29.12.12

USA

Endstation Museum – Ruhesitz für Spaceshuttles

Das Ende der Shuttle-Ära in den USA hat für Raumfahrtfans eine gute Seite: Endlich können sie den Raumfähren ganz nahe kommen. In vier US-Staaten ist die ausgemusterte Flotte zu besichtigen.

Von Christina Horsten
Foto: REUTERS

Die Raumfähre „Endeavour“ wurde im September 2012 auf dem Rücken einer speziellen Boeing 747 nach Los Angeles transportiert. Dort ist sie im California Science Center zu besichtigen
Die Raumfähre "Endeavour" wurde im September 2012 auf dem Rücken einer speziellen Boeing 747 nach Los Angeles transportiert. Dort ist sie im California Science Center zu besichtigen

Nicht putzen, nicht polieren: Genau so, wie die Raumfähre "Discovery" Anfang 2011 zum letzten Mal aus dem Weltall auf der Erde landete, soll sie auch für die Nachwelt erhalten bleiben.

Wasser und Seife ließen die Kuratoren im Udvar-Hazy-Center des Air and Space Museums im US-Bundesstaat Virginia nicht an das Space Shuttle heran.

"Discovery", die mit insgesamt fast 240 Millionen Kilometern am weitesten gereiste Raumfähre der Flotte, ist nun der ganze Stolz des Museums nahe der US-Hauptstadt Washington.

"Das Shuttle steht für Innovation, Genialität und für die Bestrebungen, die Flüge ins Weltall zu einer regelmäßigen Unternehmung in unserem Land zu machen", sagt Kuratorin Valerie Neal.

Höhepunkte im Museum

Wie "Discovery" sind auch die drei anderen ausgemusterten Fähren der US-Raumfahrtbehörde Nasa in den vergangenen Monaten ins Museum transportiert worden: Die nie ins All geflogene Testfähre "Enterprise" und das Shuttle "Endeavour" stehen an ihren Ausstellungsplätzen in New York und Los Angeles.

Besucher können unter den aufgebockten Shuttles hindurchgehen und sich so das ganze Ausmaß der fast 60 Meter langen seltenen Ausstellungsstücke vor Augen führen. Auf Videobildschirmen, Tafeln und in Vitrinen finden sich zusätzliche Ausstellungsstücke und zahlreiche Informationen rund um die berühmten Shuttles.

Senkrecht gen Himmel

Als Letztes wird im Juli 2013 auch "Atlantis" der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die 33 Mal ins All geflogene Raumfähre soll das Herzstück einer großen Ausstellung im Besucherzentrum des Kennedy Space Centers im US-Bundesstaats Florida werden – als einzige senkrecht ausgestellt.

Schon der Transport der vier Fähren, die publikumswirksam teils mit Spezialtransportern und teils mit einem eigens umgerüsteten Flugzeug zu den verschiedenen Museen gebracht wurden, begeisterte Zuschauer in aller Welt.

Aber Raumfahrtfans betrachten die Entwicklung auch mit einem weinenden Auge: Rund 30 Jahre lang war das Space-Shuttle-Programm der Nasa ein Symbol für den Fortschritt der Raumfahrttechnik, Garant der US-Vormachtstellung im All und Amerikas großer Stolz.

Mehr als 870 Millionen Kilometer hat die gesamte Flotte zurückgelegt, dabei zusammengezählt rund vier Jahre im All verbracht, mehr als 21.000 Mal die Erde umrundet und 852 Crewmitglieder transportiert.

Shuttles als Ikonen

Eine ganze Generation von Amerikanern wuchs mit der Flotte auf, die Shuttles wurden zu nationalen Ikonen. Ihre Erfolge wurden begeistert gefeiert, die Unglücke der "Challenger" und der "Columbia", bei denen insgesamt 14 Astronauten ums Leben kamen, schockiert betrauert.

Schon lange war das Programm allerdings vor allem eins: zu teuer. Eine Milliarde Dollar (rund 700 Millionen Euro) kostete ein Flug zuletzt und brachte nicht viel mehr als einen Transport zur Internationalen Raumstation ISS.

Im Juli vergangenen Jahres kehrte die "Atlantis" deshalb zum letzten Mal aus dem All zurück. Europäische und amerikanische Raumfahrer sind nun auf Mitfluggelegenheiten in den russischen "Sojus"-Raumschiffen angewiesen.

Mit viel Wehmut verabschiedeten sich die Amerikaner von ihren Raumfähren – aber der Abschied hat für Raumfahrt-Fans auch eine gute Seite: Im Museum können sie den Shuttles nun so nahe kommen wie nie zuvor.

Quelle: dpa
Quelle: dapd
14.10.2012 1:02 min.
Früher raste die US-Raumfähre Endeavour mit atemberaubender Geschwindigkeit durch den Orbit - nun zieht sie auf ihren letzten Metern zum im Schneckentempo durch die Straßen von Los Angeles.
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Ausstellungsorte
  • „Enterprise“

    Pier 86, W 46th St und 12th Ave, New York, USA

  • „Discovery“

    14390 Air and Space Museum Parkway, Chantilly, Virginia, USA

  • „Endeavour“

    California Science Center, 700 Exposition Park Drive, Los Angeles, Kalifornien, USA

  • „Atlantis“

    Kennedy Space Center Visitor Complex, 25 Vectorspace Boulevard, Titusville, Florida, USA

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