19.11.12

Vampir-Saga

Besuch in der Twilight-Welt rund um Vancouver

Rund um die kanadische Metropole Vancouver wurden große Teile der neuen Twilight-Folge "Breaking Dawn" gedreht. Auf speziellen Touren können sich Fans auf die Spuren ihrer Star-Vampire begeben.

Von Jörg Michel
Foto: dpa

Kristen Stewart als Bella und Robert Pattinson als Edward in einer Szene des Kinofilms "Twilight: Breaking Dawn - Bis(s) zum Ende der Nacht (Teil 2)"
Kristen Stewart als Bella und Robert Pattinson als Edward in einer Szene des Kinofilms "Twilight: Breaking Dawn - Bis(s) zum Ende der Nacht (Teil 2)"

In diesem verwunschenen Waldstück am Küstenhighway Nummer 99 irgendwo nördlich von Vancouver hatte Bella ihr erstes Mittagsmahl. Hier, inmitten riesiger Nadelbäume, knorriger Wurzeln und mächtiger Granitfelsen, die überzogen sind mit flauschigem grünen Moos, saugte sie einen wilden Puma aus.

Doch Bella ist natürlich nicht mehr da. Und auch ihr Ehemann Edward, der ihr in diesem Forst das Jagen beibrachte, ist genauso fort wie Jacob, der muskelbepackte Werwolfjunge. Dafür ist jetzt Christine Kilpatrick vorgefahren. Ihren Mini-Van parkt die Kanadierin auf dem Waldparkplatz unweit der Shannon-Wasserfälle und erklärt ihren Gästen: "Als Bella und Edward hier waren, gab es kein Durchkommen mehr, vor lauter Fans, die einen Blick auf die Dreharbeiten erhaschen wollten."

Wenn die Mittvierzigerin von Bella spricht, meint sie die Schauspielerin Kristen Stewart. Gemeinsam mit Robert Pattinson, der im Film Edward darstellt, und Jacob, gespielt von Taylor Lautner, hat der Hollywood-Star in den Wäldern und an den Stränden rund um Vancouver große Teile des neuen Twilight-Films "Breaking Dawn – Bis(s) zum Ende der Nacht, Teil 2" gedreht.

Das Finale der Vampir-Saga läuft in Deutschland Ende November an und dürfte zum Kassenschlager werden.

Entscheidungsschlacht in Pemberton

Sieben Wochen lang waren Bella, Edward und Jacob im Frühjahr 2011 rund um Vancouver im Einsatz.

Im Bezirk Squamish haben sie die Jagdszenen gedreht, ein paar Stunts an einer Klippe am Browning-See, in den Regenwäldern des Capilano Park im Norden von Vancouver einige Verfolgungsjagden der Vampire.

Im Bergdörfchen Pemberton fand die winterliche Entscheidungsschlacht der Cullens gegen die Volturi statt, an einem Strand auf Vancouver Island die Versammlungen der Werwölfe.

In "Breaking Dawn 2" macht Bella, die gerade durch einen Biss von Edward zur Vampirin geworden ist, ihre ersten Erfahrungen als Blutsaugerin. Jacob passt auf sie und ihre Tochter Renesmee auf, schützt sie vor den Volturis, einem feindlichen Vampirzirkel. Der Ort des Geschehens: ein dunkler Waldstreifen im Stawamus Chief Provincial Park nahe Squamish.

Die kanadische Kleinstadt mit 17.000 Einwohnern liegt eine Autostunde von Vancouver entfernt, am Ende eines Fjords, eingeklemmt zwischen schroffen Bergen.

Klettern, Wundsurfen, Mountainbiking

Am wolkenverhangenen Himmel kreisen Weißkopfseeadler, im nahen Fluss laichen im Frühjahr die Lachse und am Hafen haben Holzfirmen riesige Baumstämme aufgestapelt. Das beschauliche Squamish ist beliebt bei Kletterern, Windsurfern, Mountainbikern – und auch Schauspielern gefällt es hier.

"Squamish ist einer der tollsten Orte, an denen ich je gearbeitet habe, denn dort ist einfach niemand", schwärmt Robert Pattinson im Magazin "Cineplex". "Du bist völlig frei und kannst so ziemlich alles tun und lassen, was du willst."

Der Traum eines jeden Kinostars, der sich über jede Minute ohne Blitzlichtgewitter und ihn bedrängende Fans freuen muss. Hier konnten Pattinson und seine Kollegen in Ruhe Vampire jagen, Werwölfe erschrecken, Volturis bekämpfen – und es sich am knisternden Kaminfeuer gemütlich machen.

Einige Tage drehte die Crew auch in einem nahe gelegenen Steinbruch am Highway. Dort stand fünf Wochen lang eine Kulisse für das Cullen-Haus, das im Film dem Edward-Clan gehört.

Auf der Jagd nach Prominenten

Inzwischen ist das schon eineinhalb Jahre her, das Haus längst abgebaut. Außer einer Betonfläche, ein paar Schutthaufen und einem Verkaufsschild an einem Zaun ist nicht viel zu sehen. Doch Christine und ihren fünf Gästen ist das egal. Sie sind allein von der Vorstellung, dass ihre Stars diesen Boden betreten haben, wie elektrisiert.

Christine ist Fremdenführerin, Boulevardjournalistin, Paparazza – und immer auf der Jagd nach Prominenten. In ihrem Mini-Van bringt sie Fans aus aller Welt zu den Plätzen, an denen bekannte Hollywood-Filme gedreht wurden. Immer häufiger liegen diese in Kanada, weil die Produktion dort weniger kostet als in den USA.

Die Landschaft an der Pazifikküste kommt jenen Orten nahe, die Twilight-Autorin Stephenie Meyer in ihren Bestsellern beschreibt: Meist ist es nebelig, es regnet und stürmt. Eine mystische Atmosphäre, die wie gemacht ist für die Vampir-Saga. Auch die ersten Twilight-Filme "New Moon" und "Eclipse" wurden deshalb komplett hier gedreht.

Besuch beim "Cullen Cottage"

Auch heute ist der Tag verregnet. Christine ist mit ihrem Van an einer Lichtung an der Quarry Road in Port Coquitlam angelangt, einem Vorort von Vancouver. Hohe Nadelbäume umgeben ein Grundstück, dichte Zweige versperren die Sicht. Das Gelände dahinter hatte die Produktionsfirma für die Dreharbeiten angemietet, um das "Cullen Cottage" aufbauen zu können.

"In dieser Hütte ziehen Bella und Edward nach ihrer Hochzeit ihre gemeinsame Tochter groß", erklärt Christine ein Gebäude, das schon lange nicht mehr bestaunt werden kann.

Ein paar Kilometer weiter bekommen die Gäste mehr zu sehen: das Haus des Werwolfjungen Jacob. Von der Hütte, die sich in Privatbesitz befindet, blättert inzwischen die rote Farbe ab, im Garten stehen Ziegen, die ganz entspannt das Gras aus der Erde rupfen, ohne auch nur zu ahnen, auf welch heiligem Boden sie sich befinden.

Leidenschaftliche Fans unter den Besuchern

"Unglaublich aufregend ist das", findet Sheila McDaniel. Die 54-jährige Amerikanerin ist eine der fünf Gäste, die Christina heute in ihrem Van herumfährt. Über Sheilas Schulter hängt eine Tasche mit einem Porträt von Robert Pattinson. Ihr Halskettchen hat einen Anhänger mit der Gravur "Bite me", beiß mich. Ihre Ohrstecker zeigen ein großes "B" – es steht für Bella.

Auch Sheilas Tochter Heather ist leidenschaftlicher Fan der attraktiven Untoten. "Viele unserer Freunde denken, wir sind verrückt, weil wir hierherkommen", sagt sie, "sind wir aber nicht."

