Gut geschlafen
Berliner Hotels haben die zufriedensten Gäste
Aus mehr als 1,5 Millionen Hotelbewertungen geht Berlin als Stadt mit den besten Hotels unter den großen Metropolen Europas hervor. Dafür gibt es auch gute Gründe.
Blutflecken zieren diese durchgelegene Matratze im "Hotel Mersin Beach Club" in der Türkei.
Niemand weiß, wie viele Berlin-Besucher aufgrund des "Arm, aber sexy"-Klischees tatsächlich die deutsche Hauptstadt besuchten. Jahrelang hielt sich dieser Slogan, den der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit höchstselbst vor acht Jahren gleichsam knackig und einprägsam formulierte. Das Stigma hatte seine Berechtigung und seine Wirkung. Aber es stimmt so nicht mehr.
Berlin zieht längst wieder Unternehmen an, baut Gewerbegebiete und Wohnhäuser, als gäbe es kein Morgen. Wie selbstverständlich entwickelt sich auch die Hauptstadt-Hotellerie immer weiter. Es gibt weiterhin zahlreiche Neu-Eröffnungen – in allen Kategorien. Der Höhepunkt an Eleganz folgt Ende dieses Jahres, wenn die Luxusmarke Waldorf Astoria ihr erstes neu gebautes Hotel in Europa öffnen will, zwischen Kurfürstendamm und Zoologischem Garten.
Was die Investoren, Betreiber und letztlich auch die Gäste der Berliner Hotels freuen dürfte: Die Häuser an der Spree haben im internationalen Vergleich offenbar die zufriedensten Kunden. Aus mehr als 1,5 Millionen ausgewerteten Hotelbewertungen geht Berlin nämlich als Stadt mit den besten Hotels unter den großen Metropolen Europas hervor. Demnach erreichen die Berliner Hotels eine durchschnittliche Zufriedenheit von 79,8 Prozent und liegen damit knapp vor Lissabon (79,5 Prozent) und Wien (79,4).
Diese Zahlen gehen aus einer aktuellen Untersuchung der Citysam AG hervor, die jene Hotelbewertungen verschiedener Buchungssysteme auswertete, die Hotelgäste nach Ihrer Abreise auf einer Skala von 0 für sehr schlecht bis 100 für sehr gut abgaben.
Und natürlich, wen wundert es, spielt der Preis dabei auch eine entscheidende Rolle. So ganz kann Berlin seine Arm-aber-sexy-Rolle (noch) nicht ablegen. Für viele Besucher ist das allgemein niedrige Preisniveau in Berlin womöglich gar der Entscheidungsgrund für eine Reise, zumindest aber eine positive Erwähnung wert.
Umgekehrt gilt wohl: "Mit dem Preis eines Hotels steigen auch die Erwartungen der Gäste, was sich in den eher schlechten Hotelbewertungen in vergleichsweise teuren Regionen widerspiegelt", sagt Thomas Horn, Vorstandsvorsitzender der Citysam AG.
Dies würde erklären, warum angesagte Städte wie London und Paris in diesem Ranking die letzten Plätze belegen. Im Vergleich zu dem durchschnittlichen Hotelpreis in Berlin von 85 Euro für ein Zweibettzimmer sind Hotels in London mit 186 Euro und Paris mit 161 Euro etwa doppelt so teuer – aber eben nicht doppelt so gut.
Und noch etwas mag neben dem geringen Preisniveau die guten Hotelbewertungen für Berlin erklären: Hiesige Hotels verfügen über vergleichsweise gute Ausstattungen und sind relativ sauber, und aufgrund der städtebaulichen Entwicklung nach dem Mauerfall sind viele Hauptstadt-Hotels auch relativ neu und modern eingerichtet.
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