23.12.12

Indischer Ozean

Die Seychellen sind nicht nur für Pärchen-Urlaub da

115 Inseln zählen zu den Seychellen. Hier im tropischen Urlaubsparadies hat man die Wahl: Koralleninsel oder Felseneiland? Am besten beides. Und warm genug ist es auch: Luft 30, Wasser 27 Grad.

Von Inge Hufschlag
Foto: picture-alliance / dpa

Weißer Sand und Kokospalmen zum Sattsehen. Zu den Seychellen ...

18 Bilder

Dunkelheit und Kälte im Winter lassen das Fernweh fast unerträglich werden. Viele wollen nur noch weg, am besten ganz weit. Dorthin, wo die Sonne wärmt, wo klares Wasser zum Baden und Schnorcheln einlädt, wo beim Strandspaziergang feiner Sand zwischen den Zehen rieselt.

Auf den Seychellen beispielsweise sind diese "paradiesischen" Zustände an der Tagesordnung – und alles andere Tausende Kilometer weit weg.

Das vermeintliche Paradies gibt es hier sogar in verschiedenen Ausführungen: Flache Koralleninseln wechseln sich mit beeindruckende Felseninseln ab. Wie man sich da entscheiden soll?

Enttäuschung ausgeschlossen

Am besten man besucht mehrere Inseln, Enttäuschungen sind dabei ziemlich ausgeschlossen. Hier eine kleine, subjektive Auswahl:

Liz Mohn wollte gleich wieder weg. Die Bertelsmann-Matriarchin hatte keinen Handyempfang auf Denis Island, der Ruf nach einem schnellen Helikopter-Service ist hier nicht möglich. Aber er war dann auch nicht mehr nötig. Am nächsten Morgen wollte Frau Mohn nämlich bleiben – und danach sogar noch verlängern.

Im Grunde verwundert es auch nicht, dennDenis Island zieht einem die Schuhe aus. Im doppelten Wortsinn. Nur einmal am Tag gibt es eine Flugverbindung (rund 30 Minuten) mit einer Propellermaschine von der Hauptinsel Mahé zu der privaten Insel am nördlichen Rand des Seychellen-Plateaus.

Bordkarte als Frühstücksbrettchen

Die Umweltfreundlichkeit beginnt schon mit der Bordkarte: Eine Art Frühstücksbrettchen, das man gleich wieder abgeben darf. Wenig später landet die kleine Propellermaschine auf einer ausgedehnten Wiese zwischen Kokospalmen und blühenden Büschen, durch die Häuschen schimmern.

Ab dann ist man umgeben von unaufdringlichem, wohltuenden Luxus. Das Klima ist privat und familiär, die Verpflegung hervorragend, die 25 geschmackvollen Cottages und Villen (zwischen 130 und 325 Quadratmeter groß, jeweils mit Privatstrand) sind quasi möbliert wie gewachsen. Die Insel betreibt neben einer Farm mit Hühnern, Kaninchen und über 50 Kühen auch eigene Werkstätten. Dort liegen riesige Schildkrötenpanzer (von natürlich verendeten Tieren) und warten auf einen dekorativen Platz in einem der Gästehäuser.

Wellness im Garten

Es gibt keinen zentralen Spa-Bereich, die Therapeutin kommt zu einem in den Garten: Im luftigen Pavillon duftet es dann schon bald nach selbstgepresstem Kokosnussöl.

Bleibt nur noch die Frage, auf welchem der ausladenden Betten man sich anschließend entspannen möchte – drinnen oder draußen? Die löst ein Boy, der drinnen Blüten aufs Bett streut und aus zwei schneeweißen Badenlaken küssende Schwäne zaubert – ein bisschen Tropenkitsch auch für Nicht-Honeymooner.

Die 115 Inseln der Seychellen gelten gemeinhin als Pärchen-Destination. Rund 1200 Paare – dreimal so viel wie Einheimische – heiraten pro Jahr auf den Trauminseln. In privaten Kapellen, am Strand, auf dem Boot. Und wenn man nicht gerade frisch getraut, verliebt oder total ausgebrannt ist? Langweilt man sich da nicht nach einigen Tagen?

