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07.02.12

Putschversuch

Auswärtiges Amt warnt vor Reisen auf die Malediven

Fast 80.000 Deutsche machen jedes Jahr auf den Malediven Urlaub. Nach einem Putschversuch ist der Präsident des Inselstaates zurückgetreten. Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen auf die Hauptinsel Male.

Ute Quante

Im Süden der Malediven gibt es sie noch: Unberührte, unbewohnte Inseln.

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Die Malediven sind ein Sehnsuchtsziel der deutschen Urlauber: Unzählige kleine Palmeninseln versprechen entspannte Robinsonaden und der warme Indische Ozean eine faszinierende Unterwasserwelt, die Schnorchler und Taucher anspricht.

Nach wochenlangen Oppositionsprotesten ist nun Mohamed Nasheed, der erste demokratisch gewählte Präsident der Malediven, zurückgetreten . Wenige Stunden nach dem Rücktritt des bisherigen Präsidenten der Malediven ist sein Stellvertreter Mohamed Waheed zum neuen Staatschef erklärt worden. Maledivische Medien hatten zuvor von einem Putschversuch auf der südasiatischen Inselkette berichtet.

Genaue Zahlen, wie viele Bundesbürger sich derzeit auf den Malediven aufhalten, gab es zunächst nicht. Nach den jüngsten Zahlen des Deutschen Reiseverbandes machen dort jedes Jahr mehr als 77.000 Deutsche Urlaub.

Wegen der politischen Krise auf den Malediven rät das Auswärtige Amt allen Urlaubern vom Besuch der Hauptinsel Male ab. Nach ersten Informationen sind bislang jedoch keine deutschen Touristen von den Unruhen betroffen. Auf der Flughafeninsel und in den Ferienressorts sei die Lage ruhig.

Das kleine südasiatische Land besteht aus 1190 Inseln im Indischen Ozean, von denen nur rund 200 bewohnt sind.

Der Flughafen befindet sich nicht auf der Hauptinsel Male, sondern liegt auf der Insel Hulule. Daher gehen auch die Transfers der Urlaubsgäste gehen nicht nach und von Male, so TUI-Sprecherin Anja Braun.

Die Insel ist auch kein touristischer Programmpunkt, lediglich Tages-Shopping-Touren werden nach Male unternommen und die sind seitens der TUI sind für heute und morgen abgesagt.

Der Reiseveranstalter TUI hat 55 Resort-Inseln im Programm. Die An- und Abreise laufe völlig normal und derzeit unbeeinträchtigt, so Anja Braun. Die Urlauber werden der Flughafeninsel Hulule mit Booten oder kleinen Wasserflugzeugen zu den Atollen gebracht.

TUI-Chefreiseleiterin Claudia Stepanek zu möglichen Leistungseinschränkungen auf den Malediven: "Jede Resortinsel ist völlig autark, hier herrscht Normalbetrieb und die Gäste bekommen von den Demonstrationen nichts mit. Wir haben lediglich Shopping-Ausflüge nach Male vorsorglich ausgesetzt."

"Alles ruhig auf den Inseln", heißt es auch beim Veranstalter Thomas Cook. "Wir stehen im ständigen Kontakt mit dem Auswärtigen Amt, und die Gäste auf den Inseln sind laut Reiseleitung nicht beunruhigt", sagt Nina Kreke, Sprecherin von Thomas Cook und Neckermann Reisen. Allerdings wird von Ausflügen auf die Insel Male abgeraten.

Die Regierung der Malediven hatte kurz vor dem Jahreswechsel 2011/12 Hunderte Resorts und Luxushotels angewiesen, ihre Wellness-Bereiche zu schließen . Damit war sie auf eine Forderung islamistischer Parteien eingegangen, denen vor allem die Massageangebote in den Hotels ein Dorn im Augen sind.

Man darf gespannt sein, wie die neue Regierung mit diesem Thema umgeht. Wichtigste Wirtschaftszweige des knapp 400.000 Einwohner zählenden Landes sind Fischerei und Tourismus. Nach Schätzungen setzt die Tourismusbranche jährlich rund 1,2 Milliarden Euro um und ist damit mit etwa 30 Prozent am Bruttoinlandsprodukt beteiligt.

Quelle: dpa/dapd/BMO
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