Glück und der Liebe träumen, verleitet aber auch zu mangelndem Realitätsbewusstsein. Doch keine Bange: Gegen solche Unwägbarkeiten kann man sich mit einer guten Portion Glück wappnen. Wer einen der drei chinesischen Glücksorte besucht, dürfte gut vorbereitet sein auf das kommende Jahr.

Hangzhou: Wo die glücklichsten Chinesen leben

Die Schlange mit ihrem ausgesprochenen Sinn für Schönheit und Ästhetik schenkt kreativ veranlagten Menschen neue Anregungen ...

Der Westsee, Herz der Stadt Hangzhou, inspiriert Landschaftsgestalter in Asien seit Jahrhunderten. Parkanlagen in China, Japan und Korea wurden nach seinem Vorbild erschaffen.

Die 4,2 Hektar große, von Hügeln umrahmte Wasserfläche mit Tempeln und Teehäusern, Pagoden und Pavillons ist verantwortlich dafür, dass den Chinesen Hangzhou als einer der schönsten Orte überhaupt gilt. Mehr noch: Nach Untersuchungen der Hong Kong Baptist University ist die Hauptstadt der Provinz Zhejiang die "glücklichste Stadt in China".

Wer erfahren will, wie das Chinesische Neujahrsfest traditionell gefeiert wird, der ist in Hangzhou richtig. Dann verwandelt sich der Westsee in ein Farb- und Lichtermeer. Drachentänze vertreiben böse Geister.

Punkt Mitternacht läutet das Glockenspiel des Jingci-Tempels das Jahr der Schlange ein. Mit dem Laternenfest, dem chinesischen Valentinstag, schließen die Feierlichkeiten. Unzählige Lampions schmücken dann den See.

Spannend ist Hangzhou auch im Frühling, wenn sich das Ufer des Westsees in ein Meer aus Kirsch- und Pfirsichblüten verwandelt. Man teilt sich dann den See der Glückseligen mit einer Inflation von Hochzeitspaaren, die Bräute nicht selten mit meterlangen Schleppen, die sich vor der märchenhaften Kulisse stundenlang und tapfer dauerlächelnd fotografieren lassen.

Wuzhen: Im Einklang mit Wind und Wasser

Die undurchsichtige Art der Schlange kann für Konfrontationen und Disharmonien in der Familie sorgen. Dagegen schützt ein ausgewogenes Feng-Shui ...

Von Shanghai, Chinas futuristischster Megastadt, braucht man mit dem Auto nur zwei Stunden bis Wuzhen am Jiangnan-Kanal. Doch in Wirklichkeit legt man eine viel weitere Strecke zurück. Denn es ist, als führe man schnurstracks in Chinas Vergangenheit, Wuzhen erscheint dem Besucher wie eine lebendig gewordene Tuschezeichnung.

Magische Orte wie dieser sind selten geworden in China. Der Große Vorsitzende Mao Tse-tung versuchte in seinem Größenwahn, die traditionelle Kultur seines Landes zu vernichten. Nach ihm kam der brachiale Modernisierungswahn. Wie durch ein Wunder ist Wuzhen, das vor 1300 Jahren, während der Tang-Dynastie, zum ersten Mal erwähnt wurde, von all den Wirren der letzten Jahrzehnte verschont geblieben.

Die 1200 Bewohner der Altstadt leben quasi auf dem Wasser: Ihre von Efeu umrankten Häuser stehen auf Pfählen aus Holz oder Stein. Dazwischen winden sich enge Gassen und Kanäle, verbunden durch über 30 Steinbrücken, die so romantisch sind, dass man sich beinahe ein bisschen schämt, darauf etwas so Profanes wie eine Digitalkamera zu richten.

Wupeng-Boote, die typischen Fahrzeuge im Jangtse-Delta, passieren die historischen Häuser, in denen die meisten Familien seit Generationen leben. Die Wäsche wird seit jeher im Fluss gewaschen, auch daran hat sich bis heute nichts geändert.

"Unser perfektes Feng-Shui wird durch die vielen Besucher nicht gestört", versichert die 30-jährige Jiao, die im Teehaus an der Buddha-Brücke Chrysanthementee serviert. Touristen, die nach Wuzhen strömen, brauchen also kein schlechtes Gewissen zu haben.

Feng-Shui ist die alte chinesische Lehre von der Harmonie. Übersetzt heißt der Begriff "Wind und Wasser". Beides soll den Bewohnern von Wuzhen Reichtum und ein glückliches Familienleben bescheren. Und möglichst viel von diesem Segen möchten auch die Besucher mitnehmen.

Wenn abends dann alle Reisebusse abgefahren sind, wird Wuzhen erst recht zur Märchenstadt. In den Restaurants am Fluss kann man dann auf kleinen Holzbalkonen sitzen und sich den Mond auf die Nase scheinen lassen. Unten, im dunklen Kanal, gluckert es derweil unheimlich. Als würden Wasserschlangen zur Feier des neuen Jahres Ballett tanzen.

Manzhouli: Stalinorgel & Eheglück

Nur wer entschlossen seinen Weg geht und sich nicht verzettelt, nutzt die vermeintlich unwägbaren Einflüsse des Schlangenjahres richtig.

