06.02.2013, 15:57

Pakistan Ein Vergnügungspark an Bin Ladens Todesstätte


Pakistanische Jungs spielen Cricket auf einem Gelände in Abbottabad, wo Osama bin Laden und seine Familie sich versteckt hielten

Foto: * / picture alliance / dpa

Paragliding, Zoobesuch und Restaurants – der Ferienort Abbottabad im Nordosten Pakistans will wieder Touristen anlocken. Und zwar ausgerechnet dort, wo 2011 der Al-Qaida-Chef getötet wurde.

Sonnig, ruhig am Fuße des Himalayagebirges gelegen, 50 Kilometer nördlich von Pakistans Hauptstadt Islamabad entfernt – lange Zeit galt Abbottabad als beliebter Ferienort für gutbetuchte Familien, die aus den Städten übers Wochenende zu Besuch kamen.

Bekannt ist der Ort auch, weil er die pakistanische Elite-Militärakademie beherbergt. Weltweit berühmt wurde Abbottabad jedoch erst im Mai 2011, als amerikanische Spezialeinheiten Osama bin Laden – den damals meist gesuchten Mann – töteten. Damit war es erst einmal vorbei mit den Touristenströmen.

Dass dieses Ereignis weniger Urlauber als fanatische Pilger anziehen könnte, macht die Regierung der Provinz des nordwestlichen Khyber Pakhtunkhwa nicht besonders glücklich. Um dem Ferienort zu altem Glanz zu verhelfen, hat die Stadtverwaltung kurzerhand beschlossen, einen Vergnügungspark zu bauen.

Baubeginn für den Park spätestens Anfang März

Auf dem berüchtigten Gelände am Rande der Stadt soll für bis zu 50 Millionen Dollar ein riesiges Areal mit Restaurants, künstlichen Wasserfällen, einem Zoo und verschiedenen Sporteinrichtungen wie Jogging-Strecken und Paragliding-Clubs entstehen. Der Baubeginn ist für Ende Februar, Anfang März vorgesehen. In acht Jahren soll der Park komplett fertig sein.

Geschmacklos, makaber? Mitnichten. Durch diesen Park erhofft sich die Tourismusbranche einen großen Schub für die Region. Das Projekt habe nichts mit dem schlechten Ruf zu tun, den Abbottabad seit dem Auffinden bin Ladens anhafte, sagte der Tourismusminister der Provinz, Sied Agil Shah.

Um zu verhindern, dass al-Qaida-Anhänger das Gelände als Heiligtum aufsuchen, wurde das ehemalige Versteck bin Ladens und seiner Familie komplett zerstört. "Das Projekt hat nichts mit Osama bin Laden zu tun", sagte der Minister.

(val)
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