Während ihres Aufenthalts wohnen Mutter und Tochter im "Sutton Place Hotel" in Vancouver, wo auch die Crew übernachtet hat. Sie gehen in das Bistro in Yaletown, wo die Schauspieler essen waren, und schauen sich die Clubs an, in denen Bella, Edward und Jacob getanzt haben sollen.

Sheila und Heather waren auch schon in Port Angeles, Forks und an den Stränden von La Push – den Roman-Schauplätzen im US-Bundesstaat Washington, an denen aber nie gefilmt wurde.

Vernarrt in Bella und Edward

Die Tickets für die Premiere des neuen Twilight-Streifens haben sie sich natürlich längst schon gesichert. "Die meisten meiner Kunden sind Frauen. Sie können nicht genug bekommen von der Twilight-Liebesgeschichte", sagt Christine. Auch sie ist völlig vernarrt in Bella und Edward.

Zur Premiere der neuen Folge wird sie nach Los Angeles reisen. Die Tourismusbehörden in Kanada und den USA schätzen, dass wegen Twilight bislang mehr als einhunderttausend Touristen allein in den pazifischen Nordwesten gekommen sind.

In Internet-Foren tragen sie die neuesten Informationen über ihre Stars in Sekundenschnelle um die Welt. Wie an jenem Drehtag, als eine Tsunami-Welle aus Japan auf Kanada zurollte und die Werwölfe in Ucluelet auf Vancouver Island gerade an einem sturmgepeitschten Strand drehten, unweit des Wya-Point-Campingplatzes.

Schmuck mit Vampir-Motiven

Christine bekam von einem Crewmitglied vor Ort eine SMS – und konnte danach sofort der ganzen Twilight-Welt berichten: "Viele Schauspieler schieben wegen der Tsunami-Warnung Panik."

Den Strand auf Vancouver Island müssen Sheila und Heather unbedingt auch noch sehen. Irgendwann. Nur nicht auf mehr dieser Reise, denn jetzt müssen die beiden noch schnell in den Vorort New Westminster. Dort wurden nicht nur ein paar Häuserfassaden für Twilight abgedreht, es gibt auch einen Juwelier, der eigens für Fans Schmuck mit Vampir-Motiven fertigt. Den dürfen sie sich nicht entgehen lassen.

Die Teilnahme an der Reise wurde unterstützt von Tourism British Columbia, Tourism Vancouver und Tourism Tofino. Unsere Standards der Transparenz und journalistischen Unabhängigkeit finden Sie unter www.axelspringer.de/unabhaengigkeit

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Tipps und Infos
  • Anreise

    Zum Beispiel mit Lufthansa (www.lufthansa.com) direkt oder mit Air Canada (www.aircanada.com) über Toronto nach Vancouver. Mit dem Mietwagen in einer Stunde nach Squamish. Zu den Drehorten auf Vancouver Island setzt eine Fähre von Horseshoe Bay nach Nanaimo über und fährt von dort in etwa vier Stunden weiter nach Ucluelet.

  • Unterkunft

    In Squamish steigen Twilight-Fans gern im „Executive Suites Golf Resort“ ab, wo die Twilight-Crew während des Drehs auch übernachtete. Kristen Stewart feierte dort ihren Geburtstag, DZ ab 90 Euro, www.executivesuitesgaribaldi.com; auf Vancouver Island wohnte die Werwolf-Crew im „Black Rock Oceanfront Resort“, in Ucluelet direkt am Pazifikstrand, DZ ab 130 Dollar, www.blackrockresort.com

  • Touren

    Christine Kilpatrick hat mehrere Tagestouren (inkl. Transfer) zu den Drehorten von „Breaking Dawn“ in Vancouver oder in Squamish im Programm, ab circa 130 Euro, www.onlocationtoursvancouver.com

  • Auskunft

    Tourism British Columbia, www.hellobc.com, Tourism Vancouver, www.tourismvancouver.com, Tourism Tofino, www.tourismtofino.com

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