06.02.13

Pakistan

Ein Vergnügungspark an Bin Ladens Todesstätte

Paragliding, Zoobesuch und Restaurants – der Ferienort Abbottabad im Nordosten Pakistans will wieder Touristen anlocken. Und zwar ausgerechnet dort, wo 2011 der Al-Qaida-Chef getötet wurde.

Foto: picture alliance / dpa

Pakistanische Jungs spielen Cricket auf einem Gelände in Abbottabad, wo Osama bin Laden und seine Familie sich versteckt hielten
Pakistanische Jungs spielen Cricket auf einem Gelände in Abbottabad, wo Osama bin Laden und seine Familie sich versteckt hielten

Sonnig, ruhig am Fuße des Himalayagebirges gelegen, 50 Kilometer nördlich von Pakistans Hauptstadt Islamabad entfernt – lange Zeit galt Abbottabad als beliebter Ferienort für gutbetuchte Familien, die aus den Städten übers Wochenende zu Besuch kamen.

Bekannt ist der Ort auch, weil er die pakistanische Elite-Militärakademie beherbergt. Weltweit berühmt wurde Abbottabad jedoch erst im Mai 2011, als amerikanische Spezialeinheiten Osama bin Laden – den damals meist gesuchten Mann – töteten. Damit war es erst einmal vorbei mit den Touristenströmen.

Dass dieses Ereignis weniger Urlauber als fanatische Pilger anziehen könnte, macht die Regierung der Provinz des nordwestlichen Khyber Pakhtunkhwa nicht besonders glücklich. Um dem Ferienort zu altem Glanz zu verhelfen, hat die Stadtverwaltung kurzerhand beschlossen, einen Vergnügungspark zu bauen.

Baubeginn für den Park spätestens Anfang März

Auf dem berüchtigten Gelände am Rande der Stadt soll für bis zu 50 Millionen Dollar ein riesiges Areal mit Restaurants, künstlichen Wasserfällen, einem Zoo und verschiedenen Sporteinrichtungen wie Jogging-Strecken und Paragliding-Clubs entstehen. Der Baubeginn ist für Ende Februar, Anfang März vorgesehen. In acht Jahren soll der Park komplett fertig sein.

Geschmacklos, makaber? Mitnichten. Durch diesen Park erhofft sich die Tourismusbranche einen großen Schub für die Region. Das Projekt habe nichts mit dem schlechten Ruf zu tun, den Abbottabad seit dem Auffinden bin Ladens anhafte, sagte der Tourismusminister der Provinz, Sied Agil Shah.

Um zu verhindern, dass al-Qaida-Anhänger das Gelände als Heiligtum aufsuchen, wurde das ehemalige Versteck bin Ladens und seiner Familie komplett zerstört. "Das Projekt hat nichts mit Osama bin Laden zu tun", sagte der Minister.

Quelle: val
© Berliner Morgenpost 2014 - Alle Rechte vorbehalten
P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie Fan von der Berliner Morgenpost.
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Multimedia
Afghanistan

Im Nationalpark warten Tretboote auf Urlauber

Top-Thema
title
Die besten Berlin-Videos

Das sind die Youtube-Favoriten der Redaktion.

Video Nachrichten mehr
4D-Achterbahn Das Batmobil gibt es bald auch als Achterbahn
Neuseeland Polizei sucht nach zweifachem Todesschützen
Irak-Krise Irakische Stadt Amerli aus IS-Belagerung befreit
Arbeitskampf Jetzt streiken die Lokführer
Top Bildershows mehr
Bürgermeister-Karriere

Klaus Wowereit und der Abstieg vom Gipfel

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Hinter den Kulissen

Tage der offenen Tür bei der Bundesregierung

In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote