Expertenmeinung
Kein Ende des Kreuzfahrtbooms – trotz "Concordia"
Die Bilder der gekenterten "Costa Concordia" haben sich beim Publikum zwar eingeprägt, trotzdem rechnet die deutsche Reiseindustrie nicht mit einem Ende des Kreuzfahrtbooms.
2012 laufen wieder etliche Kreuzfahrtschiffe vom Stapel. Dazu gehört auch die "AIDAmar" von AIDA Cruises. Sie wird während des Hamburger Hafengeburtstages am 12. Mai getauft.
In einer Umfrage unter Führungskräften der Branche im Auftrag des Travel Industry Clubs gaben 79 Prozent an, sie rechneten nicht damit, dass die Havarie mittel- oder langfristig der Kreuzfahrtindustrie schade. 58 Prozent sind zudem der Meinung, dass das Schiffsunglück in erster Linie nur der Reederei Costa zugeschrieben werde.
Nur gut ein Drittel der Befragten ist der Ansicht, dass die gesamte Kreuzfahrtbranche unter dem Unglück vor der italienischen Küste "zu leiden" hat.
Gleichwohl müssen alle Kreuzfahrtunternehmen Hausaufgaben machen: 88 Prozent der Befragten finden, dass die Reedereien jetzt generell Aufklärungsarbeit betreiben müssen, um insbesondere neue Zielgruppen nicht zu verunsichern.
Forderung: Sicherheitsvorkehrungen überprüfen
95 Prozent sind sogar der Meinung, dass die Reedereien ihre Sicherheitsvorkehrungen auf den Prüfstand stellen sollten. Die Reisebranche geht allerdings nicht davon aus, dass das Vertrauen in große Schiffe gesunken ist – nur 28 Prozent glauben, dass Reisende nun eher kleine Schiffe bevorzugen werden.
In der Beurteilung der Entscheider ist die Mehrheit der Kunden nicht ausreichend über die Ursachen der Havarie informiert. 56 Prozent der Kunden in Reisebüros seien durch das Unglück generell verunsichert worden. Die Medien haben sich dabei nach Auffassung der Befragten durchaus positiv ins Bild gebracht.
Mit 59 Prozent beurteilt die überwiegende Mehrheit die Berichterstattung als "sachlich und informativ". Nur 36 Prozent der Befragten hielten die Berichte über das Unglück für "dramatisch und vielfach übertrieben".
Ein Preisrutsch dürfte auch nicht anstehen: Lediglich 34 Prozent können sich vorstellen, dass infolge des Unglücks Kreuzfahrten 2012 billiger werden.
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