01.06.12

Sicherheitsmängel

US-Behörden legen Busnetz an der Ostküste still

Busfahrer ohne Führerschein und Fahrzeuge, die nicht geprüft sind: Schlechte Sicherheitsvorkehrungen bei Reisebussen enden oft tödlich. Die Strecke von New York nach Florida wird nicht mehr befahren.

Foto: picture alliance / Neil Emmerson

Nach einer Reihe von tödlichen Unfällen sind die Busunternehmen in den USA verstärkt ins Visier geraten
Nach einer Reihe von tödlichen Unfällen sind die Busunternehmen in den USA verstärkt ins Visier geraten

Wegen massiver Sicherheitsmängel hat das US-Verkehrsministerium das Busnetz an der Ostküste lahmgelegt. Nach jahrelangen Untersuchungen seien drei Hauptanbieter – Apex Bus, I-95 Coach und New Century Travel – geschlossen worden, teilte das Ministerium in Washington mit. Dabei handele es sich um die größte Maßnahme dieser Art in der Geschichte.

Betroffen davon ist vor allem die Strecke Interstate-95 (I-95) von New York nach Florida. Rund 1800 Passagiere werden von den Unternehmen dort täglich befördert. Unter anderem seien Busfahrer ohne Führerschein eingesetzt worden sowie Fahrzeuge, die nicht geprüft und instand gehalten worden seien. Auch bei den vorgeschriebenen Pausen der Fahrer sowie bei Alkohol- und Drogentests habe es Verstöße gegeben.

Die gravierenden Mängel wurden als ernsthafte Gefahr für die Busgäste und andere Verkehrsteilnehmer eingestuft. Mit strengen Kontrollen soll verhindert werden, dass die betroffenen Unternehmen unter anderen Namen weiter operieren.

Serie von tödlichen Busunfällen

Mit den verschärften Kontrollen hatte man begonnen, nachdem sich auf der I-95 im vergangenen Frühjahr eine Reihe von Busunfällen mit Todesfolge ereignet hatten. Bereits im Sommer letzten Jahres mussten verschiedene Busunternehmen ihre Arbeit einstellen.

Das US-Verkehrsministerium hatte schon in den vergangenen sieben Jahren die Kontrollen verstärkt. So wurde unter anderem die Zahl der Businspektionen verdoppelt – von 12.991 im Jahr 2005 auf 28.982 in 2011. Auch den Busfahrern wurden strengere Regeln auferlegt. So dürfen sie ihr Handy seit November 2011 nicht mehr während der Fahrt benutzen.

Diskutiert werden auch schärfere Gesetze, die unter anderem höhere Strafen für Busunternehmen vorsehen, die sich nicht an die Auflagen halten. So könnte das Bußgeld von 2200 US-Dollar auf 25.000 US-Dollar pro Tag angehoben werden, die ohne Genehmigung unterwegs sind.

Für Fahrgäste gibt es eine App, die sie vor dem Kauf eines Tickets darüber informiert, als wie sicher ein Busunternehmen eingestuft wird.

Quelle: dpa/nics
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