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26.05.10

Reisewarnung

Urlauber sollten Jamaikas Hauptstadt meiden

Reisende sollten einen Bogen um Kingston und Spanish Town machen.

pa/dpa

Touristischer Schwerpunkt Jamaikas ist Montego Bay. An der Küste der Stadt herrschen ideale Bedingungen für verschiedene Wassersportarten.

10 Bilder

Reisende, die auf Jamaika Urlaub machen, sollten derzeit einen großen Bogen um die Hauptstadt Kingston sowie um Spanish Town machen. Wegen der Unruhen, die dort ausgebrochen sind, rät das Auswärtige Amt in Berlin vom Besuch der beiden Städte im Südosten der Karibikinsel momentan "dringend" ab.

Die wichtigen Touristengebiete im Norden und Osten der Insel sind von den Auseinandersetzungen "nicht betroffen und ruhig", schreibt das Auswärtige Amt in seinem Sicherheitshinweis zu Jamaika . Ein Übergreifen der Unruhen auf andere Landesteile könne aber nicht ausgeschlossen werden. Das Ministerium rät Reisenden, besonders vorsichtig zu sein und aufmerksam die Nachrichten zu verfolgen, "da die Situation sich in kürzester Zeit verschärfen kann".

Bei schweren Kämpfen zwischen Drogenbanden und Sicherheitskräften sind in Kingston nach Angaben von Rettungskräften seit dem Wochenende rund 60 Menschen getötet worden. Zahlreiche Personen seien verletzt und mehr als 200 Verdächtige festgenommen worden. Polizei und Armee versuchen seit Tagen, das Armenviertel Tivoli Gardens zu stürmen, um den mutmaßlichen Drogenboss Christopher "Dudus" Coke festzunehmen, der sich dort mit seinen bewaffneten Anhängern verschanzt hat. Die USA fordern seine Auslieferung.

Der Ausbruch der Gewalt hatte sich Ende der vergangenen Woche an der Entscheidung der Regierung entzündet, Coke an die USA auszuliefern. Angesichts der Schießereien in vielen Teilen der Hauptstadt baten die Behörden die Einwohner, Blut zu spenden. Premierminister Bruce Golding verhängte in Kingston den für einen Monat geltenden Ausnahmezustand.

Auch in der zur Metropolenregion zählenden Stadt Spanish Town gab es Schießereien. Die Fluggesellschaft Air Jamaika sagte mehrere Flüge ab.

Quelle: dpa/AFP/nic
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