Wassersportfreunde und Hochseeangler sicher nicht. Von Oktober bis Dezember tummeln sich riesige Schwertfische, Barrakudas und auch Haie rund um die Inseln. Dann ist Sommer auf den Seychellen, das Wasser ruhiger und die Sicht besser für Taucher und Schnorchler, die auf Denis ihre eigene Korallenbank gleich vor dem Insel-Restaurant haben. Und das Baden ist ungefährlicher für Kinder. Im Winter, während unserer Sommerferien, kann die See dagegen schon mal aufgewühlt sein.

Gute Sicht für Schnorchler und Taucher

Doch auch dann quengeln Kinder kaum, wenn sie in einer Art Mini-Jurrassic-Park auf Augenhöhe Riesen-Schildkröten füttern dürfen, zu denen der Altersunterschied oft mehr als hundert Jahre beträgt. Veteran Toby soll schon 150 Jahre auf dem Panzer haben.

Derweil gehen die Eltern zum Unterricht. "Cooking Class" mit Koch Perry: Rein mit den duftenden Kräutern der Insel ins Hühner- und Tunfisch-Curry. Zuvor ein kleiner Kokosraspelkurs auf einem speziellen Fußbänkchen mit angeschraubtem Werkzeug.

Serviert wird auch der berühmte "Millionärssalat", für den man eigentlich eine komplette Palme fällen muss. Das ist heute verboten, aber es kippt ja auch schon mal eine um. Perry grinst und verrät uns seine wichtigste Zutat zur kreolischen Küche: "You have to put some love in it …" Schmeckt man!

Maximal 30 Villen auf Denis Private Island

Ihren Namen hat Denis Island von Kapitän Denis de Trobriand, der sie 1773 für den König von Frankreich eroberte. Ein Landsmann von ihm hatte allerdings keine Chance, das Juwel im Indischen Ozean vor 16 Jahren zu kaufen. Der Vorbesitzer mochte sie nicht Fremden überlassen. Heute gehört sie Michael und Kathleen Mason.

Das britische Paar lebt bereits in zweiter Generation auf den Seychellen, betreibt ein Reiseunternehmen und hat sich mit Denis Island einen Traum erfüllt. Michael schaut auf der Terrasse übers Whisky-Glas auf sein Reich. Wunschlos glücklich? Fast: "Wir möchten Denis erhalten, so wie es ist und dabei möglichst komplett Selbstversorger sein für uns und unsere Gäste." Vielleicht werden aus den 25 Villen mal 30. Michael: "Mehr auf keinen Fall."

Okay, das Paradies hat seinen Preis. Wer solchen lässigen Luxus nicht pauschal bucht, zahlt etwa 700 Euro fürs Cottage pro Nacht und zu Saisonzeiten leicht das Doppelte.

Abstand von allem

Doch wichtiger, als das, was man dafür bekommt, ist für viele, was man hier nicht bekommt: Baulärm, volle Strände, womöglich bevölkert mit fliegenden Händlern und Beach Boys, streunende Hunde (Ratten und Katzen sind zugunsten seltener Vögel ohnehin verbannt), glotzende Tagestouristen (Boote dürfen nur in Ausnahmefällen anlegen).

Eben ein Ort, um Abstand zu gewinnen, von allem und allen. Wenn man so will. Und wer dann noch das Paradies im Paradies sucht, der wende sich vertrauensvoll an General Manager Salvatore Puma. Der elegante, sanfte Italiener erfüllt so ziemlich alle Gästewünsche, manche sogar, bevor sie ausgesprochen sind.

Wenn man die Insel für sich haben will, wie zum Beispiel ein Rolex-Boss, der auf Denis Island mit Freunden seine Hochzeit feierte. Das kostet, verglichen etwa mit Präsidenten-Suiten in Weltstadt-Metropolen, weniger als man denken könnte: etwa 20.000 Euro pro Tag für die Unterkunft. Verpflegung und Extras – wie die Trauung in der inseleigenen Kapelle – nicht eingeschlossen.

Auf den Spuren von Peter Sellers

Doch auch auf der Hauptinsel der Seychellen lässt es sich aushalten. Das Haupthaus des"Banyan Tree Seychelles" im Westen von Mahé erinnert an frühere Kolonialbauten. Nicht nur an die. Auf der Empore über dem schicken Thai-Restaurant ist ein Peter-Sellers-Raum eingerichtet. Der US-Schauspieler hatte in den 70er-Jahren an gleicher Stelle ein deutlich bescheideneres Strandhaus.

Seine ehemalige Haushälterin Suzanne erinnert sich: "Er war so lustig und brachte mich immer zum Lachen, besonders wenn er mit den Tieren getanzt hat. Oft kam er mit Freunden. Sie liebten die kreolische Küche, gebackene Bananen und Zitronella-Tee."

Popstars sehen heute anders aus. Vielleicht wie Alan. Der fährt uns über die Insel, mit ihm sprechen wir nicht nur Englisch (lernen die Kinder hier schon in der Schule und nicht erst von Touristen), sondern auch Schwytzerdütsch. Alan ist bei den Eidgenossen aufgewachsen und hat bei ihnen Klavierbauer gelernt. Jetzt, auf Mahé, führt er tagsüber Besucher und nach Feierabend eine eigene Band, in der am Bass zupft. Er liebt sein Leben "wie jeden Tag Urlaub."

Im "Banyan Tree" ist jeden Tag Traumurlaub

60 Villen (von knapp 100 bis zu 826 Quadratmetern) stehen zur Auswahl, gleich am Strand, oder malerisch in die pittoresken Felsformationen gesetzt. Wer nicht den eigenen Pool, vom Bett nur durch bodentiefe Fenster getrennt, bevorzugt, für den verschwimmen die Welten beim Blick vom großen Infinity-Pool über eine kilometerweite Bucht: Anse Intendance gilt als eine der schönsten der Inseln.

Victoria, mit 30.000 Einwohnern eine winzig kleine Hauptstadt, sollte man gesehen haben. Allein schon, um die beruhigende Gewissheit zu erlangen, dass man nichts verpasst.

Es gibt keine Werbetafeln und keine Parkhäuser, zur Regelung des Verkehrs reichen (noch) zwei Ampeln. Luxus-Boutiquen sucht man vergebens, dafür stößt man auf eine kunterbunte Markthalle und witzige Lädchen in den Gässchen zwischen den Holzhäusern. Nachmittags bauen zwischen Justizpalast und Bücherei Händler ihre Souvenirstände auf.

Kaufpreise schießen in den Himmel

Konnte man vor wenigen Jahrzehnten ein eigenes Eiland noch für unter 100.000 US-Dollar kaufen, so ist das heute nahezu unmöglich. Erst kürzlich starb Brendon Grimshow, Eigentümer von Moyenne Island vor Mahé, beliebtes Ausflugsziel von Katamaran-Touren zum St. Anne Marine National Park. Scheichs sollen zig Millionen Dollar für die Insel geboten haben. Wie es heißt, bisher vergebens.

Dafür haben die Seychellois von den Arabern, die die Seychellen schon mal gern als achtes Emirat sehen, offenbar gelernt. Nach dem Vorbild von "The Palm" in Dubai schütteten sie vor der Hauptstadt eine künstliche Insel auf: .

Was für viele reizvoller ist als diese eintönige Architektur: Wer hier als Ausländer investiert, erwirbt gleichzeitig eine Daueraufenthaltsgenehmigung. Im Airport von Mahé lockt daher ein Poster: "Warum bleiben Sie beim nächsten Besuch nicht für immer?" Irgendwie verlockend. Besonders, wenn man im Winter bei uns die Krise kriegt ...

Die Teilnahme an der Reise wurde unterstützt von Denis Private Island und Banyan Tree Hotels & Resorts. Unsere Standards der Transparenz und journalistischen Unabhängigkeit finden Sie unterwww.axelspringer.de/unabhaengigkeit.

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Reisetipps
  • Anreise

    Beispielsweise ab Frankfurt nach Mahé nonstop mit Condor; mit einem Stopp: Emirates, Etihad Airways, Qatar Airways oder Air Seychelles

  • Veranstalter

    Spezialveranstalter für die Seychellen: Trauminsel Reisen Maisie und Wolfgang Därr GmbH, Summerstraße 8, 82211 Herrsching, Telefon 08152/9319-0; www.trauminselreisen.de

    Designreisen GmbH, Brienner Strasse 7, 80333 München, Telefon 089/90 77 88 99, www.designreisen.de

  • Unterkunft

    6 Nächte im „Beach Cottage“ auf Denis Private Island ab 2960 Euro pro Person (inkl. Flügen ab/bis Mahé und voller Verpflegung auf der Insel). www.denisisland.com. „Banyan Tree Seychelles“: 7 Nächte in einer Hillside Pool Villa ab 2.315 Euro pro Person (inkl. Frühstück und Privattransfer ab/bis Flughafen Mahe), www.banyantree.com

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