Reise

Eine Traumnacht in Manhattan

Lieber Olivier Lordonnois,


na, das geht ja gut los, dachte ich bei meiner Ankunft in Ihrem Hotel. Zwar war meine Anreise an dem Tag früher als geplant, aber ehrlich, ich hätte nicht gedacht, dass das Zimmer nicht fertig sein könnte. Bei dem Hotel?

In Gedanken hatte ich schon die Sätze im Kopf, die ich in Ihr Gästebuch schreiben wollte. Nun aber schreibe ich: Es waren die spannendsten und kürzesten zwei Stunden, die ich je in einem Hotel auf mein Zimmer gewartet habe. Ob alter Adel, New Yorker Manager, Damen aus der Nachbarschaft der Upper Eastside oder junge Models die Halle betraten, Ihr Personal war perfekt und locker im Umgang mit den Gästen. Das ist eben New York, dachte ich. Es war wie im Film.

Und es ist aber auch Ihnen geschuldet, wie Sie das Haus führen. Chapeau! Und in diesem Fall dürfte es ja wohl wirklich stimmen, denn, wie man Ihrem Namen entnehmen kann und wie Sie es mir bei unserem kurzen Treffen ja verrieten, sind Sie französischer Abstammung.

Aber natürlich habe ich die Zeit nicht nur in Ihrer schicken Lobby verbracht, sondern meine Neugierde hat mich auch in den ersten Stock geführt, wo ich einen Blick in Ihren hauseigenen Fitness-Room und den Friseursalon werfen konnte. Und hier traf ich dann auch wieder auf die Damen aus der Lobby. Gutes Konzept, ein Friseur im Haus, der auch der Nachbarschaft offensteht.

Was mir besonders gefallen hat, dass man sich als Alleinreisender in Ihrem Haus nicht allein fühlt. Ihr Team ist sehr professionell, aber auch unverkrampft im Umgang mit den Gästen. Und mit dem hoteleigenen Hotdog-Stand, (sehr feine Zubereitung und sehr lecker) oder der ersten kostenlosen Tour in der Rikscha durch Manhattan – eine wunderbare Erfahrung – sprechen Sie sicher viele an, die in einem schönen Hotel absteigen möchten, es aber auch nicht allzu verstaubt mögen. Ich war hier nur für einige Stunden Gast, aber ich hatte das Gefühl, ich gehöre dazu. Ihr Personal strahlt Family-feeling aus, und das kommt rüber. Die Atmosphäre stimmt einfach.

Und jetzt, kurz vor meiner Abreise, wo ich diese Zeilen in Ihr Gästebuch schreibe, fällt mir doch noch eine Sache ein. Modernste Technik im Zimmer ist toll, Licht an, aus, gedimmt – jede Leuchte und sogar wird auch die Fensterverdunkelung per Fernbedienung gesteuert. Aber eine Lampe im Flur meines schönen Zimmers wollte nicht. Sie musste also die Nacht über an bleiben.

Aber vielleicht begreife ich es beim nächsten Besuch, ich komme wieder. Ach, und vielleicht darf ich dann mal einen Blick in die größte Hotel-Suite der USA werfen? Die Ankündigung einer Größe von 1100 Quadratmeter in Ihren Unterlagen macht natürlich neugierig.

Herzlichen Dank,

Ihr Conrad Bauer-Schlichtegroll

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