Kaum jemand hat im Fernen Osten jemals konsequenter seinen Weg verfolgt als Dschingis Khan. Am Hulun-See in der inneren Mongolei soll der Mann, der im 13. Jahrhundert seine Jurte verließ und ein Imperium eroberte, das bis Europa reichte, einst sein Lieblingspferd trainiert haben.

Der See wirkt wie ein verlorenes Meer. Bei mehr als 2300 Quadratkilometer Fläche ist das gegenüberliegende Ufer nicht zu erkennen. Wellen brechen sich an steinigen Ufern, steil fallen Klippen ab.

Ein einsamer Ort, der an das schottische Loch Ness erinnert. Ein Ungeheuer, das einer Seeschlange gleicht, wurde in der Gegend zwar noch nicht gesichtet. Wohl aber monströse Matroschkas, und zwar mitten in der nahen Stadt Manzhouli.

Auf einem 60.000 Quadratmeter großen Platz steht eine 30 Meter hohe russische Puppe, flankiert von 200 etwas kleineren. 30 überdimensionale Fabergé-Eier mit den Gesichtern von Michael Jackson bis Lenin finden sich dort auch noch. Welchen Sinn das hat?

Darüber hat sich in Manzhouli, dem Zentrum des Graslandes Hulun Buir, wahrscheinlich noch niemand den Kopf zerbrochen. Warum auch? Die Stadt mit ihren kunterbunten Häusern, deren unglaublich skurrile Architektur man wohlwollend mit einem russisch-chinesischen Disneyland-Stil charakterisieren könnte, ist eine Boomtown, in der alles geht. Das Geld dazu wird im Handel mit Russland verdient, dessen Grenze gleich am Stadtausgang liegt.

Überall sieht man russische Powershopper, die mit großen, schwarzen Plastiksäcken unterwegs sind. Verlockende Offerten gibt es für die Kundschaft von jenseits der Grenze an jeder Ecke, vom lebendigen Zwerghund über protzige goldene Uhren bis zum Nerz- und Polarwolfmantel. Chinesische Touristen wiederum reisen zu Neujahr an, um Tausende von Eisskulpturen zu bewundern, für die Manzhouli in ganz China berühmt ist.

Das Beste aber ist das Grasland selbst, in dem die mongolischen Stämme heute noch wie zu Dschingis Khans Zeiten in Jurten leben. Der Deutsche Joachim Heineke, Direktor im "Shangri-La Manzhouli", ist begeistert davon.

Im Sommer braust er gern mit dem Motorrad durch das endlose grüne Hügelland, vorbei an riesigen Herden wilder Pferde. "Das lässt die Glückshormone nur so tanzen", sagt der gebürtige Hildesheimer. "Ungefähr so muss sich Dschingis Khan in wildem Galopp gefühlt haben."

Es war bereits sein zweites Jahr im abgelegenen Manzhouli, als er im Hotel erstmals deutsche Gäste begrüßen konnte: seine Eltern, die mal schauen wollten, was ihr Sohn am Ende der Welt so treibt. "Wir sind ein Vorposten", schwärmt Heineke, "in einer im Westen kaum bekannten Region von magischer Schönheit."

Und des Liebesglücks, denn auch in Manzhouli wird gern und viel geheiratet. Das beweist schon die "Stalinorgel", die direkt vor Heinekes Hotel unübersehbar auf einem Pick-up steht.

Der berüchtigte russische Raketenwerfer ist mit liebevoll gebundenen roten Schleifchen umflort. Nach einer Hochzeit, so ist es hier Sitte, wird aus allen Rohren des Ungetüms geballert. Das verjagt übellaunige Schlangen und bringt so richtig viel Glück.

Die Teilnahme an der Reise wurde unterstützt von Swiss und Shangri-La-Hotels. Unsere Standards der Transparenz und journalistischen Unabhängigkeit finden Sie unter www.axelspringer.de/unabhaengigkeit.

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Tipps für Chinas magische Orte
  • Anreise

    Zum Beispiel mit Swiss oder Air France nach Shanghai, von dort geht es mit dem Zug nach Hangzhou und Wuzhen. Nach Manzhouli gelangt man mit verschiedenen chinesischen Fluggesellschaften ab Peking.

  • Unterkunft

    Hangzhou: Einen fantastischen Seeblick bietet das „Shangri-La Hotel Hangzhou“, Doppelzimmer ab 170 Euro, www.shangri-la.com.

    Wuzhen: Empfehlenswert ist das „Ziye Hotel“ nahe der Altstadt, Doppelzimmer ab 45 Euro, www.wuzhen.de/ziye-hotel.html.

    Manzhouli: Das „Shangri-La Manzhouli“, im Stadtzentrum gelegen, ist das beste Hotel der 300.000-Einwohner-Stadt. Doppelzimmer ab 80 Euro, www.shangri-la.com

  • Veranstalter

    Auf individuelle China-Reisen spezialisiert sind zum Beispiel China Tours (www.chinatours.de) oder Geoplan (www.geoplan-reisen.de).

  • Auskunft

    Fremdenverkehrsamt der Volksrepublik China, Frankfurt, Tel. 069/52 01 35, www.china-tourism.de

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