11.12.12

Südostasien

Kaffee aus Kot von Elefanten und Katzen

"Black Ivory" und "Kopi Luwak" sind die feinsten Kaffeesorten der Welt. "Veredelt" werden die Bohnen im Darm thailändischer Dickhäuter und indonesischer Schleichkatzen. Sie sind dementsprechend teuer.

Foto: dapd

Dem Elefantenfutter werden Kaffeebohnen der Sorte Thai Arabica, die in der Region auf 1500 Meter wachsen, beigemischt...

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In Thailands Norden schert man sich um die begehrten Stoßzähne von Elefanten nicht. Wertvoll ist den Leuten dort nicht das Elfenbein der Dickhäuter, sondern deren Kot. Aus dem Elefantenmist machen sie eine der teuersten Kaffeesorten der Welt, die trägt den passenden Namen "Black Ivory", schwarzes Elfenbein. Hinter dem Projekt steht die Thailand's Golden Triangle Asian Elephant Foundation.

Wer jetzt die Nase rümpft, weiß wahrscheinlich nichts über die höchst aufwendige Herstellung des Kaffees aus Elefantenschiet: Kaffeebohnen der Sorte Thai Arabica, die in der Region auf 1500 Meter wachsen, werden dem Futter der Tiere beigemischt, von ihnen gefressen und ausgeschieden.

10.000 Bohnen für ein Kilo Kaffee

Aus dem Kot picken die Betreuer der Elefanten, die Mahuts, Bohnen, die im Verdauungstrakt der Elefanten ganz bleiben, per Hand heraus und lassen sie in der Sonne trocknen.

10.000 Bohnen werden für ein Kilo Kaffee benötigt, und um die zu bekommen, werden 33 Kilo Kaffeebohnen gefüttert – schließlich gelangt nicht jede Bohne im Ganzen in den Magen, etliche werden zwischen den Zähnen der Dickhäuter zermalmt.

Später werden die Bohnen bei 200 Grad geröstet, wie reguläre Kaffeesorten auch. Und der Geschmack des elefantösen Kaffees? Er sei ganz besonders mild, teilt das Unternehmen mit, weil die Verdauungsenzyme im Magen der Tiere die Bitterstoffe in den Kaffeebohnen zersetzen.

Bloß keine Verdauungsstörungen

50 Kilo Kaffee kamen bei der diesjährigen Produktion heraus. Wie viel es im kommenden Jahr werden, hängt von dreierlei Faktoren ab: der Ernte der Kaffeebohnen, dem Appetit und der Verdauung der Elefanten, und des Arbeitspensums der Mahuts.

Kein Wunder also, dass der "Black Ivory" teuer kommt: Pro Kilo werden rund 850 Euro berechnet. Erhältlich ist er im "Anantara Golden Triangle Resort" in Chiang Rai sowie in weiteren Häusern der Gruppe auf den Malediven – auch tassenweise zum Preis um 39 Euro.

Ob das schwarze irgendwann einmal so heiß begehrt sein wird wie das weiße Elfenbein, wird die Zukunft zeigen. Weitere Hotelgruppen haben jedenfalls schon Interesse am "Black Ivory" gezeigt.

Muffiger Katzenkaffee

Ganz anders schmeckt der Kaffee "Kopi Luwak" des Fleckenmusangs, einer indonesischen Schleichkatze. Als dunkel, erdig, ja "muffig" wird der Geschmack der aus dem Darmtrakt des wieselähnlichen Tieres ausgeschiedenen Bohne beschrieben.

Wer eines der seltenen Tiere gesehen hat, wird niemals mehr "Katzenkaffee" zu dessen Produkt sagen, denn eine Katze stellt man sich anders vor.

Wir haben das Glück und treffen im Süden der indonesischen Insel Sulawesi in der Nähe von Rantepao bei Familie Sangnaragang einen Fleckenmusang.

"Am besten lockt man es mit einer Banane", sagt unser Guide Eman Suherman. Denn das nachtaktive Tier hält gerade seinen wohlverdienten Schlaf – und zeigt sich bei grellem Tageslicht nur kurz. Spitze Schnauze raus, Banane umkrallt, abgebissen – schwups ist es schon wieder weg.

Nur Fruchtfleich verdaut

"Der Paradoxurus hermaphroditus, wie er wissenschaftlich heißt, ist die einzige Katze, die Kaffeekirschen frisst", sagt Eman Suherman. Dabei kann das Tier nur das Fruchtfleisch verdauen, die Bohne selbst wird unverdaut ausgeschieden.

Allerdings verändert diese im Darm durch die Berührung mit einem Verdauungsenzym ihren Geschmack. Und dieser einzigartige Geschmack hat seinen Preis. Ein Kilogramm des gerösteten "Kopi Luwak" kostet in Indonesien ab 75 Euro und in Europa ab 220 Euro.

Nettes Nebeneinkommen

Selbst in Indonesien ist der Edelkaffee nur schwer erhältlich. Der extrem scheue Fleckenmusang kommt nämlich neben Sulawesi nur noch auf Java und Sumatra vor. Kein Wunder, dass Familie Sangnaragang ihren Schatz besonders pflegt. Denn mit dem Kot des Haustieres hat die Reisbauernfamilie ein nettes Nebeneinkommen.

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