30.07.12

Orte zum Abgewöhnen

In Kalifornien steht das schlimmste Museum der Welt

"Hearst Castle" liegt zwischen Los Angeles und San Francisco und gehört Medien-Tycoon Hearst. Das Museum ist so katastrophal, dass es eigentlich "Worst Castle" heißen müsste.

Foto: picture alliance / Arco Images G

"Hearst Castle" liegt zwischen Los Angeles und San Francisco. Bauen ließ es Medien-Tycoon William Randolph Hearst
"Hearst Castle" liegt zwischen Los Angeles und San Francisco. Bauen ließ es Medien-Tycoon William Randolph Hearst

Der Kassierer am Eingang von "Hearst Castle" ist ein bisschen stolz: Einmal im Jahr beim Sommerfest darf er im Pool von William Hearst schwimmen.

Den Rest des Jahres sitzt der junge Mann am Eingang und verlangt pro Ticket 25 Euro – für das furchtbarste Museum der Welt. "Hearst Castle" liegt zwischen Los Angeles und San Francisco und gehört Medien-Tycoon William Randolph Hearst, dem in den 40er-Jahren unter anderem 25 Tageszeitungen und 25 Wochenblätter gehörten.

Bekannt wurde er durch den Film "Citizen Kane", dort heißt das Schloss Xanadu. Seitdem kommen mehr als eine Million Besucher pro Jahr.

Eine Kirche aus Spanien als Wohnhaus

Hearst hat dazu eine Kirche aus Spanien auf einen Berg transportieren lassen – und als Wohnhaus eingerichtet, mit Zwischenetage aus Holz im Schweizer Bauernstil.

Das ist so desaströs, wie es klingt. Drinnen hängen Gemälde neben schweren Wandteppichen und silberne Statuen, das alles unter mit Fresken bemalten Decken, so dass ich mich frage, wie es Winston Churchill oder Charlie Chaplin hier ausgehalten haben.

Gang über das Gelände

Nach einer Tour durchs ebenfalls vollkommen überladene Ess- und Kaminzimmer sowie einem kurzen Film, der William Hearsts Beziehungen zu Stars behandelt, weiß ich zwar noch immer nichts über dessen verlegerische Vision oder was die Amerikaner von ihm hielten, aber zumindest dürfen wir jetzt allein über das Gelände laufen. Das heißt, wir dürfen bewundern. Denn zu nichts anderem ist dieses "Museum" da.

Es soll zeigen, was jemand im Verlauf eines Lebens so alles zu kaufen und zu bauen imstande war. Der Außenpool und das Schwimmbad sind komplett renoviert und sehen wirklich prächtig aus, genauso wie das italienische Häuschen, das der spanischen Kirche gegenübersteht. Aber es ist kein Ort, an dem man irgendetwas über seinen Besitzer lernt.

Spenden erbeten

Auf dem Weg zum Fuß des Berges empfiehlt eine automatische Stimme, dass man doch bitteschön "Freund" des "Hearst Castle" werden solle. Mit einer jährlichen Spende könne man das Anwesen erhalten helfen. Wir waren in Gedanken aber in L.A. und nennen "Hearst Castle" jetzt nur noch "Worst Castle".

Foto: REUTERS

Los Angeles hat eine neue Attraktion:...

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